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Bei Vollmond Phantastisches und Science Fiction

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Alt 06.12.2011, 16:55   #1
ginTon
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Standard Paradiesfühlung

Paradiesfühlung

Doch … jeder sucht in seinem dunklen Keller
nach irgendetwas -..........süßer Schokolade,
den Freizeitpark, das Los, den vollen Teller:
ich habe Hunger, ja, vielmehr als ich es sage.

War dort ein Baum, so kann ich ihn jetzt sehen,
die Kirsche blüht, posiert auf meinen Wegen.
Ich fokussiere: hinterm Blatt Schattenlibellen,
sie flattern dort, ich kann das Bild nicht mehr
benennen.

Und wie sie wieder in den Himmel jagen,
den Sexualakt; Ach ins Blaue treiben!
versuchen wir das Bild vom Paradies zu halten:
Schau, ein Insekt will mir das Beten zeigen.
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Nicht im Schreiben liegt die Schwierigkeit, sondern darin, so zu leben, dass das zu Schreibende ganz natürlich entsteht (Jaccottet)

Geändert von ginTon (30.12.2011 um 17:30 Uhr)
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Alt 07.12.2011, 19:17   #2
Chavali
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hi ginnie,

ein seltsamer Traum.
Wörtlich darf man die Worte wohl nicht nehmen, es sind wohl mehr Vorstellungen davon,
was einem fehlt und was man gern für sich hätte.
Zitat:
Doch … jeder sucht in seinem dunklen Keller
nach irgendetwas -..
Das ist gut formuliert.
Einen dunklen Keller hat wohl jeder, in dem Wünsche und Geheimnisse gut verpackt aufbewahrt liegen.
Zitat:
War dort ein Baum, so kann ich ihn jetzt sehen,
die Kirsche blüht, posiert auf meinen Wegen.
Ich fokussiere: hinterm Blatt Schattenlibellen,
sie flattern dort, ich kann das Bild nicht mehr
benennen.
Das sind Traumbilder, interessant genug und aufschlussreich,
sodass sich vielleicht ein Traumdeutungsforum lohnen würde

Die letzte Strophe treibt den Traum auf die Spitze - hier mal ein Link dazu:
Träume


Gern gelesen und besenft hat mit lieben Grüßen
chavi


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Trauer ist Schwerstarbeit für die Seele. (Uta Schlegel-Holzmann)
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Alt 07.12.2011, 21:12   #3
ginTon
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hi chavilein

Zitat:
ein seltsamer Traum. Wörtlich darf man die Worte wohl nicht nehmen, es sind wohl mehr Vorstellungen davon, was einem fehlt und was man gern für sich hätte.

Zitat:
Doch … jeder sucht in seinem dunklen Keller
nach irgendetwas -..


Das ist gut formuliert.
Einen dunklen Keller hat wohl jeder, in dem Wünsche und Geheimnisse gut verpackt aufbewahrt liegen.
Ja ein seltsamer Traum war es schon, aber auch einer mit den bisher schönsten Bildern. Der Keller steht im Traum für das Unbewusste, welches schon sehr tief verweilt. Wünsche, Geheimnisse ja, da hast du Recht, die Schubladen genau.

Zitat:
War dort ein Baum, so kann ich ihn jetzt sehen,
die Kirsche blüht, posiert auf meinen Wegen.
Ich fokussiere: hinterm Blatt Schattenlibellen,
sie flattern dort, ich kann das Bild nicht mehr
benennen.


Das sind Traumbilder, interessant genug und aufschlussreich,
sodass sich vielleicht ein Traumdeutungsforum lohnen würde
Stimmt, wäre vllt eine Idee mit dem Forum. Ich habe mir Literatur besorgt und führe ein Traumtagebuch, wobei ich die Traumsequenzen dann oft analysiere. Tatsächlich wird geraten, dass ein jeder selbst seine Träume deutet, da jeder sein Leben (bewusst) selbst am besten kennt und Rückschlüsse ziehen kann. Manche Träume denke ich kombinieren auch in die Zukunft und zeigen dir Prognosen, was sein kann/könnte etc. Ich denke auch, dass Träume nicht nur Wünsche zeigen, sondern auch urteilsfrei Situationen etc am besten aufzeigen. Der Kirschbaum war eines der schönsten Bilder, die ich bisher sah. Dieses Bild kommt dem sehr nahe (Kirschbaum), wobei die Kirschblüten rosa waren und der Himmel unbeschreiblich blau (wie bei Bosch, nur das Blau war einheitlich und ohne Nuancen) und lauter Libellen und Schmetterlinge etc.pp. So versinnbildlicht die Kirschblüte als Bsp. immer den Neubeginn, die Liebe, Herzlichkeit, die zu einem Neubeginn ermutigt.

Der link, wow, ja, dass trifft den Kern des Traumes ins Schwarze, danke chavilein oh man die Seite ist klasse, so was lese ich ehrlich gesagt sehr gerne

habe mich sehr gefreut liebe Grüße ginnie
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Geändert von ginTon (07.12.2011 um 21:27 Uhr)
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Alt 08.12.2011, 19:38   #4
a.c.larin
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hallo ginton,

ich finde, das ist eins deiner besonders guten gedichte.
obwohl es nicht durchgängig reimt, klingt es aber genau so - das muss wohl an den zaubrischen bildern liegen, die es untermalen!

der traum, sagt sigmund freud, sei die "via regia" ins unbewusste.
darum passt auch der titel sehr gut dazu.

(obwohl ich mich ja zunächst verlesen hatte, und dort "paradeisfüllung" für mich zu lesen stand! oh sigmund , sigmund - was für eine fehlleistung! )


aber gleich ob paradeisfüllung oder paradiesfühlung - hauptsache, man geht nicht leer aus!

gernst gelsen,
larin
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Alt 14.12.2011, 14:46   #5
ginTon
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hallo larin,,

Zitat:
ich finde, das ist eins deiner besonders guten gedichte.
obwohl es nicht durchgängig reimt, klingt es aber genau so - das muss wohl an den zaubrischen bildern liegen, die es untermalen!
Merci, danke dir, dass freut mich.

Zitat:
der traum, sagt sigmund freud, sei die "via regia" ins unbewusste.
darum passt auch der titel sehr gut dazu.
Ja, dass ist interessant. bzw. der Traum ist Teil des Unbewussten wäre auch möglich. Gerade hinsichtlich der Sortierung und Ordnung bzw. der Wiederholung bewusster Inhalte scheint das Ganze fast wie ein Einschleifprozess zu fungieren. Warum das Ganze jedoch oft in archetypischen Bildern von sich geht, also verschlüsselt ist schon interessant. Vllt liegt es an der Unterscheidung zwischen Denkprozessen und sagen wir Bewegungsformen, sprich Handlungen, auch beim Träumen. Interessantes Thema.

Zitat:
(obwohl ich mich ja zunächst verlesen hatte, und dort "paradeisfüllung" für mich zu lesen stand! oh sigmund , sigmund - was für eine fehlleistung! )


aber gleich ob paradeisfüllung oder paradiesfühlung - hauptsache, man geht nicht leer aus!
Mmh schon ein eigenartiger Neologismus, was du da alles liest bzw verliest .

danke für den Kommentar...liebe Grüße gin
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