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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 29.12.2017, 19:05   #1
Felix
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 20.11.2016
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 433
Standard Sonettflüchter

Ich bin vor den Sonetten stets geflohen,
zu sehr gekünstelt muss sich meine Zunge
dem fremden Rhythmus beugen und der Lunge
gelingt es nicht, die lyrisch schönen, hohen

Gesänge eines Shakespeares nach zu singen.
Betrübnis schleicht sich ein in meine Seele,
ach, könnte ich doch auch aus voller Kehle
wie Nachtigallen oder eine Lerche klingen.

Mir werden nie so nette Rilketöne,
wie‘s andern hundertfach gelingt, entfahren,
und alles Gute, Große, wahrhaft Schöne,

das muss Petrarca meisterhaft bewahren,
vielleicht noch seine selbsternannten Söhne.
Ich werde mir Sonette strikt ersparen.
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Alt 04.01.2018, 11:02   #2
syranie
Krebs
 
Registriert seit: 12.02.2009
Ort: Schleswig - Holstein
Beiträge: 2.335
Standard

Lieber Sonettflüchterzüchter

Ich schleiche schon die ganze Zeit um dieses Werk. Antiwerk, aber dennoch ein Sonett.

Schick geschrieben und klar in der Aussage.

Ich habe Petrarca gekugelt, und gesucht, ob der ein Sonett hat. Ich habe nichts gefunden. Das Netz ist unergründlich....

Liebe Grüße sy

Ich wünsche für das Neue Jahr: Gesundheit auf das du den Humor nicht verlierst, und Sonnenschein!
__________________
Erich Kykal Katzenmorgen --- Lailany Wilde Pferde

© auf alle meine Texte


Auch der Ozean besteht aus einzelnen Tropfen.
William Butler Yeats (1865 - 1939)

Ich schreibe Gedichte, weil ich sie verschenken möchte.
syranie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2018, 18:08   #3
Felix
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 20.11.2016
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 433
Standard

Liebe Syranie,
nicht immer wird man bei Google fündig. Petrarcas "Canzoniere" z.B. sind ein Gedichtzyklus von 366 Gedichten; davon sind 317 Sonette.
Hier eines seiner Sonette:

Zum Krieg zu schwach, kann ich nicht Frieden finden,
Ich fürcht’ und hoffe, frier’ und glüh’ im Brande,
Zum Himmel flieg’ ich, schmacht’ im Erdenlande,
Nichts haltend, möcht’ ich doch die Welt umwinden.

Sie, die mich fesselt, will mich weder binden,
Noch halten, noch auch lösen meine Bande —
Mich flieht der Tod — des Lebens Hoffnung wandte
Sich von mir, seit sie Amor hieß verschwinden.

Ohn’ Augen seh’ ich, weg sind Sprach’ und Töne,
Um Hilfe rufend, wünsch ich zu verderben,
Mir selber untreu, bin ich ihr ergeben;

Vom Schmerze leb ich, lache bei der Träne,
Gleich schrecklich ist mir Leben, ist mir Sterben,
So ist durch dich, o Laura, jetzt mein Leben.

Petrarca dürfte zu den bedeutenstens Dichtern Italiens gehören und ich bin sicher, dass auch Wikipedia und/oder Google etwas bereit halten.

Fürs "schick geschrieben" vielen Dank, aber an die Großen (die mir gerade so einfielen) Petrarca, Shakespeare und Rilke komme ich bei weitem nicht ran.

Auch Dir ein wunderbares Jahr!

Liebe Grüße,
Felix

Geändert von Felix (05.01.2018 um 12:34 Uhr)
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