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Bei Vollmond Phantastisches und Science Fiction

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Alt 14.02.2018, 16:31   #1
Chavali
ADäquat
 
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Standard Schlaflose Nacht


Mitternacht. Wie still es ist!
Der Mond versteckt sein Angesicht.
Etwas klopft... Ist es mein Herz?
Was gibt ihm eine letzte Frist,
wer tröstet es in seinem Schmerz?
Die Kirchturmuhr schlägt drei.
Wann ist die Nacht vorbei?
Da hör ich durch den Fensterspalt
der Vögel Singsang, nah am Wald.
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Trauer ist Schwerstarbeit für die Seele.
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Alt 14.02.2018, 22:26   #2
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Beiträge: 7.086
Standard

Hi Chavi!

Ein schönes Gedicht - schmerzvolle Nacht mit versöhnlich-tröstlichem Ausklang, der Hoffen macht.

Allerdings scheint die Zeit zu fliegen: Zu Beginn ist es Mitternacht, fünf Zeilen weiter schon drei, und gleich darauf zwitschern schon die Vögel den Morgen ein! Zeitraffernacht!

Mitternacht. Wie still es ist!
Der Mond versteckt sein Angesicht.
Etwas klopft... Ist es mein Herz?
Was gibt ihm eine letzte Frist,
wer tröstet es in seinem Schmerz?
Die Kirchturmuhr schlägt drei.
Wann ist die Nacht vorbei?
Da hör ich durch den Fensterspalt
der Vögel Singsang, nah am Wald.

XxXxXxX
xXxXxXxX
XxXxXxX
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xXxXxXxX
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xXxXxX
xXxXxXxX
xXxXxXxX

Wie du siehst, haben zwei Zeilen betonten Auftakt, und zwei sind nur dreihebig.

Interessanterweise scheint das dem Text nicht zu schaden. Die Abweichungen fügen sich wohlwollend in die Sprachmelodie, verleihen dem Text sogar erzählerische Dichte und emotionalen Ausdruck.

Dennoch kann ich als alter Erbsenzähler nicht umhin, eine dem dominanten Schema angeglichene Version zu versuchen. Nenne es einen inneren Zwang ...

Die Mitternacht. Wie still es ist!
Der Mond versteckt sein Angesicht.
Was klopft so wild - ist es mein Herz?
Was gibt ihm eine letzte Frist,
wer tröstet es in seinem Schmerz?
Die ferne Kirchturmuhr schlägt drei.
Wann ist die wunde Nacht vorbei?
Da hör ich durch den Fensterspalt
der Vögel Singsang, nah am Wald.

Ich kann mir nicht helfen - mir ist Lyrik eben so lieber: Schön im Gleichtakt oder zumindest in harmonischem, gleichbleibend definiertem Wechsel. Beachte es gar nicht, ich hab das nur für mich gemacht ... - so ähnlich wie Sheldon Cooper, der sein Anklopfritual immer dreimal wiederholen muss ...

Sehr gern gelesen!

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.
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Alt 15.02.2018, 10:40   #3
Chavali
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Beiträge: 10.781
Standard

Servus, Erich,

deine Version ist sicher metrisch superperfekt - aber leider gefällt sie mir gar nicht
Nun, du schriebst ja auch, dass ich sie nicht beachten solle, dass es nur eine Spielerei deinerseits ist.

Sheldon Cooper musste ich erstmal googeln, ich konnte mir nicht vorstellen, dass der ein Literat ist
und siehe da: ein TV-Held

Du hast meine Version verixt, das sehen wir ja kaum noch in den Foren, ist aber immer wieder interessant.
Ja, ich hatte das auch gemacht (im Kopf) - bin dann aber zu der gleichen Schlussfolgerung gelangt wie du:
Zitat:
Interessanterweise scheint das dem Text nicht zu schaden. Die Abweichungen fügen sich wohlwollend in die Sprachmelodie,
verleihen dem Text sogar erzählerische Dichte und emotionalen Ausdruck.
Danke ich freu mich sehr über dein Urteil.

Liebe Grüße,
Chavi
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Alt 15.02.2018, 11:26   #4
syranie
Krebs
 
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Ort: Schleswig - Holstein
Beiträge: 2.335
Standard

Liebe Chavali,

Dieses Gedicht hat mich angesprochen. Es klingt durch seine "Unwuchten"
*mein Favorit*authentisch und es erzählt von der Schlaflosigkeit. Es lässt an wache Grübelnächte denken, Gespinste, echte Schrecken und Dämonen. Du bist hier in der "Vollmondabteilung", von daher fallen mir die Ungeheuer des Lebens ein.

eKys Fassung finde ich auch gut. Sheldon Cooper ist eine Figur bei "The big Bang Theorie", ich sehe die Serie sehr gerne, weil dort die "Klugen" unfähig sind, die simpelsten Dinge im Leben zu bewältigen. Ich hoffe eKy zieht sich nun nicht den Schuh an, Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Ich habe deine Worte sehr gerne gelesen, weil sie dir Schrecken der Nacht beschreiben und weil am Ende der Morgen naht und die Vögel zwitschern. Das suggeriert Hoffnung

Liebe Grüße sy

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Auch der Ozean besteht aus einzelnen Tropfen.
William Butler Yeats (1865 - 1939)

Ich schreibe Gedichte, weil ich sie verschenken möchte.
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Alt 15.02.2018, 15:07   #5
Chavali
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Beiträge: 10.781
Standard

Liebe syranie,
Zitat:
[...]weil am Ende der Morgen naht und die Vögel zwitschern. Das suggeriert Hoffnung
ja, ich habe mal versucht, ein wenig Zuversicht anklingen zu lassen.
Zitat:
Dieses Gedicht hat mich angesprochen.
Das freut mich und ich danke dir fürs Lesen und Kommentieren

Lieben Gruß,
Chavali
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