Gedichte-Eiland

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Archimedes 04.06.2009 11:00

Glücksfall
 
Ein Pinguin-Paar ist sehr froh,
sie adoptierten stolz ein Ei,
verstoßen aus ner Liebelei
im Bremerhav’ner Zoo.

Nun sind sie grad mit Fleiß dabei,
es wechselnd eifrig zu bebrüten,
um später rührend zu behüten,
das Küken mancherlei.

Das Glück kommt oftmals etwas später,
als sie es sich im Traum erhofft,
versucht wohl haben sie es oft.
Sie werden beide Väter.

R.Haselberger 04.06.2009 12:40

Hi, Archimedes,
es wird sich noch herausstellen, was da ausschlüpft.:)

Recht gut, aber warum lässt du einige Zeilen unnötig kurz?

Wäre nicht zum Beispiel besser:
des Nachts im Bremerhav’ner Zoo.
*
das süße Küken mancherlei
*

Auch würde ich in der ersten Zeile das "so" ersetzen mit "sehr".

Hi, hi, sie werden beide Väter,
und nur für kurze Zeit!
Samt Frack verspeist, wem tut es Leid?

Ihr Krokokind war hungrig! :eek:


Werden Väter?
Ist man nicht bereits Vater, Mutter noch bevor das Kind geboren ist?
Könnte man da nicht schreiben: Nun sind sie beide Väter?

Gruß R.H.

Klatschmohn 05.06.2009 09:13

Hallo Archi,

ist das nun wirklich geschenen, ode ist es Deiner Phantasie entsprungen?
Jedenfalls, köstlich, anrührend, witzig.
Mir gefällt`s!
Liebe Grüße,
Klatschmohn

Leier 05.06.2009 10:13

Hei, Du Polkreis(s)ender!

Ich habe einen Film über Pinguine gesehen (leider menschlich synchronisiert, aber tonlos schön), in dem gezeigt wurde, daß die Väter brüten, derweil die Mütter sich auf den weiten Weg der Nahrungssuche machen.
Ich kann mir daher gut vorstellen, daß so ein "Geschlüpftes" zwei Väter hat.
Ist dem einen die Huderwärme ausgegangen, übernimmt der andre präsumptive Vater.

Den Bremerhavener Zoo kenne ich nicht - dort gelten eventuell andre Regeln.

"...das Küken mancherlei" kann ich nur so verstehen, daß den Pinguinen auch artfremde Eier untergelegt werden.
Da bin ich nicht bewandert.
"Samt Frack verspeist" find ich unschön. (Da können nur Möven gehaust haben!)

Aber Dein Gedicht
find ich schön!

Lieben Gruß
von
cyparis

Chavali 05.06.2009 10:18

Lieber Archi,

ein nettes Gedicht, bei dem ich schmunzeln musste :)
Manche Änderungsvorschläge von Hasel finde ich gut (der Frack nicht),
würden passen.

Mir gefällt die Idee und die Umsetzung.
Ich mag Pinguine. Es sind sehr soziale Tiere.

Liebe Grüße,
Chavali

Archimedes 05.06.2009 11:27

Hallo ihr Lieben, cih sage erst mal Dank für die zahlreiche Kommentierung.

Lieber Haselberger, welche Hintergedanken entspringen da deiner Fantasie! "Krokokind".
Aber die Vorschläge sind hilfreich so->sehr habe ich übernommen. Die Verkürzung der jeweils vierten Zeile der Strophen soll eine Beschleunigung und Belebung bewirken, sowie den Effekt der letzten Zeile verstärken. Wenn das nicht so gesehen wird, werde ich es analog zu deinen Vorschlägen ändern. Wird man nicht erst Vater mit der Geburt des Kindes? Danke für die Arbeit.

Liebe Klatschmohn, die Geschichte ist echt, stand als dpa-Meldung in der Zeitung. Schön, dass es dir gefällt.

Liebe cyparis, bei Polkreis(s)ender habe ich eine Weile um die Bedeutung gerungen. Ich war leider noch nicht am Pol. Im Bremerhavener Zoo ist es mehr als nur ein Ei ausbrüten. Ich werde die erste Zeile in " Ein Pinguin-Paar ist sehr froh" ändern. Das "mancherlei" beziehe ich auf die Zeile vorher, "um später rührend zu behüten", also alles artgerecht.

Liebe Chavali, danke für die anerkennenden Worte. Die Pinguine sind ja auch putzige Gesellen.

Es grüßt euch
Archimedes ...bei dem die Eidotter kreisrund sind

R.Haselberger 05.06.2009 17:45

Hallo Archimdes!

Nun ja, ein Vater ist ein Mann, der ein oder mehrere Kinder gezeugt hat.
Diese Aussage ist für mich philosophisch und moralisch hundert Prozent zutreffend.

Könnte das Kind im Mutterleib sprechen, wie sollte es ihn und sie ansprechen, wenn nicht mit Vater und Mutter?
Was sollte es denken, wenn er da spräche: Stop! Ich bin erst dein Vater, wenn du geboren bist. Dann erst habe ich Vaterpflichten.

Gruß R.H.

Helene Harding 07.06.2009 22:13

Lieber Archimedes, da ich selbst auch kleine runde Pinguine mag und den einen insbesondere als besonders süßen Fund ansehe, hat mich dein Text extrem lange beschäftigt. Nach diversen Hin- und Herbetrachtungen kam ich zum einzig folgerichtigen Schluss und der kleine Pinguin wird sicher wissen, was er an Mama, Papa und MamPa hat. Ich nenne es auch gerne Patchwork-Familie. Gern gelesen und verstanden.

alles liebe, Helene

Medusa 08.06.2009 12:06

Lieber Archimedes,

die dpa-Meldung kenne ich zwar nicht, aber ich kenne eine andere Meldung: Bei Pinguinen gibt es Homosexualität. Ganz lieb, dass die beiden Männchen ein mutterloses Tier adoptieren, sie werden ganz sicher gut dafür sorgen!

Für meine Lesart nicht ganz holperfrei, dafür aber inhaltlich umso fröhlicher.

Sehr gern gelesen.
Herzliche Grüße,
Medusa.

Archimedes 08.06.2009 19:03

Lieber Haselberger, deine Mühe um Korrektness in allen Ehren. Sagt man nicht: "er wird Vater"?

Liebe Helene, die ganze Fragestellerei um Vater, Mutter uä. scheint mir die menschentypische Hineininterpretiererei zu sein. Da der Kleine nicht gesäugt wird, wird es sich zuerst für den interessieren, der den Fisch bringt.

Liebe Medusa,
Zitat:

Für meine Lesart nicht ganz holperfrei,
Also weißt du, mit solchen Pauschal-Urteilen will ich nichts anfangen. Also "Butter bei die Fische".

Euch allen Dank für die Bemühungen
Gruß Archimedes ...der mit dem Tierkreiszeichen

Helene Harding 08.06.2009 19:25

Ja, Archimedes, ich weiss. Es könnte viel bedeuten, wenn man die Zeilen richtig interpretiert hätte. Schäme mich ein wenig. Doch ist der Interpretation einiges offen zu lassen. Ist das nicht legitim? Nun muss ich mich wohl revidieren. Es gibt, gab, Dinge, die sich mir erst im nachhinein erschlossen. Und ich dachte zunächst an ein Abenteuer. So kann auch ich mich mal, gleich einem Bild aus anderen Zeiten, irren. In der Nacht kann so einiges verwirren. An den KREIS.

alles liebe, Helene ;-)

Medusa 08.06.2009 19:34

In Ordnung lieber Archimedes,

also: Butter bei die Fische!

Ein Pinguin-Paar ist sehr froh,
Muss nicht wirklich sein, ABER: WAS ist es? Ich würde sagen, es ist ein misslungener Daktylus
sie adoptierten stolz ein Ei,
gelungener Jambus
verstoßen aus ner Liebelei
auch ein Jambus
im Bremerhav’ner Zoo.
Jambus, gelungen

Nun sind sie grad mit Fleiß dabei,
Tja, hier betone ich wahrscheinlich anders, als von Dir beabsichtigt, für mich hopst es hier. Der Vers beginnt mit betontem Auftakt, es folgen zwei unbetonte Silben, das könnte ein Daktlus sein, aber es folgt ein Trochäus
es wechselnd eifrig zu bebrüten,
um später rührend zu beten,
das ken mancherlei.
schöne Jamben

Das Glück kommt oftmals etwas später,
als sie es sich im Traum erhofft,
versucht wohl haben sie es oft.
Sie werden beide ter.
perfekte Jamben

So, zufrieden? Erkennst Du, wo ich beimLesen (nicht beim Singen!;)) gestolpert bin?

Ich schicke Dir herzliche Abendgrüße,
Medusa.

Archimedes 08.06.2009 22:39

Liebe Helene, eigentlich schreibe ich gerne Gedichte, die vordergründig knalltrocken beim Leser Stimmung und Fantasie erzeugen sollen. Diesmal war es so nicht gemeint, sonder nur eine putzige Geschichte. Danke für die tierliebende Anteilnahme.

Liebe Medusa, danke für die prompte Beweisung. Mit der ersten Zeile hast du völlig Recht, der "Pinguin(x--)", die "Pinguine(x-x-)" machen es einem aber auch schwer, "Pinguin-Paar(x--x)", "Pinguingeschwister(x-x-x-)", so betone ich das.
Bei der zweiten Strophe bin ich anderer Meinung: "Nun" ist für mich ein Auftakt, wie z.B. "Nun ruhen alle Wälder". Nun sind sie grad mit Fleiß dabei lese ich so.
Ich bin froh, dich dazu aufgefordert zu haben. So kann ichs erkennen und draus lernen. Liebe böse Grüße

Archimedes ...um die Jamben kreisend


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