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Alt 23.05.2026, 23:48   #1
MakaVeli
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 18.04.2021
Beiträge: 81
Standard Mach gut, mein Kind

Der Deutsche, er ist gern so frei
und sperrt ein, lagerweise,
weshalb Kinder nach dem ersten Schrei
gehen manchmal kreischend leise

in seinen Knast aus Stahlbeton.
Alles riecht nach letzter Reise.
Ein lauter Hieb auf keinen Gong.
Wie groß ist zur Hölle ist die Meise,

wenn sie nie das erste Wort frei sprechen,
sie niemals ehrlich offen hoffen,
sie vor dem ersten Tag schon brechen,
die nie Entscheidungen getroffen,

wenn sie welken, brechen, eingehen,
als wär ihr Herz schon ewig alt,
als ließ Leid sich durch den Nabel sehen,
als wär's im Mutterleib schon kalt,

als würd's flüsternd zu den Bäuchen sprechen.
Sie sind noch kerngesund geboren
und doch verdammt sofort zu brechen,
und Dank uns direkt verloren

und vor dem Namensschild schon ausradiert,
und vor lebendig schon verreckt
und bevor es jemals was verliert,
verschwindet's, wird bezweckt

in klirrend kalt, schneebedeckt,
und hinter Mauern und
im nichts wird ausgeleckt,
machen wir ein gesund

aus dem ersten, letzten krank.
Weil wir kranke Schweine sind.
Der nicht vorhandnen Kraft sei Dank.
Tut mir Leid. Mach's gut, mein Kind.
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