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Alt 21.02.2009, 22:00   #61
ginTon
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Der Schalk

Quäl der Quälgeist, nur mit zaudern,
ist er denn nicht zu bedauern?
Spricht mal weise, mal verwirrt,
haspelnd, stolpernd, mal verirrt.

Ach du kleine wilde Plage,
mal korrekt und mal Gehabe,
weckt er dann mit seinem Lachen,
mal die Hitze, mal den Schatten.

Und dann springt er und Gekicher
und er hofft und ist sich sicher,
liegen, fliegen, bißchen singen:
Übertreibung machts Gelingen.

Schalk der Schalke tritt herbei,
dir ist alles einerlei!
Nimm die Ratte und den Hund
mit zurück zum Höllenschlund.
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Nicht im Schreiben liegt die Schwierigkeit, sondern darin, so zu leben, dass das zu Schreibende ganz natürlich entsteht (Jaccottet)
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Alt 21.02.2009, 22:02   #62
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Vater unser,

Vater kannst du meine Qual erlösen?
Ich war froh und Schritt durch dieses Land,
doch zählt Gut nun als die Saat des Bösen:
Streck mich nieder mit des Schwertes Hand!

Vater, ja ich bin des Kampfes müde!
Alles was geschieht, es scheint verkehrt,
will doch nur das Beste und dann kriege
ich statt Lachen nur den tiefen Schmerz!

Vater, nimm mich mit in deine Höhen,
wo kein Wort und keine Tat mehr zählt,
denn gerecht sein und nach rechtem Streben,
bleibt in diesem Leben mir verfehlt!

Vater unser der du bist im Himmel,
schenk mir Freude und kein Kampfgetümmel!
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Alt 21.02.2009, 22:09   #63
ginTon
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O Vater!

- O Vater, mein Vater!
Nimm zu dir mich Diener,
denn schmerzvoll mein Dasein
und fallend die Lieder.-

- Ach Junge, mein Junge!
Nicht weinen, nicht weinen!
Gerecht ist dein Dasein
im Nimmertal, Leiden. -

- Was soll ich, ach soll ich,
denn ohne sie machen?
Das Schicksal treibt Scherze.
Ich will mit ihr Lachen! –

- Du sollst sie, du sollst sie
nicht drängen! Nicht drängen!
Sie braucht ihre Ruhe
und nicht das Einengen. –

- Ich weiß doch, ich weiß doch!
Mein Kopf flimmert Scherben.
Will lieber im Stolze
und aufrecht jetzt Sterben! –

- Ach Junge, mein Junge,
welch Unsinn du redest!
Die Zeit ist der Meister,
was du auch begehrest! –

- Ich will sie, ich will sie,
mir scheint es unmöglich! –
- Welch Unsinn du redest,
die Zeit ist nicht tödlich! –

- O Vater, mein Vater,
nimm zu dir mich Diener! –
- Nicht weinen, mein Junge,
du schreibst steigend Lieder! -
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Alt 21.02.2009, 22:12   #64
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Ich schreibe dich wund

Ich schreibe dich wund
Und leer sollst du tropfen

Damit sieben kalte Tränen entwachsen

Aus einer die Hoffnung
Ein Anker und Boden
Auf irdischem Grunde
Im Regen, verwachsen.

Die Liebe, dann werde
Und Stille rings um uns

Damit eine Träne den Boden erreicht

Die Hoffnung ein Wille
Am Halt einer Wurzel
Auf irdischem Grunde
Der friedvollen Zeit
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Alt 21.02.2009, 22:15   #65
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Eirene und Schalom

Weil du nicht bei mir warst, Eirene,
beherrschte uns ein dunkler Tag,
lag ich in Fesseln und ich läge
vermutlich noch im tiefsten Grab.

Du, mein Schalom, willst nur das Eine,
an meiner Blume dich verführn.
Nein, nein Eirene! Sieh! Ich leide
und will nur zärtlich dich berührn.

Weißt du Schalom, dass sagten alle
Und zogen mir mit ihrem Blick,
die Kleider aus und Stück für Stück
ward süßer Honig mir zur Falle.

Was redest du, Eirene, sag doch,
ich schwöre Schwert und Treue dir,
denn dieses Band ist stärker noch,
als alles Hab und Gut im Hier.

Du bist ein Schwätzer und jetzt geh!
Was sagst du denn. Ich hab dich lieb!
Es wird zur Last, wenn ich dich seh
du kleiner wilder Herzensdieb.

Was weinst du, komm ich will dich halten
Und trösten dich, es geht dir schlecht.
Nur wegen dir, denn siehst du nicht
Ich werde schwach, es ist nicht Recht.

Ach zitterst du, es wird mir weh
In deiner Stimme welche Last,
wenn ich dich quäle, dich so seh,
dann wein auch ich und sterbe fast.

Eirene, wenn du dies verlangst
Dann warte ich, ein Stück vom Glück
Und wenn dein Wort mir Frieden sagt,
dann kommt Schalom zu dir zurück.

Doch bitte rede mit mir rede,
wenn du nicht sagst, was dich bedrückt
dann wächst im Frieden Kampfesähre
und raubt mir selbst, das Stück vom Glück.
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Alt 21.02.2009, 22:17   #66
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Aphrodite

Du, die du von all den Göttern
schon immer mir die Liebste warst!
Hast gebracht mir Freud und Schmerzen,
Lust und Wonne, bitter Herzen,
im Regen stand ich, Tränen gabst!

Schaue runter! Sieh, mein Leben,
erfreuet dich mein Antlitz sehr?
Deinen Blick kann keiner weichen,
keine Bettler, Herrscher, Reichen;
Gefall ich dir? So nimmermehr!

Nimm ihn mit, es ist dein Gürtel
und sage nicht, es sei Verrat!
Wenn ich doch mehr Angst verbreite,
sie zum Fallen gar geleite;
Du gräbst mir hier mein eigen Grab!

Du, die du dort oben thronest,
du bist so himmlisch, wunderbar!
Müsste ich mich jetzt entscheiden,
werde ihr die Treue zeigen:
Mutter, Botin, Liebeszeichen,
deinem Blick kann keiner weichen;
Du bist die Süße und Gefahr!
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Alt 21.02.2009, 22:35   #67
ginTon
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Des Dichters Neigung

Sollte manches Wort erreichen,
daß von Ferne zu euch dringet,
daß der Feder kräft´ges Zeichen
eine Wohltat zu euch bringet.

Des Gedankens junge Triebe
darfst auch du jetzt sprossen lassen,
bin der König aller Diebe,
dies der Anfang, mein Erwachen.

In des Augenblickes Kürze
zeigst du mir die deine Neigung,
liegt für mich die wahre Würze
deines Handelns, meiner Preisung.

Und ich warte an der Schwelle
einer neuen Blüte Fühlung,
werd getragen von der Welle
eures Lebensweg Berührung.

Das ist mehr als ich erwarte,
mehr des Wortes ich berichte,
denn was jener einst verscharrte
zeigt sich nun im neuen Lichte.

Ach, was nützt es all der Worte
die so schnell im Raum verhallen.
Friede ruh in unsren Brüsten
Mensch ich werde, Mensch ich sei.
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Geändert von ginTon (20.10.2011 um 15:40 Uhr)
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Alt 21.02.2009, 22:40   #68
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Die Sirene

Deine Stimme ist Verlockung!
Deine Stimme, Ach sie zerrt!
Wollt ich wäre nicht gefolgt
deiner Süße, meinem Herz.

Welche Macht welch hold Gesänge
lockten mich in diesen Rausch
ward nicht Sklave, wie die Menge
die nun darbt im Totenhaus.

Leise, leise, sing dein Liedchen,
wiege mich ganz still und sanft!
Lass mich diese Ruh geniessen,
die mich führt ins ewge Land.

Dort ich wandel mit Gezeiten,
lehne mich an jenen Berg,
wo ich hörte einst die Weiten,
deines Rufes lockend Werk.

Hier ertönt auch meine Stimme
in der Nachtigallenart.
Rühme Taten und beginne
auch zu betten dich ganz zart.
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Alt 21.02.2009, 22:42   #69
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Resigniert

Seit Jahren [Suche] weggeschoben weit
weg von mir, was ihr die Liebe nennt.
Dabei hab ich mich mit der Einsamkeit
betrogen und stets den nächsten Zug verpennt.

Erst sprang ich auf, dann ist`s nicht Recht. Egal!
Greif zu! Ich hab sie extra reserviert,
für dich, nun lass mir endlich meine Ruh`,
das Leben schliff mir Spuren ins Gesicht,

die sich im Innern meterhoch getürmt.
Sie kamen wieder, doch für mich war es
zu spät. Wer bin ich denn? Ein Sklave, Diener?
Da übte ich doch lieber den Verzicht.

Vielleicht den Stolz zu dicht ans Gleis gestellt
die Angst gebannt, mit der Untätigkeit,
dass ich verletze oder sie verletzt:
Was solls im Warten liegt der Schluss und Zeit!
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Alt 21.02.2009, 22:43   #70
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Sommerschnee

Folge mir die ganze lange Nacht
durch Schluchten, Berge, hinauf, immer weiter.
Der Schnee des Sommers hält über uns Wacht,
ich schlage dich wund und fühl mich befreiter.

Vergehendes Wehen und Werden im Rausch.
Der Herr ist der Hirte, durch Nagel und Steine.
Vergeude kein Mitleid: Ich komme, nun schweige!

Brauch ich dich? Ja! Geh mit heute Nacht,
Dich immer wieder….im endlosen Weiter.
Verloren im Freebase die Jahre durchwacht
Ich büßte sei still, sei ruhig Begleiter.

Verbrennendes Leiden und stürzen im Rausch.
Der Herr unser Hirte, der hört wie ich weine.
Verbrauche kein Mitleid: Ich komme, sei leise!
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