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Die Sommervögel Arbeitsgruppe (Chavali, Falderwald, Lailany, Nachteule und Sidgrani)

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Alt 31.05.2015, 06:52   #1
Die Sommervögel
Arbeitsgruppe
 
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Standard Terzinen

.



Chavali: Der Spiegel

Claudi: Frühlingssträußchen

Falderwald: EngelSaugen

Nachteule: Am See

Sidgrani: Problembär






Die neue Aufgabe der Sommervögel lautet dieses Mal:

Terzinen

Die Terzine ist eine meist durch Kettenreim mit den anderen Strophen verbundene Strophe aus drei zehn- oder elfsilbigen Versen.

aba – bcb – cdc – ded – efe – ...

(Es gibt Abweichungen und Variationen davon, die den AutorInnen in der Aufgabenstellung eingeräumt wurden.)

Ursprünglich aus Italien stammend, wurde die Terzine, wahrscheinlich im Jahre 1307, von Dante Alighieri erfunden. Sie bildet auch das Versschema der „Göttlichen Komödie“.

Aber auch Hugo von Hofmannsthal und Stefan Zweig haben Terzinen geschrieben.

Hier sind zwei Beispiele:



Terzinen an ein Mädchen

Von Stefan Zweig

Seit deine Hände kühl an meinen ruhten,
Fühle ich traumhaft ihre weiße Schwinge
Tief in die Stille meiner Stunden fluten,

Doch eingebannt im Bilde vieler Dinge:
Bald ruhen sie wie schöne weiße Schalen,
Bald knistern sie um eine blaue Klinge,

Verblassen jetzt zu kränklichen Opalen
Und sind nun selbst wie schmachtend matte Frauen -
Doch immer ist in ihren schmalen, fahlen

Gelenken, die das Netz des bleichen blauen
Geäders zart und rätselhaft durchgittert,
Ein irres Leuchten und ein stummes Grauen.

Ist dies mein Traumglanz nur, der so gewittert,
Oder ist Funkenspiel dies deiner Seele
Ein fahles Fieber, das in dir aufzittert

Und das du niederringst mit stolzer Kehle? –
O leih mir, Seltsame, die kühlen Hände,
Doch nicht, daß ich sie so mit Fragen quäle

Und böser Stunden Spur in ihnen fände.
Ganz leise nur, ganz lieb will ich sie nehmen
Und wunschlos halten, deine blassen Hände,

Als wären sie zwei weiße Chrysanthemen.



Terzinen IV

Von Hugo von Hofmannsthal

Zuweilen kommen niegeliebte Frauen
Im Traum als kleine Mädchen uns entgegen
Und sind unsäglich rührend anzuschauen,

Als wären sie mit uns auf fernen Wegen
Einmal an einem Abend lang gegangen,
Indes die Wipfel atmend sich bewegen

Und Duft herunterfällt und Nacht und Bangen,
Und längs des Weges, unsres Wegs, des dunkeln,
Im Abendschein die stummen Weiher prangen

Und, Spiegel unsrer Sehnsucht, traumhaft funkeln,
Und allen leisen Worten, allem Schweben
Der Abendluft und erstem Sternefunkeln

Die Seelen schwesterlich und tief erbeben
Und traurig sind und voll Triumphgepränge
Vor tiefer Ahnung, die das große Leben

Begreift und seine Herrlichkeit und Strenge.
.

Geändert von Falderwald (04.06.2015 um 19:06 Uhr) Grund: Titel eingefügt
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