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Der traurige Spielmann
. Der trauriger Spielmann: Auf einer morschen Bank sitzt einsam spielend, Inmitten herbstlich grauen Weiten, Ein Mann, der die Gitarre nicht mehr fühlend, Behutsam zupft die kalten Saiten. Denkt an der Kindheit Freuden in der Ferne, Verspieltes Treiben, Kinderlieder, An blaue Sommertage, deren Wärme im Strom nun fließt durch seine Glieder. Ein kalter Wind jedoch kommt jäh in Böen Vom fels’gen Berg herniederstürzend. Er sieht Orion nun in dunklen Höhen, Auf seinen eis’gen Throne sitzend. Schon in der Jugend lauschte er voll Staunen, Der Winde Wörter, die im Haine, Gar Melodien singen, wie Posaunen, Von bunten Blättern, rotem Weine. Bald ziehen dunkelgraue Nebelschwaden Und Wolken, wie ein flach Gewinde, Vom Fluss herauf auf den verwachsnen Pfaden, Getrieben von dem eis’gen Winde. Umringt von Fichten, Tannen, Herbsteswiesen, Fernab dem Ruf der Nachtigallen, Spielt er sein Lied, dem Dorfe abgewiesen, Dem Saitenspiele längst verfallen. Erzürnt sitzt er nunmehr seit vielen Jahren, Erstarrt das Blut in seinen Venen, Das kläglich’ Schicksal, das ihm widerfahren ihm hinterlässt gar stille Tränen. Auch Morgen wird er hier noch einsam spielen, Sein Lied auf den gefror'nen Saiten, Und wird das Leben in ihm nicht mehr fühlen, in diesen herbstlich grauen Weiten |
Hallo Smoertin,
dein trauriger Spielmann darf nicht gehen, schon gar nicht unter. Er geht viel zu nah zu Herzen das er unkommentiert verabschiedet wird. Ein trauriges Gedicht, passend zur Jahreszeit. Der Knacki schickt dir anerkennende Grüße |
Hallo Panzercknacki:
Wirklich großen Dank für deine wohlwollenden Worte zu diesem alten Gedicht! Ich habe mich sehr darüber gefreut. Sehr liebe Grüße aus Wien, Smoertin |
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