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Wider die Hektik
Watt is datt allet für ne blöde Hetze.
Watt rennse widda alle wie bekloppt, als wie mit Koks und Ritalin gedoppt dem Wahnsinn volle Kanne inne Netze. Watt soll datt ganze dösige Gefetze, datt Rumgewetze, datt für nix mehr stoppt! Euch hamse alle im Gehirn gepoppt. Von soviel Blödheit krich ich doch die Krätze. Ich mach da nich mehr mit! Ihr könnt mich alle! Ich will nich mehr. Ich bin da nich mehr bei! Sonz werd ich noch genau so pillepalle wie ihr und eure kranke Rennerei: da hau ich mich doch besser inne Falle. Weckt mich im März. Nee, sahng wa lieber Mai. |
Moin Schamanski,
dat is herrlich. Ein lupenreines Sonett, sauber gebaut, klassisches Reimschema, durchgehender 5-hebiger Jambus – und dann dieser wunderbar ruppige, breitbeinige Ton, der das Ganze trägt. Du hast hier ein Stück geschrieben, das gleichzeitig schimpft, lacht und sich selbst nicht zu ernst nimmt. Die Mundart wirkt wie eine Mischung aus Ruhrpott und kölschem Einschlag – dieses „Watt“, „datt“, „inne“, „krich ich“ ist eindeutig rheinisch‑westfälisch gefärbt, aber nicht streng dialektgebunden. Es ist eher der Tonfall eines Menschen, der sich über die Welt aufregt und dabei charmant bleibt. Besonders schön ist die Volta: Nach all dem Gemecker kommt die resignierte Einsicht, dass man sich selbst retten muss, bevor man genauso „pillepalle“ wird wie die anderen. Und die Schlusszeile ist ein Volltreffer – dieses „Weckt mich im März. Nee, sahng wa lieber Mai.“ ist ein perfekter, lakonischer Abgang. Ein Sonett, das schimpft, aber mit Stil. Ein Dialekt, der knurrt, aber lächelt. Sehr gelungen. Liebe Grüße :) Falderwald |
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Falderwald