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Alt 06.12.2017, 20:14   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Standard Hauptstadt Jerusalem

Jerusalem, du arme Stadt,
die so viel auszustehen hat -
jetzt kommt auch noch ein Trumpeltier
und sagt: Wenn ich das Feuer schür,
erfülle ich ein Wahlversprechen.
Für alle andern: Ein Verbrechen!

Der blonde Trottel anerkennt
als Hauptstadt dich, und schon entbrennt
der alte Hass, die Steine fliegen:
Erneut muss sich der Zorn bekriegen!
Was schert's die Präsidentenratte,
so lang er nur die Stimmen hatte!
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
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Alt 07.12.2017, 13:11   #2
Thomas
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Standard

Lieber Erich,

Worte wie "Präsidentenratte" gefallen mir nicht.

Inhaltlich stimm ich dir zu.

Liebe Grüße
Thomas
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© Ralf Schauerhammer

Alles, was der Dichter uns geben kann, ist seine Individualität. Diese seine Individualität so sehr als möglich zu veredeln, ist sein erstes und wichtigstes Geschäft. Friedrich Schiller
Thomas ist offline  
Alt 08.12.2017, 01:25   #3
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi Thomas!

Was stört dich daran? Er ist nun mal einer. Höchst bedauerlicherweise.

Fürchtest du, der Begriff könnte das Amt an sich verunglimpfen und die Demokratie schädigen? - Das schaffen Typen wie Trump viel besser als so ein Schimpfwort!

LG, eKy
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Alt 08.12.2017, 03:30   #4
Felix
Erfahrener Eiland-Dichter
 
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Beiträge: 330
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Einen Menschen als Ratte zu benennen, das hat eine unrühmliche Tradition.
Das ist keine Beschimpfung - das ist die Degradierung eines Menschen zu Ungeziefer. Das gehört sich unter zivilisierten Menschen nicht und sagt mehr über den Autor aus als über den Betroffenen.
Felix
Felix ist offline  
Alt 08.12.2017, 06:00   #5
Leuchtfeuer
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Hallo Erich Kykal,

ich muss ---gestrichen--- und Felix beistehen, dies ist kein guter Stil.

Darüberhinaus erkenne ich hier die Verlogenheit der europäischen Regierungen und die Folgen, welche deren übliche Mainstreampresse auf ihre Konsumenten ausübt.

Wenn die Umsetzung von Wahlversprechen als Verbrechen tituliert werden, dann zeigt dies darüber hinaus noch das übliche Demokratieverständnis in unseren Breiten.

Seit Jahrzehnten erkennt die internationale Gemeinschaft stillschweigend Jerusalem als die Hauptstadt des jüdischen Staates an.
Es existiert nur eine diplomatische Fiktion, dass der Status der Stadt noch unklar sei.

Vor 40 Jahren schloss Anwar as-Sadat seinen historischen Frieden mit Israael.
Auch Angela Merkel erkärte die Sicherheit des jüdischen Staates zum Teil der deutschen Staatsräson.
Wo geschahen diese Dinge?
In der Knesset - in Israels Hauptstadt Jerusalem.

Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, hat Russland ebenfalls im April diesen Jahres Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt.
Da hat es keinen Aufschrei gegeben.

Unsere Regierungen sollten Trumps Beispiel folgen, das war mutig und richtig.
Es würde zeigen, dass wir alle fest an der Seite Israels stehen.

Aber gut, man kann und darf anderer Meinung sein und diese aucch äußern.

Aber so wie in diesem Text?

Ich denke, das schadet deiner Reputation als Dichter, Erich Kykal.

Grüßle Leuchtfeuer.

Geändert von Leuchtfeuer (08.12.2017 um 09:42 Uhr)
Leuchtfeuer ist offline  
Alt 08.12.2017, 06:38   #6
Thomas
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Liebes Leuchtfeuer,

so einfach gestrickt wie du es hier präsentierst, ist die Sache natürlich nicht. Das Problem ist doch, dass da jemand gewählt wurde, von dem man hofft, dass er seine Wahlkampfversprechen NICHT einhält.

Wenn du Trump als "mutig" bezeichnest, kommen bei mir Zweifel an deiner Urteilsfähigkeit auf. Ist es mutig, wenn der Stärkere dem Schwächeren einfach mal so in die Fresse haut?

Und die Agrumentationweise "Andere haben ja auch..." ist typisch für ideologisch Verbohrte und geht mir noch mehr auf den Senkel, als wenn jemand ein Schimpfwort benutzt. Falls meine Kritik an Erichs Wortwahl deinen Nachtret-Kommentar initiiert hat, bedauere ich, dass ich überhaupt etwas gesagt habe.

Damit zurück zum Thema. Erich hat mit seinem genervten Aufschrei natürlich recht, und ich könnte noch weitere Punkte hinzufügen. Wer z. B. braucht einen Krieg in Korea? Usw.

Liebe Grüße
Thomas
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Thomas ist offline  
Alt 08.12.2017, 09:41   #7
Leuchtfeuer
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Ein Nachtret-Kommentar, mein lieber Thomas, ist höchstens deiner, und zwar ein recht übler.

Du kannst doch nicht allen Ernstes glauben (und dann auch noch aussprechen), dass "man" hofft, dass ein Politiker seine Wahlversprechen NICHT einhält.
Erstens: Wer ist "man"?
Zweitens: Wer so etwas aussagt, der kann bezüglich der Urteilsfähigkeit ander und ihrer Einlassungen nicht ernst genommen werden.

Natürlich ist die Sache nicht so einfach, wie von mir dargestellt. Es sollte auch nur eine kurze Notiz sein, kein Roman.
Zudem schrieb ich, dass jeder anderer Meinung sein dürfe, was ich auch dir zugestehe, du mir aber anscheinend nicht. Du solltest dich schämen.
Ich gehe hier und heute mit dir eine Wette ein, dass Jerusalem als Israels Hauptstadt sowohl von Deutschland als auch der EU noch vor dem Ende der nächsten Legislaturperiode in Berlin anerkannt werden wird.

Und was hat Korea damit zu tun?
Es klingt fast, als wollest du dort einen Krieg schon herbeireden. (Den hat man Ronals Reagon in den 80er Jahren auch schon unterstellt)

Mach dich mal Geschichtskundig, dann wirst auch du vielleicht einen anderen Blick auf die gesamte Situation bekommen.
Es wurde bereits 1995 im amerikanischen Kongress beschlossen, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei. Er wurde nur von den bisherigen Regierungen nicht ungesetzt. Und auch das hat den Frieden dort um keinen Zentimeter näher gebracht.

Ich finde, Trumps Entscheidung war richtig und wird zielführend sein.

Allerdings ist davon der Frieden im Nahen Osten nicht abhängig.
Solange sich Sunniten und Schiiten bekriegen, solange ein innersunnitischer Bürgerkrieg zwischen Dschihadisten und korrupten arabischen Autokratien währt, solange wird es dort auch keinen Frieden geben.

Aber ich entschudlige mich dafür, deinen Namen im vorigen Kommentar erwähnt zu haben, um dir bezüglich der hiesigen Ausdrucksweise zuzustimmen.
Ich werde das umgehend korrigieren, dann brauchst du auch kein schlechtes Gewissen mehr für deine erste Aussage zu haben.

Für die zweite allerdings schon, denn es lag kein Grund vor, mich derart anzugehen, ich habe m,ich sowohl höflich geäußert als auch tolerant bezüglich anderer Meinungen ausgedrückz.

Es lag also kein Grund für DEINEN Nachtritt vor.

Grüßle Leuchtfeuer
Leuchtfeuer ist offline  
Alt 08.12.2017, 11:43   #8
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi Felix!

Mich wundert, dass dein Gutmenschenkomplex sich nicht auch noch für die armen Ratten stark macht - höchst unterschätzte hochintelligente Gemeinschaftstiere, anpassungsfähig und schlau, und bei weitem nicht so "dreckig" wie von den Menschen gern hingestellt, wenn sie - so wie ich - einen griffigen Vergleich suchen, der nicht in politischer Korrektheit ersäuft!


Hi Leuchtfeuer!

Beispiele lassen sich für jede Ansicht genug finden oder hinbiegen. Meine Ansicht ist eben, dass Typen wie Trump, Erdogan, Kim Jong Un, Putin und Konsorten es durchaus verdient haben, auch politisch unkorrekt beschimpft zu werden.
Diesmal hat es eben Trump erwischt, ein andermal werde ich Erdogan als herrschsüchtiges und korruptes Arschloch bezeichnen, Putin als abgefeimte Schlange und hinterhältigen Skorpion, oder Kim als jämmerlichen Wichser, der seine Impotenz mit Raketenstarts kompensiert.
Wenn ich jemanden nicht mag und so richtig Scheiße finde, habe ich keine Lust, auf die Empfindlichkeiten professioneller Besorgttuer Rücksicht zu nehmen! Dass ich da nicht "fair" bin, ist mir schon klar - ich will eben meinem Ärger Luft machen, und das geht nun mal SO -und nicht mit betulichem, "pädagogisch wertvollem" Zeigefingergewackel, das ständig Rücksicht auf irgendwelche auch nur marginal möglichen Empfindlichkeiten nimmt.

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"Politische Korrektheit", das war einmal ein gut angedachter Plan, um Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten der Sprache und Gesellschaft zu beheben. Mittlerweile darf sich JEDER in einer potentiellen Opferrolle suhlen und mit dem Kadi winken, wenn er sich auch nur ansatzweise "unangenehm berührt" fühlt. "Buhuu, der da war gemein zu mir, Frau Lehrerin!" - wollen wir wirklich diese Art Menschen heranbilden?
Aber hat es wirklich etwas gebracht? Gibt es keinen Rassismus mehr, bloß weil man nicht mehr "Negerküsse" sagen darf? Man streicht das Wort aus Kinderbüchern und tut so, als wäre damit alles in Ordnung - dabei sollte man zu Mündigkeit und Verantwortlichkeit erziehen, indem man das Wort belässt und den Kindern erklärt, warum man das einst sagen konnte und heute nicht mehr!

Jedesmal, wenn mir einer mit dieser Betulichkeitsmasche gekränkten Gutmenschentums daherkommt, wenn ich mal auf die Kacke hauen will, dass es ordentlich spritzt, könnte ich das Kotzen kriegen - Was tut solche Huchschreier eigentlich, wenn wirklich mal ein paar Neonazis vor ihrer Haustür stehen und rufen: "Wir scheißen auf deine philosophische Aufgeklärtheit, du Opfer!" - Gehen die dann raus, machen "Tzs-Tzs!" und sagen: "Das war aber gar nicht nett formuliert! Zivilisiert euch doch, dann diskutieren wir das verbal korrekt aus!"? Ich denke nicht. Ich glaube eher, sie haben sich so lang selbst "zivilisiert", bis sie nur noch "Opfer" sein konnten! Sie werden hilflos nach jemandem schreien, der noch auf die Kacke hauen kann. So schaut's aus!



So, jetzt hab ich mich "politisch unkorrekt" ausgerotzt - jetzt können wir wieder einen auf Pille-palle machen und uns alle lieb haben!
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Geändert von Erich Kykal (08.12.2017 um 13:09 Uhr)
Erich Kykal ist offline  
Alt 08.12.2017, 12:56   #9
Thomas
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Lieber Erich,

ist dein Schimpfen nicht ganz unangemessen? Sollten wir uns nicht froh und glücklich schätzen, solche ein Leuchtfeuer im Forum zu haben, dessen Geistesgröße uns alle überstrahlt? Ich jedenfalls komme mir nach seiner Antwort auf meinen Kommentar so klein und unwissend vor, dass ich vor so viel Erleuchtung fast auf die Knie fallen möchte. Ich rate auch dir zu mehr Demut. Dein Gedicht solltest du in eine Lobeshymne auf Trump undichten, vielleicht unter dem auch jahreszeitlich passenden Titel "Leuchtfeuer über Jerusalem".

Liebe Grüße
Thomas
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Alt 08.12.2017, 19:56   #10
Felix
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Hallo Thomas,
" Erich hat mit seinem genervten Aufschrei natürlich recht" - sprechen wir noch vom gleichen Gedicht?
Das kraftlose Genöhle verkommt durch die Vertierung eines Menschen zur Ratte
zu einem niveaulosen Stammtischgeblubber.
Es macht (natürlich musste Erich ein "erklärendes" Gedicht nachschieben) einen großen Unterschied, wenn ich "blöder Hund" oder "Schweinebacke" sage oder ob ich im Nazijargon vom Leder ziehe.
Felix
Felix ist offline  
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