Gedichte-Eiland

Gedichte-Eiland (http://www.gedichte-eiland.de/index.php)
-   Ausflug in die Natur (http://www.gedichte-eiland.de/forumdisplay.php?f=11)
-   -   Januar in Berlin (http://www.gedichte-eiland.de/showthread.php?t=4920)

Seeräuber-Jenny 10.01.2010 19:41

Ahoi Medusa,

wie wär's mit:

verleihen der Himmelspracht duftige Flügel.

Lieben Gruß
Seeräuber-Jenny

Medusa 11.01.2010 09:39

Guten Morgen Jenny,

Dein Vorschlag gefällt mir recht gut, ich habe ihn eingebaut, obwohl "Himmelspracht" noch nicht das Gelbe vom Ei ist. Klar fällt der Schnee vom Himmel und prächtig ist er auch, trotzdem vermag es mich noch nicht 100%ig zu überzeugen.
Egal zunächst: Es steht jetzt drin, klingt gut und ich danke Dir für die Hilfe :). Vielleicht fällt uns noch was besseres ein?

Ich wünsche Dir einen schönen Tag und schicke liebe Grüße,
Medusa.

Chavali 11.01.2010 13:01

Liebe Medusa,

Januar in Berlin passt vom Thema her eher für dein Januar-Gedicht.
Hier ist es mir zu allgemein gehalten, könnte für jede andere Stadt stehen.
Ja, der Mummenschanz und diese Dinge - das ist eher was Großstädisches ;)
Nun gut, du verwendest die Spree und die Berliner.

Und dann würde mir ebenfalls eine Änderung in die Ich-form besser gefallen.
Hier sprichst du für mehrere Leute ( 2x uns) - einfach ich nehmen, wirkt viel stimmungsvoller, persönlicher.

Für die vakante Zeile - was hältst du davon:

verleihen dem Schneevorhang duftige Flügel.

Auf alle Fälle sagt mir dieser Text mehr zu als der Januar.
Wenn ich mich auch ein wenig an dem dampfenden Lachen (ich weiß, was du meinst, aber ich muss dabei an Pferde denken :D)
und an der undichten Kleidung stoße.

Lieben Gruß,
Chavali

ruhelos 11.01.2010 13:27

hallo Medusa,

leider fehlt mir die Zeit mich mit den Kommentaren meiner zahlreichen Vorredner zu beschäftigen.
Mein Wissen über den richtigen Aufbau eines Sonettes habe ich von dir gelernt. Daher frage ich mich, ob es mir überhaupt zusteht, etwas zu einem Sonett aus deiner Hand zu sagen, wenn es nicht nur Lob ist. Das Thema, dass du hier verdichtest findet mein Gefallen. Silbenzahl und Reimmuster sind natürlich auch perfekt. Allerdings komme ich bei der These und der Antihese ins Schwimmen. Sie scheinen ineinander zu verfließen. Die Antihese scheint wiederum stimmig. Ich persönlich würde im 1. Quartett noch mehr das Grau Berlins hervorheben und wie die Stadt ohne Schnee aussieht. In dem 2.Quartett dann nur die Veränderung durch den Schnee, der die Stadt verzaubert. Die positive Stimmung scheint allerdings eindeutig in allen Versen zu überwiegen. Ich habe dein Gedicht trotzdem gern gelesen.

Viele Grüße
ruhelos

Medusa 11.01.2010 16:30

Liebe Chavali,

mich tröstet, dass ich Dir mit diesem Sonett wenigstens etwas Zustimmung abringen kann ;).
Ich schau gleich mal, ob ich die Doppelung "uns" ersetzen kann; ich mag sowas auch nicht.
Was die Ichform betrifft, so kann ich sie nicht übernehmen, auch wenn sie noch so schön klingt und poetischer ist. Berliner sind "wir" und "uns", das zeigt unsere Geschichte, das Zusammengehörigkeitsgefühl ist hicht wegzudenken und nicht wegzudichten. Ich kann zwar ein Loblied auf "meine" Stadt singen, aber die Freude über den Schnee gehört allen, also uns :).
Ich kann Dich verstehen, wenn Du mit dem "dampfenden" Lachen und der nassen Kleidung nichts anfangen kannst :). Bedenke bitte: Ich bin eigentlich eine Humoristin! Auch wenn ich noch so stark dagegen angehe, sie kommt immer wieder durch :D.

Du hast mir einen schönen Kommentar da gelassen, Danke!
Liebe Grüße,
Medusa.




Hallo Ruhelos,

Du hast völlig Recht: Dieses Sonett ist im klassischen Sinne nicht perfekt und ich freue mich, dass Du dies erkannt hast :).

Wie Du weißt, beschäftige ich mich schon lange mit Sonetten und bin immer streng mit mir und anderen Dichtern umgegangen. Grund dafür war, dass ich glaube, es müsse zuerst ein umfangreiches Wissen vorhanden sein, bevor Freiheiten erlaubt sind. Hier bin ich aus dem klassischen Korsett ausgebrochen sowohl im Versmaß als auch im poetischen Inhalt, wohl wissend, dass ich jederzeit auf die Theorie zurück greifen kann, um wieder ein klassisches Sonett zu schreiben.

Ich danke Dir ganz herzlich für Deine guten Überlegungen :) und Deine schönen Ideen; selbstverständlich stehen sie Dir zu! Wollte ich sie allerdings übernehmen, müsste ich das ganze Sonett umbauen :eek:.

Viele liebe Grüße,
Medusa.

Seeräuber-Jenny 11.01.2010 21:04

Ahoi Medusa,

Zitat:

verleihen dem Schneevorhang duftige Flügel.
Diesen Vorschlag von Chavali finde ich sehr schön. Das dichte Schneetreiben in den letzten Tagen sah wirklich aus wie ein Vorhang.

Zitat:

Hier bin ich aus dem klassischen Korsett ausgebrochen sowohl im Versmaß als auch im poetischen Inhalt
Gibt es Vorschriften hinsichtlich des poetischen Inhalts?
Und was ist unter einem klassischen Korsett zu verstehen? Die Schlegelschen Regeln?

Außergewöhnlich finde ich lediglich die Endreime der beiden Terzette:

Zitat:

zeigt Janus sein lächelndes, schönstes Gesicht.
Taucht unsere Stadt in zartgoldenes Licht,
erfreut uns gar prunkvoll, lässt dampfend uns lachen,

manch tolldreiste Sprünge und Rutscher entfachen ,
malt hochrote Nasen in jedes Gesicht
und kraucht durch die Kleidung, denn keine ist dicht.
C-C-D
D-C-C

Wobei der Autor in der Gestaltung der Terzette ziemlich viel Narrenfreiheit hat, so weit ich weiß.

Lieben Gruß
Seeräuber-Jenny

Medusa 12.01.2010 10:52

Guten Morgen zusammen :).

Alle Vorschläge, den leidigen Vers zu ändern, sind gut. Schlimm ist, dass ich mich nicht entscheiden kann. Ich warte auf die Muse, die mir vielleicht die Lösung zuflüstern wird :D.

Euch allen meinen ganz herzlichen Dank.
Viele liebe Grüße in den Tag hinein,
Medusa.

Mike_S 05.01.2011 09:29

Hallo Medusa,

da alles bereits geschrieben wurde und ich in letzter Zeit an Schreibfaulheit leide, nur dieser kurze Kommentar:

Hast Du klasse gemacht!:) Ich danke Dir für Deinen Beitrag in diesem Forum.

Beste Grüße
Mike S

Archimedes 05.01.2011 20:07

Liebe Medusa, da bist du mal wieder mit alten Kommentatoren im Schlepptau!

Ein Kommentar hat, wenn nicht nur Lobhudelei betrieben wird, doch immer die Absicht, das Gedicht zu verbessern. Das habe ich auch hier immer aus den Kritiken herausgelesen.
In diesem Sinne habe ich auch zwei Dinge zu "bemängeln":

Mich stört das Süddeutsche "heuer"
Zitat:

ganz langsam, gelassen, fließt heuer die Spree.
Es passt nicht nur in ein Berliner Gedicht, sondern ist inhaltlich auch falsch. Die Spree fließt immer langsam, gelassen und nicht nur "heute". Ich würde schreiben:
ganz langsam, gelassen, fließt weiter die Spree.

Als zweites stört mich das Wort "kraucht"
Zitat:

und kraucht durch die Kleidung, denn keine ist dicht.
Diese Verballhornung von "kriechen" passt mit dem Gedicht nicht zusammen. Du hast dein Gedicht doch nicht zynisch gemeint, hier kommt aber so ein Anflug hinein. Ich würde lieber schreiben:
und kriecht durch die Kleidung, denn keine ist dicht.

Lieben Gruß Archimedes ...der mit den kriechenden Kreisen

Medusa 09.01.2011 17:28

Lieber Mike :),

ich danke Dir ganz herzlich für Dein dickes Lob, es erfreut mich sehr. Das Gedicht ist nun ein Jahr alt und die Bilder wiederholen sich. Das hat was, stimmts?

Herzliche Abendgrüße,
Medusa.



Lieber Archimedes :),

Du hast ein Uraltwerk ausgekramt und mir wunderbare Vorschläge hinterlassen.
Als ich soeben das Gedicht wieder las, kam mir das "heuer" auch nicht mehr geheuer vor :D. Ich ändere das sofort. Auch das "kraucht" werde ich ausmerzen, es klingt ziemlich doof ;).

Herzlichen Dank für Deine guten Vorschläge und viele liebe Abendgrüße,
Medusa.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:15 Uhr.

Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, Jelsoft Enterprises Ltd.

http://www.gedichte-eiland.de

Dana und Falderwald

Impressum: Ralf Dewald, Möllner Str. 14, 23909 Ratzeburg