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Der winter pfeil im köcher
Der winter pfeil im köcher
Der nebel hängt dem blick im weg & augen suchen die kontur das wasser gurgelt unterm steg verschattet schlafen wald & flur Der ruf des kauzes schlägt die stille in kleine scharfe splitter & der mensch putzt seine gleit sicht brille spitzt seinen nebel atem mund Ein pfiff der hund kommt angetrippelt er hört es an des hals bands klingeln das schwarze band ist abgeschnippelt wie soll sich‘s durch die schwaden kringeln Der mensch schlägt seinen kragen hoch & reibt die kalten hände warm die nebel suppe sucht den koch & niemand sieht den krähen schwarm Der aus dem nichts aus bäumen flattert vom hund verbellt von angst gestellt im westen kommt die bahn gerattert als sich zum mensch der hund gesellt & mit der feuchten fahne wedelt der herbst dringt durch die knopf loch löcher er liebt laub bäume kahl geschädelt mag grau den winter pfeil im köcher |
hallo walther
gut getroffen mit dem volkslied-pfeilebogen. form und inhalt für mich stimmig. (da sehe ich sogar gern mal über einen stark gebeugten mensch hinweg). nicht wirklich super finde ich "veredelt" (was kann das hier bedeuten?) und das mega-lyrische "verschattet". nicht verstehen tu ich strophe 3. würde kynologisches wissen helfen? ansonsten mag ich das gedicht. es veredelt mir das grau. und der knopflochlöcher-pfeilimköcher-reim allein macht mir den abend. gruss wolo |
Hi wilma,
danke fürs reinlesen und kommentieren, s3 meint in v3/4 den asphaltweg. ich habe noch eine variante für die schlußverse: Zitat:
lg w. |
moin walther,
die veränderte form augt mir mehr. die stelle, die mich immer wieder haltend macht ist Zitat:
grusz noel |
danke,
lb. noel, das ahnte ich fast. :) das mit dem koch, der den nebel umrührt, paßt schon, fiel bereits im ersten rutsch ein, ist also nicht reimgeschuldet. ich werde das oben umbauen, hebungsprall hin oder her. ;) lg w. |
Hallo Walther!
Dein Winterpfeil trifft ins Schwarze und lässt beim Leser klare - also in diesem Fall nebelig klare - Bilder entstehen. Besonders gefällt mir: Zitat:
Interessant finde ich auch das völlige Fehlen von Satzzeichen und dein Vermeiden von Wortkombinationen, weil es dem Leser verschiedene Zugänge offen lässt, wie zum Beispiele in: Zitat:
"mag grau, den Winterpfeil im Köcher" "mag grau den Winter, Pfeil im Köcher" Auf den ersten Blick verliert dein Text so an Schärfe, gewinnt aber doch an Sinn-Varianten. Damit entstehen drei mögliche Aussagen in einem Satz, von denen eine die richtige sein kann oder eben alle. Fast ein wenig wie ein "interaktives Video"! ;) Wirklich aus Interesse: Beabsichtigst du das damit? ich mag den grauen winter nebel text mit pfeilen ;) Sehr gerne gelesen und kommentiert! Liebe Grüße, Peter |
Hi Cimex/Peter,
danke für deine geduld mit mir und meiner etwas späten antwort. das hat nichts mit desinteresse zu tun, sondern damit, daß ich gerade an einer zeitschriftenausgabe und in vorbereitung einer lesung am 20.11., in der ich mein buch "Walthers Anthologie der Internetlyrik" mit 5 der vorgestellter dichtern vorstelle, wahnsinnig viel um die ohren habe - und das weihnachtsgeschäft noch dazu. :) danke, daß dir mein gereimtes nebelwerfen mit eingebauten mehrdeutigkeiten zusagt. in der tat ist die schreibung volle absicht und soll eigentlich genau den effekt erzeugen, den du beschreibst. dadurch bekommt ein text ein haikueskes element. der leser "schreibt" sozusagen das gedicht selbst mit. diese schreibung ist eine von zwei poetologischen strängen, an denen ich schon seit einigen jahren werkele. mein erster gedichtband "Die dunkle seite der nacht" ist dieser art von lyrik zuzuordnen. daneben schreibe ich auch sehr "traditionelle" lyrik in bester deutscher Rechtschreibung und Grammatik. :) nicht alle mögen beider ausdrucksformen meiner versuche. aber damit kann und muß man als übender und sich entwickelnder feierabendschreiberling leben. ;) in diesem sinne wünsche ich dir alles gute und viel kreativität. lieber gruß W. |
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