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Black Raziel 08.11.2014 13:34

Eine Reise durch das Unterbewusstsein * work in progress * - IV. Akt
 
Eine Reise durch das Unterbewusstsein
- Eine Tragödie in acht Akten -


IV. Akt - Verzweiflung. Oh süßer Tod, so hole mich!


Inhaltsangabe:
Hans beendet mit 19 erfolgreich seine Ausbildung zum Bestatter. Da Evelyn weiterhin unauffindbar Hans Leben verlassen hat, sieht Hans keinen Grund mehr zum Leben und greift selbst hemmungslos zu Drogen, was besonders leicht fällt, da die Pflichten der Ausbildung nun auch vorbei sind. Eigentlich wollte er mit den Drogen umbringen, aber stattdessen legt er nur den Grundstein für seine Karriere als Kettenraucher und handelt sich eine Psychose mit Wahnvorstellungen ein. Der II. Akt endet damit, dass das einstmals verkannte Genie nun als apathisches schizophrenes Wrack seine Lebensbemühungen fast komplett einstellt. Nachts wird er von Halluzinationen gepeinigt, die ihm erscheinen, sobald er versucht zu schlafen.



Der einleitende und vorausdeutende Text des Erzählers:

Zitat:

Zitat von Erzähler
Wenn Träume sterben
- © Chavali -

Schattenrisse quälen im Tannenwald den
Wandersmann, entrückte Gedanken streben
in die Nacht und über den Wipfeln prangen
leuchtende Sterne.

Träume aus vergangenen Zeiten, die in
Tagen voller Wärme und Liebesnächten
Glück und Zärtlichkeit ihm bescherten, starben
einsam im Heute.

Schaurig dringt der heulende Ruf der Wölfe
durch die Stille. Grauen erwacht. Die Tat der
Todessehnsucht nagt an des Mannes Seele.
Lässt sie erstarren.


Hans fühlt sich verloren und hilflos, zeigt dies aber keinem, weil er nicht wüsste, wie irgendjemand ihm dabei helfen sollte. Evelyn ist weg und er ist wieder allein allein.


Zitat:

Zitat von Hans
...die Seele weint
- © Chavali -

Der Mund zeigt ein Lächeln,
die Augen ein Licht,
die Haltung ist gerade,
was Hoffnung verspricht.

Das Wort optimistisch,
die Gesten vertraut,
der Blick futuristisch,
auf Felsen gebaut.

Für andere sichtbar,
denn keiner soll sehn:
Das Herz ist geschlagen,
der Mut ein Versehn.

Nach außen gefestigt,
im Innern zersprengt,
der Seele bemächtigt.
Verraten. Versengt.


Bei Evelyn hat er damals hin und wieder mit gekifft. Und so kommt er auf die Idee einfach so zu tun, als würde er mit ihr kiffen. Aber der Selbstbetrug scheitert und Hans beschreibt die Ernüchterung folgendermaßen:

Zitat:

Zitat von Hans
Ich werfe mich dem Sturm entgegen
- © Chavali -

Ich werfe mich dem Sturm entgegen,
der heulend über Felder weht,
ich weiche ab von allen Wegen,
dorthin, wo eine Festung steht.

Den Schild erheb ich in die Höhe,
um mich zu schützen vor dem Wind;
ich fürchte mich vor jeder Nähe,
als wäre ich geblendet blind.

Mit Müh' erreiche ich den Hafen,
der mir die Sicherheit verspricht.
Dort, wo sich einst die Freunde trafen,
wo's hell war, brennt nur noch ein Licht.

Und nun betret ich jene Hallen,
sie sind voll Unrat, Schmutz und Dreck,
erblick in jeder Ecke Fallen,
ich wende mich entsetzt - und weg!

Und wieder steh ich in dem Sturm,
der mich vom rechten Weg getrennt.
Wo ist mein Retter, wo der Turm,
wo mich kein Feuerblitz verbrennt
und wo man mich als Mensch erkennt...

Hans erkennt leider nicht, dass auch keiner sein Leiden sehen kann, wenn man nunmal mit der Haltung durch die Gegend läuft, dass einem keiner helfen könne. Und dann verliert er sich immer weiter in sich und denkt sich, dass das Leben ohne Evelyn nicht mehr lebenswert ist. (Also brauchen wir vorallem hier ein tolles Gedicht im Jambus nach dem Motto "Ohhhh, ohne Dich, da sterbe ich...")

Dann beschließt Hans seinen Selbstmord.

Aber bevor er sich abschießen will, will er auch mal genau so mutig wie Evelyn sein. Denn er hat insgeheim immer bewundert, wie gleichgültig sie mit ihrer Gesundheit umgegangen ist, während er immer zu feige war. Aber wenn er sich jetzt sowieso das Leben nehmen will, kann auch auch riskieren irgendwelche Schäden davon zu tragen. Ja! Jetzt gibt er sich mal richtig Halluzinogene, vor denen Evelyn ihn immer gewarnt hat, obwohl sie sie selbst genommen hat. Wer selbst macht, wovor er andere warnt, der kann nicht ernstgenommen werden, selbst wenn es Evelyn war, die das gesagt hat.

Dann gibt er sich 'ne ordentliche Ladung Pilze, auch Fliegenpilze, vielleicht noch Meskalin und was man sonst so beschaffen kann. Ist im Grunde egal, was Hans hier nimmt, hauptsache der Leser versteht, dass es jetzt ums Eingemachte geht.

Auf dem Trip bleibt er dann hängen. Alles mögliche verdrängte aus dem Unterbewusstsein steigt in Form lebendiggewordener Metaphern auf. Z.B. dass er sich selbst für einen Dämon in der Hölle hält und nicht versteht, dass das nicht die Realität ist, sondern nur ein Gefühl, dass durch den Trip auch visuelle Kanäle anspricht.

Jetzt hat Hans jedenfalls einen an der Waffel und verwahrlost. Er ist mit dem Leben überfordert und am Ende des Kapitels wird ein Bild von Hans gezeichnet, das eigentlich so aussieht, als könnte die Tragödie jetzt schon enden, weil man sich gar nicht vorstellen kann, wie dieser kaputte Typ nochmal zurück ins Leben finden soll.

Dieses Kapitel hier braucht auch gar nicht allzu ausgedehnt sein. So langsam sich der 3. Akt zu einer emotionalen Klimax gesteigert hat, so schnell und hart fällt Hans jetzt einfach aus dem 10. Stock auf einen emotionalen Asphalt und zersplittert innerlich, wie auch geistig.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:29 Uhr.

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