Thema: eiertanz
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Alt 02.06.2026, 09:26   #1
MakaVeli
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 18.04.2021
Beiträge: 86
Standard eiertanz

ich weiß ja ja ich weiß
wie lange ich nun schon deine augen
mit rum trage in meinem gesicht
hackfresse
ich erinnere mich genau
als ich dich zum ersten
mal vor mir sah und deine stimme
ohne dich zu hören
und wie daraus ein neues
lebensziel erwuchs an dessen ästen
irgendwann nichts mehr hängen sollte außer
worte nur meine worte
und mit ihm keimten zart
erste flammen des kampfes
gegen ein leben mein leben
das versucht mich zu töten
und meine Hoffnung und mein werk
seit ich die erste brise seiner
schweren luft zu atmen bekam
nur manchmal nachts alleine schon
bin ich eingeschlafen und deine augen
suchten nach mir in den worten
die wie der regen vom spätabend
vom ende des daches
ins ewige tropften
und noch glaubte das leben
die stetige dosis
tödliches gift würde reichen
um mich einschlafen zu lassen
längst bevor es zu spät ist
noch merkte das leben nicht
dass ich durch dich in mir
durch die Tragödie
links faust
und rechts seinen besten freund
als Helfer als Helfer in der Hand
hatte und die deckung so
bereits zum angriff erhoben
und es erhöhte die dosis
und ich erhöhte die dosis
und es wurde nacht und ich begann
dem regen zu folgen zum ende der dächer
und ich begann ihn zu sammeln
und ich begann zu laufen und den tag
endgültig zu verlassen und das leben
merkte das zum ersten mal etwas
nicht mehr verlief wie gewohnt und
ich schrieb meinen namen in den wind
dem ich folgte und wurde so zu dem
was mich abtrug von der kalten straße
mich entlang des regens tropfend von
all den dächern vom letzten abend davor
durch die Dunkelheit führe bis ich dich
endlich deine worte wieder vor mir sah
wie ein licht das mich leiten konnte ohne ein leuchten
und alles, alles was ich umarmen
und nie wieder los lassen wollte schickte
mich weg und auf in den kampf der mich bis
hierher schon auf schritt und
in tod jagend verfolgte

und so ging ich auf das freie feld
mit offenen wunden durch schnitte
von gestern so scharf dass sie heute erst
aufzubrechen und bis auf die knochen zu reissen
und es schickte euch um mir seinen Tod
unter die nase zu reiben
und es schickte euch mir um mir euren schlaf
in die träume zu streuen
und offene wunden
und es schickte mir euch um mir eure worte
ins wort fallen zu lassen doch
wusste ich längst dass ich bloß aufhören muss
zu sterben und anfangen muss
mich zu töten um dich in mir leben zu lassen
um mit deinem feuer in ihrer kälte
sengenden sand in mir oase zu zaubern
aus denen auch der zehnte tag nach der neunten
nacht noch jeder schluck leben irgendwie lebendig schmeckte
endlos ließ es mich sterben
bis ich endlich wieder den tod wählte
und du begannst den müll den sie in mich stopften
den ich bereitwillig schluckte als wäre
mein ende längst medizin durch dich durch dich
und du ließt ihn brennen den müll
und ich sah die zeichen am himmel der über mir
seit jahren nicht mehr existierte nur noch blut
das über meinen Körper strömte und von meinen lippen
durch meinen stift begann
den ich einzig fest an mich hielt
die seiten von morgen
mit leben zu füllen
und längst ging es nicht mehr ums überleben
nur noch um blut
das ich vergießen musste
um die wunde die ich längst war
nicht ausbluten zu lassen
jahrelang
jede begegnung mit leben gesegnet mit schmerz
und mehr davon am verdammten morgen danach
bis ich eines schönen abends
als gerade die sonne aufging
und ein jahr unter oder alles
wir saßen wie immer
ich mit mir ganz alleine, selbstversändlich
zehn tage wach
zitternd und in gedanken verloren
zwischen koks und kuchen
ich weiß es noch als wärs gestern gewesen
obwohl es eben erst passierte
setzten die wehen ein
und der schmerz all der schmerz
ergab sich in einer geburt und machte sinn
als wir das leben zur welt brachten
das wir so doch nicht umsonst suchten
ich weiß es noch
als wäre es gestern gewesen
wie stolz du den kleinen ansahst und sagtest
schatz schau doch schau
es ist
es ist
ein verdammtes crackbaby
und ich weiß noch genau wie ich stolz sagte
ooooooooooooooooooooooooooooohhh
wie süß und das wasser in deinen augen
halten wollte für tränen der Freude
weil es uns so ähnlich sah
bis mir auffiel
es gibt keinen grund zur Freude
weil es uns so ähnlich sieht
blutgruppe positiv
motortyp kämpferherz
form der fresse schlechter scherz
futternd bloß die not nur
windel voll mit fetter rußspur
vom ersten atemzug direkt
die lunte im hals
wegbrennend direkt
beiderseits her

ganz die alten
ganz die alten

und jetzt wo unser kleines leben
noch aus dem Häuschen ist
zieh doch die schuhe
oder was fürsten so tragen
an den dingern die fürsten
daunten so haben
ziehs aus und
komm einmal ganz aus dir raus
und ganz einfach ganz rein
sollte dir heiß sein
stell dich nicht so an
ist bloß selbstgemachter
Raumduft
der nicht nur nach hochofen riecht
nach vielen kalten wintern
verdammter einsamkeit
lass uns in ruhe nun
mit der familienplanung beginnen
um endlich anzufangen
sie abzuschließen
schick doch die vögel wieder
zurück an den himmel und lass sie
ihre raketen mit liedern bombardieren
und wenn sie liebe brauchen die spinner
schau aus meinen augen
kleines
und lass dir von deiner stimme aus
dem oberstübchen der bude gegenüber
deine geschichte erzählen
vielleicht sind die reißenden trommelfelle
der neuorientierung bereits dienlich
während die taubenscheiße hagelartig
auf ihren wackelnden wellblechen einschlägt und
sie so nicht merken
wie ich dabei bin ihnen
auf die dächer zu steigen
sind sie bereits klein
und unser leben groß und stark und
als es flügge wird und wieder
nach hause zurückkehrt
ist es verschwunden nachdem
es uns den ort
an dem wir lebten
vom leib reißt
als wäre es nichts außer geil auf ein darunter
und uns rausschmeißt
aus mittendrin am ende

in die mitte eines anfangs
an dem ich nackt stehen werde
vor zitternden rüstungen
die in dem saustall der ich bin
hinter unseren augen und durch unsere stimme
alles finden werden was sie je brauchten
und niemals je suchten
eine seele in zwei brüsten
unter einer kippe danach
alles an kraft
alles, alles an verstand
und so die verdammte krone
ihrer verdammten Schöpfung
endlich ihren meister in mir
und alles für eins
und alle in einem
und als sie mit einem mal
im Moment feststellen
das nicht alles war wie es schien
und so plötzlich klar wird
dass vieles verdammt nochmal
genau das ist
wonach es aussieht
und endlich so
alles wieder in allem
alle in jedem
und alles und jeder

dann wird’s zeit
für das alte eisen
etwas zurückzugeben so lange
wir noch heiß sind
freund, bruder, familie
lass uns gehen
zurück auf die suche
die nun endlich wieder
ewig
heim auf den alten weg
im nichts veschwindend
überall zu sein
mit dem alten lied
nicht endend mehr
endlich
nach morgen
den neuen zu finden

Geändert von MakaVeli (02.06.2026 um 10:56 Uhr)
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