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wolo von thurland 25.11.2015 08:49

Zerstörte Unschuld
 
Das sanft sich Niederlegen, leis sich Räkeln
der weichen, feuchten Flockentänzerinnen...
Welch Gegensatz zu harten Männerkinnen,
die sich vor unbedeckten Mündern ekeln!

Doch schaut man näher hin, sieht man genauer
und spürt die Kühle, merkt die kalte Farbe
zerstörter Unschuld, fühlt die böse Narbe
im kristallinen Glanz der stillen Trauer.

Die Decke, die sich schmückend legt im Garten
ist gleichsam Leichentuch für viele Blüten,
die züchtig sich bedecken. Wie gerieten
sie nur ins Elend, all die luftig zarten?

Dana 26.11.2015 19:35

Hallo Wolo,

Zitat:

Zitat von wolo von thurland
Das sanft sich Niederlegen, leis sich Räkeln
der weichen, feuchten Flockentänzerinnen...
Welch Gegensatz zu harten Männerkinnen,
die sich vor unbedeckten Mündern ekeln!

Doch schaut man näher hin, sieht man genauer
und spürt die Kühle, merkt die kalte Farbe
zerstörter Unschuld, fühlt die böse Narbe
im kristallinen Glanz der stillen Trauer.

Die Decke, die sich schmückend legt im Garten
xXxXxXxXxXx
ist zugleich Leichentuch für viele Blüten,
XxXxXxXxXxXx
(sie ist ein Leichentuch für viele Blüten, (:confused:)
die züchtig sich bedecken. Wie gerieten
xXxXxXxXxXx
sie nur ins Elend, all die luftig zarten?
xXxXxXxXxXx

Nur darum, wegen des einen X.

Ein sehr gutes Gedicht, das tief hinterfragt und offenbart.

Der Leser möchte loben und fürchtet sich zugleich.

Liebe Grüße
Dana

Erich Kykal 26.11.2015 19:52

Hi, Dana!

Ich habe diese Zeile - etwas unnatürlich beim Wort "zugleich", zugegeben - so betont:

"ist zugleich Leichentuch für viele Blüten"
xXxXxXxXxXx

Unverfängliche Alternative: "ist wie ein Leichentuch für viele Blüten"


Hi, wolo!

Schön lyrisch geschrieben, aber inhaltlich verstehe ich nicht ganz: Was haben Schneeflocken mit harten Männerkinnen zu tun, und warum ekeln sich jene vor unbedeckten Mündern - was soll das Bild besagen?
Auch dass ein schneebedeckter Garten eine "böse Narbe" sein soll, kann ich als Bild nicht recht nachvollziehen.
Ich ersuche um Erläuterung.



LG, eKy

Dana 27.11.2015 06:22

Hallo wolo,

eKy hat recht - ich nehme mich mit dem X zurück, pardon.
Es war wohl der "etwas holperige" Lesefluss, der mich in der "X-rei" in die Irre geführt hat.

LG
Dana

wolo von thurland 29.11.2015 21:41

Hallo Dana, Hallo Erich Kykal

Vielen Dank fürs Lesen und die Anmerkungen.

- Betreffend "zugleich" war ich der irrigen Meinung, das würde auf der ersten Silbe betont (im Süden "können wir alles außer Hochdeutsch"). Nun, "gleichsam" passt auch einigermaßen an jene Stelle.
- Ich "hatte" die Blüten, die Kälte, die sich bildende Schneedecke, und ich "hatte" die aktuell verstärkte Diskussion um Bräuche der strenggläubigen Muslim. Daraus ergab sich dieser Text, der die Blüten der Pflanzen und die Blüten der Weiblichkeit nebeneinander legt. Das muss nicht geglückt sein, es hat trotzdem Spaß gemacht (naja, soweit dies bei diesem Thema möglich ist). Dass sich Männerkinne fürchten, würde ich einem andern als groben stilistischen Fehler ankreiden. Aber nun steht es da.

Also, nochmals Dankeschön
wolo


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