Gedichte-Eiland

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Erich Kykal 11.09.2016 14:23

Forenfeuer
 
Ein Funkensturm im Forum für Gedichte -
so scheint gar mancher anderswo zu toben,
derweil mich hier die guten Dichter loben.
Kein armes Fünkchen macht mir das zunichte!

Die Zeit vergeht, es sinken die Gewichte
verzerrter Wahrheit langsam ins Vergessen.
Nur allzu kurz ist unser Sein bemessen,
und viel zu bald schon sind wir nur Geschichte.

Was von uns bleibt, sind keine Hasstiraden,
nicht falsches Zeugnis, abgefeimt gegeben.
Der innre Funke glüht nicht, um zu schaden!

Wer wahrhaft brennt, bleibt nicht am Gestern kleben!
Des Lebens Schicksal ist ein kurzer Faden,
und wer nur hadert, hat ein armes Leben.

Falderwald 12.09.2016 17:20

Servus Erich,

schon wieder ein Sonett...:eek::D;)

Die Welt der Foren ist groß und viele Dichter, oder die, die sich dafür halten, sind darin unterwegs und haben hier und da ihre Zelte aufgeschlagen.

Dabei kommt es auch zu Überschneidungen und man trifft sich mal hier und mal dort (mich nur noch hier:)).

Und manchmal brennt es auch in den Foren, denn überall dort, wo verschiedene Meinungen aufeinandertreffen, gibt es auch Meinungsverschiedenheiten bis hin zu offenem Streit.

Bei einem solchen Feuer kann dann auch leicht mal ein Fünkchen überspringen, wenn es zu vorwitzig war und anderswo versuchen weiter zu zündeln.

Dann darf man sich aber dort nicht wehren, denn sonst bekommt man vom garstigen Admin oder Mod eins übergebraten, weil die dich sowieso nicht leiden können.

Aber es nützt nichts, damit zu hadern, das lohnt nämlich nicht, denn solche Aktionen überführen sich meist selbst der Dummheit.

Deshalb sollte man das Leben genießen. Finde ich auch...:)


In diesem Sinne gern gelesen und kommentiert...:)


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald



Wodziwob 15.09.2016 10:17

Seit ich dazu geraten habe, den Endlos-Streit ums Sonett zu beenden und stattdessen lieber welche zu schreiben, beobachte ich eine wahre Sonetten-Flut. Also, mir gefällt's!

So netten Gruß :)
Wozi

Dana 15.09.2016 19:23

Lieber eKy,
was so ein Fünkchen bewirken kann. Ich liebe Sonette, ohne die Fähigkeit welche zu schreiben. Ich liebe ihre Vielfältigkeit und staune über die Kunst im Einzelnen als auch im Kollosseum.
Unser Sein ist kürzer, sehr viel kürzer, als wir es wahrnehmen - und doch erzählt es viel darüber, was wir gesehen haben.
Ich weiß nicht viel, weil ich auch anderes wahrnehmen will, soll und möchte.
An Satire, Deiner Satire, habe ich eine ganz eigene Freude und Erkenntnis.:Blume:
Egal, wo wir sind und was wir machen - die Ausgeglichenheit lebt im eigenen "Universum".
Des Lebens kurzer Faden soll und muss nicht in jener Armut enden. Darin haben wir noch die Wahl.
Habe mich gern ins Forumfeuer ohne Brandwunden begeben.

Liebe Grüße
Dana

Erich Kykal 21.09.2016 09:00

Hi Dana!

Ja, es ist immer der Funke, der zählt! Bei manchen leuchtet er den Weg voraus zu Selbstbeschau und innerer Weisheit, bei anderen verzehrt er alles, was gut und richtig ist und brennt sich innerlich aus zu Ascheruinen seiner eigenen Hybris. Bedauerlich - aber nicht jeder zieht aus den Geschehnissen seines Lebens eben die richtigen Schlüsse. :rolleyes:

Vielen Dank für deine Gedanken!

LG, eKy

Sidgrani 22.09.2016 08:45

Hei eKy,

Zitat:

Wer wahrhaft brennt, bleibt nicht am Gestern kleben!
Des Lebens Schicksal ist ein kurzer Faden,
und wer nur hadert, hat ein armes Leben.
Wie wahr!

Und es ist in jedem Forum wie im echten Leben. Es wird lieber getadelt und gestritten, als gelobt und sich vertragen.

Liebe Grüße
Sid

Erich Kykal 14.11.2016 17:28

Hi Faldi!

Manche verteilen sich auch geradezu schizophren im Netz - in einem Forum sind sie höflich und zivilisiert, in einem anderen sind sie nur dabei, um zu trollen und auf den Putz zu hauen, und wiederum anderwo ändern sie mit dem Nick auch ihr Geschlecht, geben sich plötzlich betont erotisch usw...

Dazu hatte ich nie ein Bedürfnis - ich bin ich, und wenn ich etwas sein will, bin ich es auch unter meinem Namen und stehe dazu! Warum? Weil mir egal ist, was andere von mir halten oder denken - ich definiere mein Selbstwertgefühl weder über die Meinung anderer noch darüber, sie manipulieren zu können. Daher erübrigen sich für mich solche Rollenspiele.

Die Crux bei dieser eingeschränkten Form der Kommunikation ist eben, dass Mienenspiel und Gestik wegfallen. Vergisst man den richtigen Smiley, kommt allzu oft etwas ganz anders rüber als gemeint - und schon geht es los! Der andere ist angepisst und schweigt vorerst, staut Frust an, zuletzt sucht er schon unbewusst nach allem, was sich in seinem Sinne interpretieren lässt, um den Betreffenden mies dastehen zu lassen - und schon ist man falsch abgebogen, und Meinung wird zementiert! Und irgendwann kommt dann die "Rache", heftig und unvermittelt, weil der andere all seinen lang angesammelten Zorn auf einmal loswerden will, und du weißt gar nicht, wie dir geschieht!
Oder er fährt dich gleich an, weil er etwas in den falschen Hals gekriegt hat und offenbar nie an Missverständnisse glauben will, vielleicht "weil es ohnehin alle Welt auf ihn abgesehen hat"! Und dann schaukelt sich das auf, weil du dich zu Unrecht gegen den Strich gebürstet fühlst, mit den bekannten Folgen!

Manche beißen sich dann richtig fest und pflegen die glühende Feindschaft wie ein liebgewonnenes Kind, ziehen Selbstbestätigung daraus und halten sie über Jahre am Köcheln. Was für eine Zeit- und Energieverschwendung!

Bei mir ist es so: Wer bei mir unten durch ist, bleibt es (fast immer) auch. Dafür muss schon einiges zusammen kommen, bis es bei mir so weit ist. Aber danach ist einfach "Ende der Kommunikation" für mich und aus!
Bei hitzigen Meinungsverschiedenheiten (manche neigen zu Überreaktionen) lasse ich das Ganze eine Zeit lang abkühlen, dann versuche ich einen "Neustart". Meist funktioniert das, vor allem mit älteren, abgeklärteren Gemütern.


Hi Wozi!

Das war kein "Streit ums Sonett", sondern Rittern in Sonettform - ein wesentlicher Unterschied, wie ich meine! ;)


Hi Dana nochmal!

Das obige Sonett bezieht sich eigentlich gar nicht auf das Kolosseum, sondern auf die vielen unnötigen Gefechte unter Leuten, die sich irgendwie querstehen. Ich selbst nicht ausgenommen - im letzten Halbjahr hatte ich solche "Begegnungen" mit aus meiner Sicht unreifen und unzugänglichen Geistern (= Komplexbeißern) gehäuft, deshalb dieses Sonett darüber.


Hi Sid!

Das Sonett bezog sich ja auf die vielen unnötigen Forenstreitereien - unnötig in dem Sinne, dass es mit etwas mehr Empathie und etwas weniger Minderwertigkeitskomplex bei den Kombattanten gar nicht erst zu solchen Fetzereien käme! Und wie gesagt, ich nehme mich selbst nicht aus - ich bin eben auch nur ein inkonsequenter Mensch ... :rolleyes:


Vielen Dank für eure Gedanken! :)

LG, eKy

Wodziwob 15.11.2016 10:33

Naja, eKy,

die Ritterturnire waren ja auch nicht ohne, da gab es immer Schwerverletzte, wenn nicht gar Todesfälle. ;)

Aber was Du oben ansprichst, deckt sich mit meinen Erfahrungen. Oh ja, ich habe Fehler gemacht und mache sie noch, manches wird einfach falsch verstanden, manches überbewertet oder auf Grund persönlicher Hühneraugen als Angriff empfunden... anderes aber auch bewusst zurechtgebogen und zielstrebig missdeutet, um eine Handhabe sprich Waffe draus zu schmieden. Was ich nie verstehen werde, diese Form virtueller Selbstbefriedigung ist mir nicht nur zuwider, sondern rätselhaft. Weil ich den Gewinn daraus nicht erkennen kann. Sicher auch nicht will, aber selbst wenn ich es wollte, sehe ich ihn nicht.

Lieber als böse wahrgenommen werden als gar nicht? Mag sein, entspricht jedoch nicht der Wirklichkeit. Im Gegenteil, wer lange genug als gehässig, rechthaberisch, aufgeblasen, feindselig und streitsüchtig wahrgenommen wurde, wird früher oder später entschieden und geschlossen überhaupt nicht mehr beachtet, da mag er seinen Nick und seine Identität wechseln so oft und wie er will. Ich steig da offen gestanden nicht durch.

Aber nun, man muss ja wirklich nicht alles verstehen müssen... :rolleyes:


Liebe Grüße :)
Wodziwob

Erich Kykal 15.11.2016 18:52

Hi Wozi!

Entscheidend für solche Miss-User ist das Gefühl der Kontrolle. Ob sie Personen oder Meinungen zu kontrollieren glauben - es geht immer um die diebische Freude daran, an jemandes Fäden zu zupfen und ihn tanzen zu lassen, ohne dass er es merkt.
Damit füttern sie ihr Selbstwertgefühl und fühlen sich zudem sicher dabei, weil sie anonym agieren. Die Illusion der Kontrolle, das ist pure Macht für jene - oder was sie dafür halten.
Im Grunde jämmerlich und kleingeistig, aber wer innerlich armselig ist, wird sich eben auch nach außen so verhalten, vor allem wenn er/sie sich dank der Anonymität nicht verstellen muss.

LG, eKy

juli 16.11.2016 10:55

Hallo eKy,

Dein Sonett erinnert daran, wer wir wirklich sind., und nicht daran wer wir sein wollen.

Wir sind hier im Eiland, und viele Dichter fliegen wie die Vögel hierher. Es gibt Zug – und Standvögel. Manche Texter wohnen auch auf mehreren Inseln gleichzeitig.

Es ist immer besser sich treu zu bleiben, und das zu sagen was man denkt. Eine Maskerade mag im Karneval witzig sein, aber auf Dauer verliert man im Netz den Zugang zu sich selbst. Für mich geht es hier einfach darum Texte, Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben. Ein Forum ist eine Bereicherung, ein Plattform, Insel, Kneipe, Wiese, Waldlichtung auf der sich Menschen begegnen die Freude am Worten haben. Und Reibung erzeugt Wärme. Das Kolosseum hat es gezeigt, dass man sich auch prügeln kann, ohne Ehrverlust und das die Schlipse abschnitten werden.

Ich weiß nicht, was der Anlass für dieses Gedicht ist, und ob es ein Insider ist, weil ich hier Muscheln sammle, und auch nur hier bin. Selten segele ich woanders hin. Ich habe am liebsten meinen Tunnelblick, mit dem Wissen, das es hier schön ist. Denn hier ist es auch bunt, weil die Sprache so vielfältig sein kann, dass man immer wieder aufs neue überrascht wird.

Früher war ich auch mal Zugvogel, kennst du ein Forenfeuer, kennst du alle Forenfeuer;)

Liebe Grüße von einer sy, die nur hier ist.

:Blume::Blume::Blume:


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