Liebe cyparis,
ich konnte auf dieses kleine Kunstwerk gestern nicht mehr antworten, also tue ich es heute als die letzten Schriftzeichen für den heutigen Tag..
Zitat:
Die süße Mondnacht
webt mit silbernem Scheinen
Schatten auf mein Grab.
|
was mir vor allem gefällt ist das ich in einem Zug durch diese Zeilen komme und diese somit wie ein Windhauch an mir vorbeiziehen...der kritik zu dem Wort "süß" kann ich mich nicht anschließen, ich finde es ok eine laue Nacht o.ä in dieser Form auszudrücken, wobei man hinzusagen muss..das die reine Objektivität in einem haiku zumindest für jene die ich las eine Mär ist...in einem haiku geht es eher um das subjektive verschmelzen und somit das durchdringen des Geistes durch die außenstehende Welt, das hereinlassen in dein Haus Körper/Geist/Seele usw und für dieses Ereignis die richtigen Worte zu finden...hier ist dies in meinen Augen ein Hauch von Melancholie der jede Mondnacht begleitet, fast schon romantisch..."mein Grab" interpretiere ich jetzt mal mit Stille, vllt die Welt ringsum...das es sich um ein realistisches Grab handelt sprich mit Stein, kann man nicht definitiv sagen...für mich drückt es ungemein eine Wehmut der Welt gegenüber aus, die sich im LI wiederspiegelt, in Form einer währenden Melancholie..ich halte es für ein sehr schönes haiku...die ersten Zeilen der Augenblick an sich, die letzte Zeile als ein Verschmelzen...sehr schön
liebe grüße basse
__________________
© Bilder by ginton
Jeder, der dir nah steht, steht mir auch nah...
Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi)
nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)