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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 12.05.2009, 11:39   #1
Chavali
ADäquat
 
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Ort: Magdeburg - die Stadt Ottos des Großen
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Standard An deinem Grab


Ich steh voller Ehrfurcht vor deinem Grab.
Du bist meine Mutter, das ändert sich nie.
Ich denke an dich nur in Melancholie.
Da senk ich den Blick in die Erde hinab.

Vergessen hab ich, dir etwas zu sagen.
Nun ist da nur eines, was mir noch blieb:
Der Stein. Darauf steht: Ich habe dich lieb.
An allen diesen gemeinsamen Tagen.

Ich gehe und wende mein Aug' nicht zurück.
So bleibst du mir fern und doch immer nah.
Nach vorn in die Welt zeigt mein trauriger Blick.

Ich will nicht dran denken, was damals geschah,
doch Teile des Lebens sind vom Schatten ein Stück.
Ich will daran glauben, was ich in dir sah.

__________________

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Alt 14.05.2009, 18:09   #2
Leier
gesperrte Senorissima
 
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Standard

Liebe Chavali,


ein Sonett, das ganz tief innen anrührt!
Und dazu noch meisterlich gestaltet mit den herrlichen umarmenden Reimen.
Ich sag mal ganz lapidar:

Groß!

Lieben Gruß
von
cyparis
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Alt 14.05.2009, 18:23   #3
Medusa
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Ort: Berlin
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Liebe Chavali,

ein sehr starker, wehmütiger Text, der aufmerksam und nachdenklich macht, aber die schönen Erinnerungen nicht unerwähnt lässt.

Als Sonett geht Dein Gedicht nicht durch, was jedoch bei diesem Inhalt völlig unerheblich ist.

Sehr gut gelungen.
Viele liebe Grüße,
Medusa.
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Alt 14.05.2009, 22:15   #4
Leier
gesperrte Senorissima
 
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@ Medusa:


Sonett ist dies Gedicht nicht?

4,4,3,3 -
Reime einwandfrei..

w o hapert es Deiner Meinung nach?
Hat es mit der Silbenanzahl zu tun?
Aufschwung? Abschwung? Jambus? Trochaeus? Rochus?

Du gehst doch mit andren Gedichten (auch) nicht so streng ins Gericht!


@ Chavali....

Tränen!


Grüße
von
cyparis
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Alt 15.05.2009, 11:06   #5
Seeräuber-Jenny
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Ahoi Chavali,

auch mich berührt dieses liebevolle und traurige Gedicht für deine Mutter sehr.

Ich habe es ebenfalls als makelloses Sonett gelesen. Deshalb würde mich interessieren, liebe Medusa, warum es nicht so ist.

Liebe Grüße
Seeräuber-Jenny

Geändert von Seeräuber-Jenny (15.05.2009 um 11:30 Uhr)
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Alt 15.05.2009, 12:01   #6
Chavali
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Ort: Magdeburg - die Stadt Ottos des Großen
Beiträge: 10.545
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Meine Lieben,

ich glaube, es wird Zeit, dass ich endlich antworte


Liebe cypi,
Zitat:
ein Sonett, das ganz tief innen anrührt!
Und dazu noch meisterlich gestaltet mit den herrlichen umarmenden Reimen.
Danke dir, das freut mich.

Liebe Medusa,
Zitat:
Als Sonett geht Dein Gedicht nicht durch,
Das hätte ich gern näher erläutert. Ich hatte dieses Gedicht schon einmal vor längerer Zeit an anderer Stelle vorgestellt.
Dort sagtest du auch, dass es kein Sonett wäre, weil es keine umarmenden Reime in den Quartetten habe.
Jetzt habe ich es umgeschrieben und es findet immer noch keine Gnade vor deinen strengen Augen?
Zitat:
ein sehr starker, wehmütiger Text, der aufmerksam und nachdenklich macht,
Danke, das ist ja doch noch ein versöhnlicher Einwurf und sollte eventuell schwerer wiegen
als wenn pro Zeile etwa eine Silbe fehlt


Liebe cypi nochmal,
Zitat:
Sonett ist dies Gedicht nicht?

4,4,3,3 -
Reime einwandfrei..

w o hapert es Deiner Meinung nach?
Hat es mit der Silbenanzahl zu tun?
Aufschwung? Abschwung? Jambus? Trochaeus? Rochus?
Diese Fragen hab ich mir auch gestellt...

Liebe Jenny,
Zitat:
Ich habe es ebenfalls als makelloses Sonett gelesen. Deshalb würde mich interessieren, liebe Medusa, warum es nicht so ist.
Also, Medusa, ran und Farbe bekennen
Zitat:
auch mich berührt dieses liebevolle und traurige Gedicht für deine Mutter sehr.
Danke dir, das freut mich.
Es ist auch vor allem ein endliches Loslassen. Meine Mutter war eine starke Persönlichkeit.



Lieben Dank nochmals euch allen!
Herzliche Grüße,
Chavali
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Alt 15.05.2009, 12:44   #7
Medusa
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Ort: Berlin
Beiträge: 2.211
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Liebe Chavali,

muss das denn sein? Für mich ist Dein Text überzeugend, muss es denn unbedingt ein Sonett sein? Ich krittel höchst ungern:

Ich steh (e)voller Ehrfurcht vor deinem Grab.Zehn Silben sind o.k. aber es fehlt die Diärese
Du bist meine Mutter, das ändert sich nie. o.k.
Ich denke an dich nur in Melancholie.
kein reiner Pentameter bzw. Alexandriner
Da senk ich den Blick in die Erde hinab.
Elf Silben!

Vergessen hab ich, dir etwas zu sagen. Nee:
"Ich habe vergessen, Dir etwas zu sagen"
Nun ist da nur eines, was mir noch blieb:
Zehn Silben
Der Stein. Darauf steht: Ich habe dich lieb.
Hier hast Du eine wunderschöne Hebung in der Mitte. Die Interpunktion würde ich ändern.
An allen diesen gemeinsamen Tagen. An all diesen schönen gemeinsamen Tagen
, die Betonung stimmt sonst nicht

Ich gehe und wende mein Aug' nicht zurück.
Elf Silben
So bleibst du mir fern und doch immer nah.
Zehn Silben
Nach vorn in die Welt zeigt mein trauriger Blick.
Zwölf Silben

Ich will nicht dran denken, was damals geschah,
Elf Silben
doch Teile des Lebens sind vom Schatten ein Stück.
Zwölf Silben
Ich will daran glauben, was ich in dir sah.
Elf Silben

Nee, liebe Chavali, ein Sonett ist es in der Tat nicht!

Ich krittel höchst ungern an dem Text, er ist überzeugend und tief empfunden. Warum soll das unbedingt ein Sonett sein?

Das klassische Sonett hat entweder weibliche (11 Silben) oder männliche Kadenzen (10 Silben). Es entspricht dem deutschen jambischen Pentameter oder dem barocken Alexandriner, dem sechshebigen Vers mit einer Zäsur in der Mitte.

Das Reimschema abba hast Du in den Quartetten eingehalten, cdc dcd in den Terzetten gefällt mir gut.

Poetisch erscheint es mir auch nicht stimmig: Klassisch wäre die These im ersten Quartett, die Antithese im zweiten und die Synthese in den Terzetten.

Ich glaube, Du bist auf dem richtigen Weg. Dieses Gedicht überzeugt mich technisch nicht wirklich.

Ich grüße Dich herzlich,
Medusa.
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Alt 15.05.2009, 13:33   #8
Leier
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@ medusa:

Jessas!
Sei nicht so streng.
Diuretisch bin ich jetzt rein,
diäretisch (??) aber ganz klein.
Die reine Therorie
schöpfte Gedichte nie!

These ist: Ich mag Dich..
Antithese: eigentlich nicht...
Synthese : im Grunde doch...

Conclusio:
Ich schick Dir einen Koffer "Für den kleinen Praktiker"

mit sämtlichen Schlüsseln, Schrauben und Muttern!

Kichernden Gruß
von
cyparis
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Alt 15.05.2009, 13:47   #9
norbert
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...es ist nicht die silbenzahl.
üblich ist beim sonett der fünfhebige jambus - du betonst (überwiegend) daktylisch mit drei hebungen.
macht aber nix - es ist ein durchaus gelungenes "chavalett" und wird als solches in die annalen der lyrik-geschichte eingehen...
liebe grüße
norbert
norbert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2009, 13:51   #10
Chavali
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Liebe Medusa,

ich habe wirklich große Hochachtung vor deinen Kenntnissen, aber Wikipedia und sonstige
Nachschlagewerke kann ich selber lesen.
Deine Abhandlung geht mir hier aber ein wenig zu weit.
Es ist nicht nachzuvollziehen, warum du meine Wortwahl umstellst.
Die Interpunktion ist ok, ich sehe keinen Fehler.
Wie man die Sätze einteilt, ist, wenn weder orthografisch noch grammatikalisch Fehler enthalten sind, allein Sache des Autors.

Der Witz ist erstmal folgender:
Zitat:
muss es denn unbedingt ein Sonett sein?
Hab ich das irgedwo geschrieben? Im Titel, im Text, unten als Abschluss?
Es ist mir müßig, die verschieden Formen der möglichen Sonettformen aufzuzählen.
Aber es kann nicht sein, dass du Zeile um Zeile zerpflückst und sie in deine Form einer Sonettform zu bringen, um dann am Ende festzustellen:
Zitat:
Das Reimschema abba hast Du in den Quartetten eingehalten, cdc dcd in den Terzetten gefällt mir gut.
um dann alles gleich wieder zurückzunehmen:
Zitat:
Poetisch erscheint es mir auch nicht stimmig: Klassisch wäre die These im ersten Quartett, die Antithese im zweiten und die Synthese in den Terzetten.
Das ist sehr wohl - wenn wir schon von der TECHNIK sprechen - eingehalten.
Lies den Inhalt nochmal, dann wirst du es merken, hoffentlich.
Zitat:
Dieses Gedicht überzeugt mich technisch nicht wirklich.
Ich halte es mehr mit der Lyrik und der Poesie.
Technik ist mir - entschuldige - sch...egal.



Liebe cypi,

dein Komm richtet sich an Medusa und ich kann nur komplett unterschreiben.
Danke dir nochmals.


Liebe Grüße,
Chavali

EDIT:
Huch lieber norbert
du hast geschrieben, während ich antwortete.
Zitat:
...es ist nicht die silbenzahl.
üblich ist beim sonett der fünfhebige jambus - du betonst (überwiegend) daktylisch mit drei hebungen.
macht aber nix - es ist ein durchaus gelungenes "chavalett" und wird als solches in die annalen der lyrik-geschichte eingehen...
liebe grüße
norbert
Dem hab ich nichts hinzuzufügen - außer meinem tiefen Dank für deinen Beitrag.

Ganz herzlich,
Chavali
__________________

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Geändert von Chavali (15.05.2009 um 13:54 Uhr)
Chavali ist gerade online   Mit Zitat antworten
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