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Alt 04.10.2017, 11:54   #1
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heimkehrerin
 
Registriert seit: 19.02.2017
Ort: im schönen Österreich
Beiträge: 336
Standard Thema Oktober I - Kleine Ode an den Herbst

Krümmt Trockenheit schon graue Borke
und knistert Laub rotbraun im Wald,
ruhn längst im Schuppen Saat und Forke,
ist Sommers Klang weit schon verhallt,

und knarren laublos weiße Birken
gemächlich überm Blättermeer,
hat Herbst mit leisem Zauberwirken
den Wald ganz ohne Gegenwehr

in seinen sanften Bann gezogen,
zur Ruh alle Natur gebracht.
Ganz unbemerkt kam er geflogen
auf weichen Schwingen über Nacht.

Vergänglichkeit, nie bist du schöner
als so in all der Farbenpracht!
Nie bist du sanfter als in jener
so goldnen Zeit voll Abschiedsmacht!

Nie fühl ich Wehmut reiner, süßer,
als just zu dieser Jahreszeit.
Ich lieb dich, Herbst, du Wintergrüßer!
Du machst mir Herz und Seele weit.








.Oktober_2017


alte Version S2:
und knarren laublos weiße Birken
gemächlich über rotem Meer,
__________________
mei inglisch, set is rihli bed, mei pronansjeeschn tuu,
end set is, wei it dreivs mi med tu reim se weh ei du.

schö parl ön pötti pöh frongsseh, meh sa nö süffih pah
a fehr ün poähm elöveh. sölmong komm si komm sa.

Geändert von fee_reloaded (05.11.2017 um 12:34 Uhr)
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Alt 04.10.2017, 21:21   #2
Kokochanel
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 28.07.2016
Ort: NRW
Beiträge: 1.159
Standard

Das kann ich sehr gut nachfühlen, liebe Fee. Auch mir ist der Herbst ein Freund.
Klangvoll mit vielen dunkeln Vokalen Am Anfang aufgebaut, die sich dann in hellere Vokale wandeln in den folgenden Versen. Ein zauberhaftes Gedicht von Aussage, Form und Klang her, das ich genossen habe wie einen kühlen Herbstmorgen!
Schön, dass du damit das Schreibthema bereicherst
LG von Koko
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Alt 08.10.2017, 14:52   #3
fee_reloaded
heimkehrerin
 
Registriert seit: 19.02.2017
Ort: im schönen Österreich
Beiträge: 336
Standard

Recht lieben Dank für deinen aufmerksamen und textlich-einfühlenden Kommentar, Koko!

Ja, ich versuche immer auch ein wenig mit dem Klang der Wörter zu arbeiten, um Stimmungen mit zu erzeugen. Dass es dir auffällt und mir anscheinend auch gelungen ist, freut mich total!

Lieber Gruß,
fee
__________________
mei inglisch, set is rihli bed, mei pronansjeeschn tuu,
end set is, wei it dreivs mi med tu reim se weh ei du.

schö parl ön pötti pöh frongsseh, meh sa nö süffih pah
a fehr ün poähm elöveh. sölmong komm si komm sa.
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Alt 19.10.2017, 17:17   #4
syranie
wilder Engel
 
Benutzerbild von syranie
 
Registriert seit: 12.02.2009
Ort: Schleswig - Holstein
Beiträge: 2.121
Standard

Liebe fee,
Was für ein schönes Wort : Wintergrüßer.
In deinem Gedicht beginnst du mit einer ungewöhnlichen 1. S . Der Herbst knistert und knurrt.
Sehr gerne bin ich mit dir gewandert, es macht Lust aufs Spazieren gehen.

Hier ist aller schönstes Herbstwetter!

Liebe Grüße von sy★

Blume hoch 3
__________________
Erich Kykal Katzenmorgen --- Lailany Wilde Pferde

© auf alle meine Texte


Ich schreibe Gedichte, weil ich sie verschenken möchte.
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Alt 01.11.2017, 12:05   #5
Sidgrani
Von Raben umkreist
 
Benutzerbild von Sidgrani
 
Registriert seit: 27.12.2009
Ort: Am Niederrhein
Beiträge: 990
Standard

Liebe Fee,

noch eindrucksvoller und bildhafter lässt sich der Herbst kaum beschreiben (fast sehe ich Rainer Maria Rilke nicken). Deine Zeilen fließen ruhig daher und ergießen sich behutsam in den nächsten Vers. Wehmut und Freude breiten sich beim Lesen deines Gedichtes aus.

Bei folgender Passage habe ich allerdings ein störendes Bild vor Augen.

Zitat:
Zitat von Fee
und knarren laublos weiße Birken
gemächlich über rotem Meer,
Die Farbe Rot spielt im Herbst zwar eine tragende Rolle, unter Birken allerdings sind die Blätter eher goldgelb bis braun.

Wie Koko gefallen auch mir die anfangs dunklen Vokale und schließlich der Übergang zu einer hoffnungsvollen Zeit der Erneuerung.

Liebe anerkennende Grüße
Sid
__________________
Alle meine Texte: © Sidgrani

"Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch"

»Erich Kästner«
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Alt 05.11.2017, 12:33   #6
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heimkehrerin
 
Registriert seit: 19.02.2017
Ort: im schönen Österreich
Beiträge: 336
Standard

Zitat:
Zitat von Sidgrani Beitrag anzeigen
Liebe Fee,

noch eindrucksvoller und bildhafter lässt sich der Herbst kaum beschreiben (fast sehe ich Rainer Maria Rilke nicken). ...

...

Bei folgender Passage habe ich allerdings ein störendes Bild vor Augen.

Die Farbe Rot spielt im Herbst zwar eine tragende Rolle, unter Birken allerdings sind die Blätter eher goldgelb bis braun.
Ui, danke für dieses schöne Lob, Sidgrani!

Du hast Recht - ich hatte da ein fehlerhaftes Bild im Hinterkopf...die falschen Bäume zum falschen Herbstlaub sozusagen (die Stämme hatte ich wohl so hell in Erinnerung, weil sie von der Sonne schön beschienen waren...ich habe sogar extra nochmal auf den Fotos der betreffenden Herbstwanderung nachgesehen, um dem Fehler nachzuspüren). Danke für den Hinweis!

Ich habe das jetzt geändert (schon allein, damit du Rainer Maria Rilke zu Recht fast nicken sehen kannst ). Gottlob waren die "Blätter" noch nicht als Wort verbraucht im Text.

Danke fürs genaue Hinsehen und Beschäftigen!


Liebe syranie!

Auch dir meinen herzlichen Dank fürs Mitgehen auf meiner geräuschvollen Herbstwaldwanderung!


Lieber Gruß,
fee
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