Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 27.07.2026, 10:39   #1
Taxi5013
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 246
Standard Wenn der Abend leise singt...

Wenn der Abend leise singt

Wenn leis der Abend niedersteigt
und Gold den Himmel sanft verschweigt,
wenn jeder Vogel heimwärts zieht
und fern ein letzter Windhauch glüht,
dann setzt sich still die Zeit zu mir,
erzählt von gestern, dort und hier.

Von Wegen, die ich einst gegangen,
von Träumen, die im Licht verklangen.
Ich seh noch Wälder, Meer und Strand,
den roten Staub im fernen Land,
den weiten Himmel, sternenklar,
als jeder Tag ein Wunder war.
*
Ich hör noch Stimmen, längst verweht,
von Menschen, die der Wind umweht.
Doch was die Liebe einst gegeben,
bleibt unauslöschlich meinem Leben.
Denn wahre Liebe stirbt wohl nie,
sie wandert leis wie Melodie,
sie schläft im Duft der Sommerrosen,
im Lied der Lerchen, schwerelos.
*
Und wenn dereinst mein Tag vergeht
und still die letzte Stunde weht,
dann fürcht' ich nicht die dunkle Nacht,
die Liebe hat auf mich gewacht.
Vielleicht ist hinter jenem Stern
ein Wiedersehen gar nicht fern;
vielleicht reicht eine treue Hand
mir lächelnd aus dem Morgenland
*
Bis dahin trag ich still im Herzen
die Freude neben alten Schmerzen.
Denn wer geliebt mit ganzer Seele,
dem bleibt ein Licht auf jedem Wege.
So geh ich weiter, Schritt für Schritt,
die Hoffnung geht noch immer mit.
Und über allem, weit und sacht,
hält Gott die Sterne jede Nacht.
*
Taxi5013 ist offline   Mit Zitat antworten