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Floris 09.09.2026 18:23

So nett war Shakespeare zu mir
 
Was tut ihr mir nur an mit euren Reimen?
Ich kann Sonetten nicht mehr widerstehen!
Ich brauche Stunden um das Buch zu leimen
den Shakespeare und dann werdet ihr schon sehen

Der Jambus wird mir graue Haare machen
das weiß ich jetzt schon aber immer weiter
da gibt es nichts zu feixen oder lachen
wer etwas übt wird manchmal auch gescheiter

Gezählt, verworfen, wieder neu begonnen
es wird mir klar das ist wie eine Sucht
Es sind drei Stunden eben erst veronnen
ich hab geweint, gedichtet und geflucht

Es ging doch jetzt recht fix was soll ich klagen?
und morgen werd ich es noch einmal wagen

PS: Beim Titel fehlt dem Shakespeare doch ein e-lein am Ende.

Falderwald 09.09.2026 22:23

Liebe Floris,

hahaha, ich musste grinsen – jetzt hat dich das Sonettfieber also auch erwischt. Und wie: Das hier ist ein richtig hübsches Shakespeare‑Sonett geworden, komplett mit Reimstruktur, sauberer Führung und diesem leicht selbstironischen Ton, der das Ganze trägt. Man merkt, wie du dich durch Jambus, Zählerei und Flucherei gearbeitet hast, und genau das macht den Text charmant.

Die letzte Zeile ist ein schöner Abschluss, weil sie zeigt, dass du nicht nur durchgehalten hast, sondern sogar Lust bekommen hast, es wieder zu tun.

Zitat:

Zitat von Floris
PS: Beim Titel fehlt dem Shakespeare doch ein e-lein am Ende.

Jetzt nicht mehr, ich habe mir erlaubt, das für dich zu ändern, den Titel korrigiert und das fehlende ‚e‘ ergänzt – das können nur Moderatoren und Admins, deshalb habe ich es kurz angepasst. ;)

Ein sehr gelungenes, liebevolles Sonett über das Schreiben von Sonetten.
Willkommen im Club.

Liebe Grüße :)

Falderwald



Lotusblüte 10.09.2026 09:28

Liebe Floris,

ich musste lächeln, als ich dein Sonett gelesen habe — nicht wegen der Mühe, die du darin beschreibst, sondern wegen dieser stillen Entschlossenheit, die zwischen den Zeilen steht. Du gehst so ehrlich mit dem eigenen Ringen um, dass der Text fast wie ein kleines Tagebuch wirkt, das man gern öffnet.

Dein Rhythmus trägt das wunderbar. Dieses „gezählt, verworfen, wieder neu begonnen“ hat etwas sehr Menschliches, und vielleicht macht genau das den Charme aus: dass du nicht nur die Form beherrschst, sondern auch zeigst, wie sie dich herausfordert. Die letzte Zeile ist ein schöner, leiser Triumph — nicht laut, nicht stolz, sondern einfach ein Weitergehen.

Ich freue mich, dass du dem Sonett so viel Raum gibst. Man spürt, dass du darin gerade etwas findest, das größer ist als die Form selbst.

LG :Blume:
Lotusblüte



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