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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 21.01.2011, 14:49   #1
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 2.750
Standard Nach.t.frage

Nach.t.frage


Wenn sich am leeren Fenster Sonne zeigt,
Kommt da ein Tag, ein guter neuer Morgen?
Geht sie, die Nacht, mit ihr die dunklen Sorgen,
Im schwarzen Tuch, wenn alles stumm ist, schweigt,

Wenn selbst die Dielen sich im Knistern üben?
Das erste Licht, noch fahl, färbt sich schon rot.
Das Blut des Morgens fließt, die Angst ist tot,
Die Hoffnung kommt, erst langsam, dann in Schüben,

Bricht sie sich Bahn, es sinkt die Herzfrequenz.
Das Fenster, dieser Ausschnitt aus dem Leben,
Belebt sich nun, und in der Konsequenz

Will sich die Ahnung zur Gewissheit heben:
Die Frage, die sich stellte, geht als Nacht.
So ferne sie auch scheint: Sie bleibt auf Wacht.
__________________
Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
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Alt 13.02.2011, 17:44   #2
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
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Beiträge: 2.750
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Lb. Lipiwig,

Deine Textkritik geht sehr tief, und das ehrt den Autor.

Der "neue" Morgen ist nicht silbenfüllend, das ist eine bewußte Verstärkung. Es wäre leicht durch "schöner", "frischer" etc. zu ersetzen.

S2Z2 sehe ich durchaus nicht wie Du. Das spricht sich im freien Vortrag, wie wenn es so zu sein hätte, also ohne ein vorheriges Zögern. Ich versuche weitgehend der Sprachmelodie den Vorrang zu geben und die Sache nicht durch eine Inversion zu verschlimmbessern.

Man könnte den Vers wie folgt umbauen: "So weit entfernt sie scheint." Ich werde mir das durch den Kopf gehen lassen. Danke für diesen Hinweis.

Dein Lob macht mich etwas verlegen, weshalb das Antworten ein bißchen gedauert hat.

LG W.
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Alt 14.02.2011, 14:28   #3
horstgrosse2
Gedankenspringer
 
Registriert seit: 24.04.2009
Ort: Schönbrunn
Beiträge: 190
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@Walter



Zeile zwei würde ich auf alles Fälle „guter und neuer“ tauschen, oder Vorschlag:
Bringt da der Tag, ein neuen guten Morgen

Zitat.
Wenn selbst die Dielen sich im Knistern üben?
Wenn selbst die Dielen sich mit Knistern üben?

Zitat:
Das erste Licht, noch fahl, färbt sich schon rot.
Das erste Licht, noch fahl, färbt sich gleich rot. /Deswegen, weil entweder noch fahl nicht gleich: „schon rot“ sein kann.

Zitat:
Will sich die Ahnung zur Gewissheit heben:
Schau mal, wäre das besser?
Will doch die Ahnung mir Gewissheit geben:

Gefällt Walter. Besonders: Das Blut des Morgens fließt, die Angst ist tot,

Geändert von horstgrosse2 (14.02.2011 um 17:35 Uhr)
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Alt 19.02.2011, 14:04   #4
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
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Beiträge: 2.750
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Lb. Horst,

danke für Deine vielen Vorschläge:

(1) "mit" statt "im" Knistern:
Die Dielen über das Knistern, also "im".

(2) "gleich" statt "schon" rot:
Das "schon" heißt, jetzt beginnt das Färben. Wenn man den Text weiterliest, wird klar, daß das "schon" die richtige Wahl ist.

(3) Das Gedicht ist unpersönlich gehalten. Deine Variante würde dies kurz vor Schluß ändern.

Schön, daß es Dir trotzdem gefallen hat!

LG W.
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