Gedichte-Eiland

Gedichte-Eiland (http://www.gedichte-eiland.de/index.php)
-   Finstere Nacht (http://www.gedichte-eiland.de/forumdisplay.php?f=18)
-   -   Ungezählt (http://www.gedichte-eiland.de/showthread.php?t=10482)

Erich Kykal 10.02.2013 14:21

Ungezählt
 
Ungezählter Dinge Schatten
fand ich auf dem Grund der Zeit,
Dinge, die noch Hoffnung hatten,
Hoffnung auf Gelegenheit.

Ungezählter Dinge Duften
stieg wie ein Erinnern auf
aus den Tiefen ihrer Gruften
längs der Jahre blindem Lauf.

Ungezählter Dinge Schulden
trag ich mit mir jeden Schritt,
und ein lebenslanges Dulden
trägt mir all die Tage mit.

Ungezählter Dinge Schatten
fand ich auf dem Grund der Zeit.
Weil sie meine Stärke hatten,
blieb für mich nur Müdigkeit.

Galapapa 13.02.2013 17:50

Hallo Erich,
eine herrlich rhythmisch gedichtete Betrachtung zu den Dingen aus dem Leben, die wir mit uns schleppen und die uns immer wieder einholen, weil sie nie ganz bewältigt worden sind.
Besonders gefällt mir der Ringschluss erste mit letzter Strophe.
Sehr gelungen und wunderbar zu lesen!
Herzliche Grüße!:)
Galapapa

Dana 13.02.2013 19:18

Lieber eKy,

das sind sie, die "Gekonnten".
Der Leser labt sich an Wortwiederholungen, weil sie einfließen, mitnehmen und runden. Nach Genuss der Klangsprache liest man noch einmal und begibt sich in Nachdenklichkeit über das Sein an sich und taucht tiefer in das eigene.
Ungezählt sind die Dinge darin - und doch kann ein guter Dichter sie so hervorheben, bis man sagt: "Dafür war es gut." ;)

Dickes Lob und liebe Grüße
Dana

Erich Kykal 13.02.2013 22:49

Hi, Charly, Dana!

Vielen Dank für eure Gedanken! Wie richtig erkannt, waren mir hier Melodie und Fluss der Sprache besonders wichtig.

LG, eKy

a.c.larin 13.02.2013 23:12

.....und die Hausfrau ergänzt noch:

Ungezählter Füße Spuren
lassen Tappser am Parkett.
Tritte, Schlieren und Konturen:
Babyöl und Burgerfett!

Ungezählte Finger kleben
Marmelade an die Tür!
Honig, Schoko pickt daneben -
aber keiner kann dafür!

Ungezählte kleine Wesen
fummeln hier und bummeln da.
Das will aber keiner lesen.
Putzen darf dann die Mama...


lieber erich, vergib mir - du hast ein wunderschönes gedicht geschrieben :) -
aber mich juckt halt schon wieder der schalk im nacken! :D


küsschen, larin

Erich Kykal 13.02.2013 23:21

Hihi! Lass jucken, Mutti!

Deine Strafe für solchen Schabernack wird in deinem Gedicht selbst ja schon ausführlich beschrieben!:D

Ein Sadist reinsten Wassers wäre ich, wollte ich DA noch einen draufsetzen!;):p (Kicher!)

LG, eKy

a.c.larin 14.02.2013 19:38

Ooooch, DIE Strafe ist doch schon längst abgesessen - oder abgewischt, wie mans nimmt.

Allerdings konnte ich mich im vergangenen Sommer davon überzeugen, dass auch in Haushalten mit Katzenunterkunft deren Halter nicht ganz putzlappenfrei durchs Leben kommt! :p

Liebe macht offensichtlich Flecken, da wie dort. :D

Da darf man dann auch müde sein davon.

LG, larin


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:56 Uhr.

Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, Jelsoft Enterprises Ltd.

http://www.gedichte-eiland.de

Dana und Falderwald

Impressum: Ralf Dewald, Möllner Str. 14, 23909 Ratzeburg