Gedichte-Eiland

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Falderwald 11.09.2016 11:14

--> an alle - außer den Referendarius und Erich
 


Die kleinen Geister wollen aufbegehren,
sich in den Kampf und ins Getümmel stürzen,
ganz ohne Rüstung, nur mit Haushaltsschürzen,
mit bloßen Fäusten und mit Kinderscheren.

Kniet nieder, um die Götter fromm zu ehren,
die eure Atemluft mit Lyrik würzen,
verpestet ihr den Ort mit euren Fürzen,
dann werden sie das Fürchten euch hier lehren.

Ihr Bleichgedichter seid nur Lyriklaffen,
ein Forensklavenvolk und das soll hören:
Legt nieder eure primitiven Waffen!

Sonst werden mit Genuss sie euch zerstören,
die Götter haben nämlich nichts zu schaffen
mit intellektuellen Amateuren.


Terrapin 11.09.2016 11:22

--> an alle - außer den Referendarius
 
Da wollen vier vermeintliche Gesellen
zum größten Meisterdichter sich erheben
mit Schund, den sie in Worten wiedergeben
und frei für jedermann ins Forum stellen.

Man sieht schon ihre eitlen Egos schwellen,
die hohl vor Selbstgefallen beinah schweben.
Was führen sie für kleinlich-arme Leben
und was sie pöbeln sind nur Bagatellen.

Ich will nicht über solche Verse Scherzen,
Erbarmen regt sich tief in meinem Herzen,
denn schlechter Stil ist derart Kunst Gebot.

So sehr ihr euch die Tage auch ertüchtigt,
dass keines eurer Werke sich verflüchtigt,
seid euch gewiss, dass uns Vergessen droht.

Erich Kykal 11.09.2016 12:28

---> Kokochanel und Stachel
 
Es waren Hannibalens Elefanten,
das sollte man noch aus der Schule wissen!
So ist es allzu leicht für mich, dein Dissen
gemütlich abzuwehren mit galanten

und gönnerhaft beschwichtigenden Zügen,
die deutlich zeigen, was die Weibchen gelten!
Magst du auch noch so bitterlich uns schelten -
wir sind die Herren! Alle andern lügen!

Und merke, stumpfer Stachel: Das "zum Stechen"
ist groß im substantivischen Gebrauch!
Mit solchen allgemeinen Rechtschreibschwächen

beeindruckst du mich kaum. Und "ferner liefen",
es sollte in Anführungsstrichen auch
sein phraseneinheitliches Sein vertiefen.

Falderwald 11.09.2016 13:04

--> an Erich über Terrapinchen
 


Schau, Erich, wie sie hier im Staube kriechen!
Ein neuer Winzling hat sich angeschlichen
mit harmlos formulierten Löffelstichen
und Zeilen, die im letzten Zustand siechen.

So lyrisch wie Europas Pleitegriechen
sind seine Verse aus dem Darm gewichen,
zum Faschingstreiben aus Gedankenstrichen
entkleidet sich den Funken ihr Mariechen.

Es windet sich der nackte Erdenwurm
und küsst vor lauter Ehrfurcht den Asphalt
am Eingang zu des Himmels Götterturm.

Dort ruht, zerfetzt durch die Naturgewalt
in eines Gottes Lyrikfeuersturm,
der Dichter von der traurigen Gestalt.


Stachel 11.09.2016 13:27

Lass mal stecken! --> Erichs #13
 
Es zeigt sich schön, das maskuline Protzen.
Rotzfrech erhebt sich jemand zu "dem Einen"
In seiner Antwort, gleichsam allen "Kleinen",
Charmant verpackt, will er auf alle kucken.

Hast du den Knochen, den ich gab, gefunden?
Kawumm! Kanonen krachen unverdrossen.
Auf ein zu kleines "S" wird scharf geschossen.
Nun hast du dich ums eigne Fehl gewunden.

Natürlich werde ich es dir vergeben.
So tut man, was man kann. Man will ja leben
Nicht nur im Schatten. Glanz sei unser Lohn.

Ich sag's ja: Wenn du willst, du kannst es schon!
Chamäleongemäß seh ich dich schwinden.
Hol Luft, um deine Farbe neu zu finden.

Stachel 11.09.2016 13:37

Clowns unter sich --> Faldi ##14 und 11
 
Schauschau, ein Fürst springt seinem Mitfürst bei,
dabei war es an ihnen, sich zu messen.
Das hat er im Gewimmel wohl vergessen
und steckt in kleiner Geister Einheitsbrei.

Vielleicht sollt er sich weniger drum kümmern,
wie andere in die Arena ziehen.
Egal, ob deren Rüstung nur geliehen
und ihre Waffen Worte sind, die dümmern

sind die, die keine eignen Verse schaffen.
So leg mal endlich los, hör auf zu gaffen
und schwadronier hier nicht von "Amateuren".

Dein Name steht ganz oben auf der Liste
der Schwergewichte. Teufel aus der Kiste
bist du hier grade. Mich würd sowas stören.

Erich Kykal 11.09.2016 13:48

---> Stachel
 
O glaube mir, die gönnerhafte Pose,
die du so hochgestochen präsentierst,
hältst du nicht durch! Ganz sicher, du verlierst -
auf lange Sicht geht sowas in die Hose!

Denn irgendwann wird sich die Stelle finden,
wo schmerzlich dich ein fremder Stachel sticht -
Empfindlichkeiten, die beherrscht man nicht,
und unter stiller Wut wirst du dich winden.

Dann wird es wirklich giftig, man belastet
einander tunlichst, um das Weh zu sühnen,
und eh man will, ist man schon ausgerastet!

Die Fetzen werden fliegen und die Waffen
sind blutbespritzt! Sogar auf Shakespearebühnen
sind wir doch immer noch: die alten Affen!

Erich Kykal 11.09.2016 13:55

Nr.2 a) an F. Wald
 
Der Forenherr ist doch ein grober Knochen!
Wer bei ihm schleimt, wird zärtlich fast umworben,
wer aber mosert, ist für ihn gestorben,
denn er hat Unverzeihliches verbrochen!

Das harte Urteil ist dann rasch gesprochen:
Der tumbe Frechling, der die edle Runde
mit groben Worten aus verderbtem Munde
so geistlos störte, wird verbal erstochen!

Zuletzt wird er ihn aus dem Forum weisen,
denn anderswo soll dessen Rachsucht kreisen
und böse Worte derben Unflats keifen.

Vielleicht, so denkt der große Boss im Stillen,
kann jener Popanz dort nach seinem Willen
zu edler Einsicht, nobler Größe reifen.

Stachel 11.09.2016 14:11

Ölung überfällig? --> Erich #17
 
Bestimmt erwartet er, dass man ihn kose,
den Barte des Propheten, der ihn ziert.
Was er in seinem Wahne deliriert,
entpuppt sich nur als "Weisheit" aus der Dose.

Wo seiner Schrauben rostigen Gewinden
die Ölung fehlt, das übersieht er schlicht
und rülpst mir hier stattdessen ins Gesicht,
was er sich kurz zuvor noch in Gebinden

zuhinterst seine eigne Binde lastet'.
Der Duktus seiner, zugegeben kühnen,
Versuche klingt mir etwas zu gehastet.

Natürlich hat er Recht: Wir bleiben Affen!
Ansonsten hilft es, ab und an im Grünen
sich frische Luft und klaren Kopf zu schaffen.

Erich Kykal 11.09.2016 14:51

---> Stachel
 
So ist das Wesen von Beleidigungen,
das sie nur den entehren, der sie spricht.
Dein jämmerliches Frotzeln trifft mich nicht,
die Fülle hast du lange nicht durchdrungen,

aus der auch Philosophisches besungen
mit jeder Zeile wurde, die dich rührte.
Doch einem, der nur derbe Worte führte,
ist solche Tiefe bisher nicht gelungen.

Die rohe Keule nur hast du geschwungen,
wenn feine Klinge deine Hüllen ritzte.
So wissen wir, wer der allein Gewitzte

in diesem Ringen wie um Eitelkeiten,
und wer der Neider ist: Aus vollen Lungen
brüllt er sein Steckenpferd - und muss es reiten!


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