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Alt Gestern, 01:05   #3
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
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Liebe Xenia,

ich danke dir für deinen Kommentar.

Es freut mich, dass du den Text so gelesen hast, wie er gemeint ist — nicht als Anklage, sondern als Versuch, diesen dünnen Lack der sogenannten Zivilisation einmal abzuwischen und zu schauen, was darunter liegt. Du hast das sehr treffend beschrieben: ein stilles Abziehen der Handschuhe, kein lauter Aufschrei.

Mir ging es beim Schreiben weniger um Empörung als um dieses ernüchternde Staunen, das sich einstellt, wenn man die Muster der Geschichte immer wieder erkennt. Die höfliche Barbarei, wie du sie nennst, ist ja nichts Neues; sie hat nur gelernt, sich besser zu kleiden. Und manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als das zu benennen, ohne gleich eine Lösung zu behaupten.

Dass du die Ironie am Ende so deutlich gespürt hast, freut mich. Sie ist für mich oft das Einzige, was bleibt, wenn man die Welt nicht ändern kann, aber auch nicht bereit ist, sie einfach zu entschuldigen. Ein leiser Abstand, der nicht tröstet, aber wenigstens klar macht, dass man hinsieht.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, so aufmerksam zu lesen.

Liebe Grüße

Falderwald

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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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