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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 20.01.2016, 14:44   #1
Laie
Erfahrener Eiland-Dichter
 
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Registriert seit: 17.11.2015
Ort: Oberpfalz
Beiträge: 445
Standard Wir lehnten tief in unsren Stühlen

Wir lehnten tief in unsren Stühlen,
als sich der Abend mit den kühlen,
vertrauten Tönen purpurn beugte
und schon die Nacht das Land bezog.

Wir ließen uns vom stillen Fühlen,
von Morpheus an Gestade spülen,
wo Sternenstaub von Ewgem zeugte
und nichts in unsren Blicken log.
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Alt 20.01.2016, 19:50   #2
Agneta
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wow! Ich mag diese Art Werke, die sich ganz langsam rantasten mit Bildern und dann ein ernstes Ende haben.
Für meine Begriffe klasse geschrieben.
Sehr gerne gelesen, lieber Laie.
LG von Agneta
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Alt 20.01.2016, 22:35   #3
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi, Laie!

Auch ich muss loben: Wunderschön!

Bis auf EINE Kleinigkeit: Das verkürzte, verstümmelte "Ewgem" klingt fürchterlich geschraubt und pathetisch abgehoben - da würde ich über einen anderen Terminus nachdenken!

Vorschläge: "von Großem", "von Liebe", ...

Oder die ganze Zeile umschreiben.

Bis auf dieses eine Wort sehr gern gelesen!

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.
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Alt 21.01.2016, 02:27   #4
Lailany
Kiwifrüchtchen
 
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Beiträge: 921
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Kia ora Laie,
kann mich den Vorkommentatoren nur anschließen. Sehr schön und poesievoll.
Auch kann ich Eky nur beipflichten, "ewgen" ist ....... iiiiiigitttt! So ein Unwort verschandelt ratzfatz einen ausgezeichneten Text.
Vorschlag: Warum nicht eine Eigenkreation schaffen? Vllt:

"wo Sternenstaub von Ewig zeugte"

Sehr gern gelesen und besenft.

LG von Lai
__________________
.................................................. ...........................................
"Manchmal ist es so demütigend, ein Mensch sein zu müssen..." Erich Kykal
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Alt 21.01.2016, 08:12   #5
wolo von thurland
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Hallo laie

Dein Gedicht ist ganz Reim und Klang. Der Inhalt ist, wenn wir ehrlich sind, ein Dutzendding aus der Lyrikmottenkiste.
Deshalb würde ich, ohne mit der Wimper zu zucken, beim "Ewgen" bleiben, ich finde das um keinen Grad "schlimmer" als Zeilen 5 und 6, welche stilistisch wie semantisch die Grenzen des guten Geschmacks, wie ich sie empfinde, eher stärker testen.
Ich meine aber, hier ist gar nichts "schlimm", weil die schöne, kompakte Form zählt.
Ausserdem ist ja die Dramaturgie des Gedichtes so angelegt, dass die anfängliche Bildhaftigkeit sich langsam zu Schwülstigkeit und phrasenhafter Schaumschlägerei steigert, bevor sie mit der letzten Zeile auf einmal wieder wunderschön auf zwei verliebte Wesen im Liegestuhl fokussiert, mehr noch, auf ihre Blicke.
Für mein Lesegefühl würde statt "Ewgen" ein "Weltall" den Dienst auch gut tun, weil "das Weltall" für mich näher am "Ewgen" wäre als z.B. "das Grosse" oder "das Ewig", und die Liebe? Na, die Liebe möchte ich mir doch gerne für diese famose letzte Zeile aufheben, wo sie in den Blicken der beiden viel stärker zum Ausdruck kommt, als wenn man sie nackt und hart benennt.

Ein Text, der gestalterische Wege weist.

Schönen Tag
wolo
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Alt 21.01.2016, 09:56   #6
Laie
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Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für die Kommentare, Meinungen und Anregungen!

Ich habe jetzt einige Zeit überlegt und werde "von Ewgem" wohl in "von Weiten" ändern. Eure Vorschläge waren nicht schlecht, aber sie gingen mir zu wenig in Richtung "Unendlichkeit".

Über S2V1,2,3 lässt sich ob der Schwülstigkeit streiten, das kann ich nachvollziehen.

Grüße,
Laie
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Alt 21.01.2016, 10:22   #7
wolo von thurland
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Nein, nicht streiten. Es passt so.
Mit Weiten kann ich so gut leben wie mit dem Ewgen (was lustigerweise die Aussprache von Eugen, dem wohlgeborenen, in anderen Sprachen ist...)
w.
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Alt 21.01.2016, 10:38   #8
charis
/ Bil-ly /
 
Registriert seit: 02.10.2015
Beiträge: 435
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weil ich ja schon zu diesem Gedicht aaO schrieb:

Ich finde auch, dass es zwar schwülstig ist, aber in die Dramaturgie passt - auch wenn dir das einfach passiert ist wie ich aus deinem Kommentar lese - was ja sehr ok ist. Ich denke dichterische Intuition ist wichtiger als strenges Behirnen, das spürt man dann oft und das Gedicht spricht nicht mehr emotional an. Deines tut das aber! Und ich bin sowieso ein Fan der romantischen Lyrik und vor allem der Vermischung mit "moderner Sprache".

Du kratzt ja auch die Kurve: Der letzte Vers - oder auch die davor - verhindern, dass die Strophe kitschig wirkt.

Ich kann mit dem einem wie dem anderen "großen Wort" hier auch gut leben (obwohl natürlich unwichtig ist, ob ich damit leben kann ) Es wirkt nicht wie ein Allgemeinplatz, sondern eher wie ein Abschweifen der Gedanken, wo sie dann nicht mehr wie die Affen herumspringen, sondern zur Ruhe kommen.

Lieben Gruß
charis

Geändert von charis (21.01.2016 um 10:42 Uhr)
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Alt 21.01.2016, 15:50   #9
Chavali
ADäquat
 
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Ort: Magdeburg - die Stadt Ottos des Großen
Beiträge: 11.336
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Hallo Laie,

wer deine Texte mag, kommt auch an diesem nicht vorüber

Auch hier dieses wenig verwendete Reimschema aabc in beiden Strophen, das mir gut gefällt.
Und zwar genauso, wie es ist. Da hier sowieso eine lyrisch-dramatische Sprache verwendet wird,
würde ich auch hier nichts ändern.
Jede Änderung würde eine Auskopplung daraus sein und nicht mehr passen, da zu pragmatisch (diverse Vorschläge).

Falls du aber doch änderst, will ich hier mit einer Kopie den Urtext bewahren
Zitat:
Wir lehnten tief in unsren Stühlen,
als sich der Abend mit den kühlen,
vertrauten Tönen purpurn beugte
und schon die Nacht das Land bezog.

Wir ließen uns vom stillen Fühlen,
von Morpheus an Gestade spülen,
wo Sternenstaub von Ewgem zeugte
und nichts in unsren Blicken log.
Sehr gern gelesen von
Chavali
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Trauer ist Schwerstarbeit für die Seele. (Uta Schlegel-Holzmann)
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Alt 23.01.2016, 17:40   #10
Laie
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Beiträge: 445
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Hallo ihr

Habt alle Dank für eure Kommentare! Nur dadurch kann ich mich verbessern und entwickeln

@charis: Meine Gedichte passieren meistens einfach so. Ich muss gestehen, dass ich nicht sehr über Dramaturgie, Zäsuren oder anderes nachdenke. Ich versuche nur mit meinem geringen Wissen ein Versmaß einzuhalten. Ob ein Gedicht gut wird oder nicht, hängt somit vom Zufall ab

@Chavali: Freut mich, dass du anscheinend Fan meiner Texte bist Das Gedicht werde ich so lassen, wie es ist


Liebe Grüße,
Laie
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