Das Loch
Das Loch
Jetzt ist er wieder da, der schwarze, tiefe Schlund.
Ich hab mich so bemüht nicht rein zu fallen.
Ich hab mich abgelenkt, versuchte neue Wege,
die mich nur wieder vor den gleichen Abgrund brachten.
Der Schmerz ist wie erwartet, ich kenn ihn viel zu gut.
Es fühlt sich immer noch so an ,als wär ich amputiert,
ein halbes Herz, ein halbes Hirn, ein halber Mensch,
wie soll das nachwachsen und wann ?
Die Kluft, vor der ich stehe, flüstert, lass dich fallen,
am besten spring mit Anlauf in mich rein,
dann ist der Absturz schnell, du weißt doch schon,
wie anstrengend der lange Aufstieg wird.
Im Fallen rauschen all die gut verdrängten Bilder,
an mir vorbei und reißen alles wieder auf,
ein hundsgemeiner, miserabler Film,
den ich nicht stoppen oder ändern kann.
Am Ende dieses Streifens steht stets das gleiche Bild.
Du bist gegangen und ich hatte keine Chance,
etwas am Ausgang zu verbessern, zu verhindern,
all meine Liebe konnte dich nicht retten.
Das Schlimmste und das Beste ist das Aufstehen.
Ich hab gelernt, wer im Loch sitzen bleibt, ist tot.
Probate Steigeisen sind Freunde, Schreiben und Musik,
aber vor allen Dingen, die Neugier, ob da noch was kommt.
Wer ständig aus dem Krater kraxelt, entwickelt Muskeln.
Und auch die Lust am Neuen kann beflügeln,
Irgendwann werde ich die Schlucht von weitem sehen,
mich kraftvoll abstoßen und lächelnd drüber segeln.
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