Hi Nihil!
Gar nicht übel, dein Einstandsgedicht! Man merkt das Rhythmusgefühl des Tanzlehrers - indes, ein klitzekleiner "Bug" ist doch drin:
Die Tipps:
Die Kraft die jenen innewohnt
Komma nach "Kraft" und am Zeilenende, vor und nach dem Einschub.
die langsam nach dem Tode streben,
die müde sind vom Brust erheben
"Brusterheben" würde ich sogar zusammen schreiben im hauptwörtlichen Gebrauch. Wenn nicht, (das) "Erheben" groß.
und für die sich Sterben lohnt,
Diese Zeile beginnt betont in einem Gedicht mit ansonstem unbetontem Auftakt. Altern.: "für welche sich das Sterben lohnt,".
ist größer als man denken mag.
Die Zeit vergeht an jedem Tag,
ist in die Haut hinein gewebt,
Auch "hineingewebt" gefällt mit zusammen besser - alte Schule! 
erzählt von jeder schlechten Zeit
Komma am Zeilenende.
von jedem Schlag und jedem Streit.
Hier fände ich am Ende einen Bindestrich besser, Folgezeile klein beginnen.
Doch hat man nicht umsonst gelebt.
Wer leben will sucht einen Sinn,
Komma nach "will".
wer nicht der siecht der Zeit dahin.
Komma nach "nicht". Schöner: "Wer nicht, siecht in (oder: mit) der Zeit dahin.".
Wer sterben will, der hat ein Ziel,
Doch wer nicht leben will..
Zeile nach Komma klein beginnen. Statt der 2 Punkte wäre auch hier ein Bindestrich zielführender, wie ich finde - in diesem Falle Folgezeile klein beginnen.
Der ist zuviel.
Sehr melancholisch schreibst du von der Kraft ebenjener Melancholie - dass auch die negativen Erlebnisse uns stärken und lehren können, egal, wie grausam sie sein mögen. Die Depression als Lebensschule ... Schaff's oder geh unter, friss, Vogel, oder stirb. Nun, das klingt brutal, aber letztenendes läuft es bei aller Empathie großflächig genau darauf hinaus.
Gern gelesen!
LG, eKy