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Liebesträume Liebe und Romantik

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Alt 08.10.2017, 20:44   #1
Felix
Erfahrener Eiland-Dichter
 
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Standard Der erste Brief im Gelben Elend *)

Oh, welche Lust war es für mich, in freier Luft
zu atmen, Blumenpracht und zarten Blütenduft
in vollen Zügen zu genießen, Sonnenglut
und Windeshauch auf nackter Haut zu spüren,
in lauen Nächten voller Jugendübermut
manch leichtgeschürztes Mädchen zu verführen.

Mit Bacchus und Amor im trauten Verein,
da hab ich getrunken, geliebt und gesungen,
ich nippte so gerne den funkelnden Wein,
mehr lauter denn schön hat mein Liedchen geklungen.

Aus und vorbei, zu gewagt war der Flug,
krachend der Sturz und zerschmettert die Schwingen.
Leichtsinn beendete Lug und Betrug -
Damokles Schwerter mit blitzenden Klingen
schwebten bedrohlich und nahe der Kehle;
waidwund und wimmernd mit angstvoller Seele
litt ich allein in dem grauen Gemäuer.
Alles, was lieb mir gewesen und teuer,
Freiheit und Freude am Leben - verschwunden,
sagt mir, wer wagte mich so zu verwunden?

Vierzig Albtraumnächte sind vergangen,
graue tränenreiche Tage reihten sich
aneinander. Ich gewöhnte mühsam mich
an die endlos quälenden und langen
Stunden voller Frage-Antwort-Spiele,
konnte immer besser die Gefühle
auf ein Mittelmaß justieren,
nahm mir vor, den Rest von Stolz nicht zu verlieren.

Ein goldner Oktober bescherte mir sonnige Stunden,
ich hatt' im ummauerten Käfig vier Blätter gefunden:
Inmitten des Herbstbrauns war restliches Grün noch zu sehen,
hab Dank, weiße Birke und Dank auch dem Wind für sein Wehen!

In trüben Zeiten blühte heut ein Feiertag:
Auf meinem Tisch ein Brief der Liebsten lag.
Ach, könnt ich vergolden die zierlichen Zeilen,
ich fraß sie wie Nurmi einst Dutzende Meilen
und las sie dann nochmal und tränengeblendet
verschwamm mir der Blick -
unendliches Glück -
dann hab ich das Blättchen gewendet,
da standen die Grüße
- unsagbare süße -
der besten der Töchter, dem besten der Söhne,
drei Küsschen mit Lippenrot unter die Namen gedrückt,
ich spürte die Liebe und hörte die himmlischsten Töne
und küsste den Brief und ihr denkt nun, jetzt wird er verrückt.
Verrückt, ja, das war ich, ver-rückt in die Welt, in die Zeit
voll menschlicher Wärme und trauter wie teurer Geborgenheit.

*) "Gelbes Elend" -so wurde das Stasi- Zuchthaus in Bautzen genannt

Geändert von Felix (09.10.2017 um 17:09 Uhr)
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Alt 09.10.2017, 18:43   #2
Erich Kykal
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Wie war das nochmal mit "Schwalle, walle ..."

Ist ja wirklich stocknüchern und knapp ausformuliert, dein Textlein - rigoros und streng konstruiert, kein (Füll-)Wörtchen zuviel ...

Cacatum non est pictum!
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
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Alt 09.10.2017, 19:27   #3
Felix
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Und ich dachte, ich stünde auf Deiner Ignorierliste!
Mich trifft Dein Lateinzitat nicht, mögen sich die des Lateinischen Kundigen daran erfreuen.
Mir zeigt es, wie sehr Dich meine Kritik getroffen hat.
Ich hoffe, Du erholst Dich und danke verbindlichst für Dein Interesse an meinem "Brief".
Felix
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Alt 10.10.2017, 15:15   #4
Erich Kykal
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Hi Felix!

Was es dir so alles zeigt, wenn man dir die Wahrheit sagt zu deiner "Kunst". Aber du hörst es ja nicht nur von mir.

Als Heinz in Poetry.de ignoriere ich dich. Dass du hier als Felix unterwegs bist, wusste ich bislang nicht. Jetzt wird mir diesbezüglich auch einiges klarer.
Egal in welchen Garten man den Köter stellt und wie man ihn ruft - er muss bellen, geifern, beißen!

Getroffen? - Wohl eher nicht. Und dein verstolpertes Hohngejaule als "Kritik" zu bezeichnen, halte ich für wahrlich zu hoch gegriffen. Aber rede dir nur ein, was nötig ist, um dein Ego aufzupeppen, wenn du's gar so nötig hast.

Tschüß, du Genie von eigenen Gnaden!
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Geändert von Erich Kykal (10.10.2017 um 21:59 Uhr)
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Alt 10.10.2017, 17:52   #5
Falderwald
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Zwei Dichter labern nur noch Stuss,
der eine will, der andre muss.
Was sind der beiden Ziele?
Na, Kindergartenspiele!



(schlimer als ein Sack Flöhe)

__________________


Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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Alt 10.10.2017, 22:09   #6
Erich Kykal
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Hi Faldi!

Ja, genau! Willkommen beim Ringelreihn mit Watschentanz, zum Tingeltangel der verletzten Eitelkeiten!

Schlimer geht's imer!

Aber ich gelobe Besserung (das wievielte Mal!? )! Du kennst mich ja: Ich halte gern die andere Wange hin - so lange sie mit nadelspitzen Stahlnieten gepanzert ist.

Ab und zu macht es einfach unheimlich Spass, sich mit aufgeblasenen Gemütern zu kloppen, die sich für moralisch oder künstlerisch überlegen halten! Meinen Gegnern geht es gewiss genauso!

LG, eKy
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Geändert von Erich Kykal (11.10.2017 um 09:58 Uhr)
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Alt 11.10.2017, 19:17   #7
Felix
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So senke Dein Haupt und sink auf die Knie,
streu Blumen und spar nicht an duftendem Weihrauch!
Ich halte mir lachend und prustend den Bauch,
dann wein ich, denn Genie war ich nie.

Mann, muss es Dich erwischt haben!
Gegner? Sind wir auf einem Schlachtfeld?
Habe ich etwa Deine Eitelkeit verletzt?

Dann bitte ich untertänigst um Verzeihung.

Felix
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Alt 11.10.2017, 19:47   #8
Erich Kykal
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Oh nein, ich muss dir Abbitte leisten! Offensichtlich kennst du dich mit Eitelkeit nicht aus, dass du mir solche unterstellst. Um Eitelkeit zu entwickeln, müsstest du irgendetwas an dir haben, auf das du stolz sein könntest - ich sehe da wenig Chancen auf Weiterbildung!

Von einem Schlachtfeld war nie die Rede - die kleine Kabbelei mit dir, einem so offensichtlich intellektuell unterlegenen Jausengegner, als Schlacht zu bezeichnen, fiele mir nie ein! Dazu fehlt dir ganz einfach die "epische Breite" an nötigen Talenten!
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Alt 11.10.2017, 22:09   #9
Felix
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Du beginnst mich zu langweilen.
Damit schließe ich meinerseits die Korrespondenz mit Dir.
Felix
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Alt 12.10.2017, 21:34   #10
Erich Kykal
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Vielen Dank!
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