Thema: Das Loch
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Alt Gestern, 12:48   #3
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
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Hallo liebe Floris,

dein Text beschreibt einen vertrauten Schmerz mit großer Direktheit. Die Bilder sind eindeutig, nicht metaphorisch verschleiert, sondern klar benannt: der Schlund, der Absturz, die amputierten Teile des Selbst. Das gibt dem Gedicht eine gewisse Unmittelbarkeit, die ohne Umwege funktioniert.

Was auffällt: Du arbeitest stark mit Wiederholung und Rückkehr. Der Abgrund kommt wieder, die Wege führen wieder dorthin, die Bilder rauschen wieder vorbei. Diese Kreisbewegung ist konsequent, aber sie lässt den Text über weite Strecken in derselben emotionalen Lage verharren. Das ist stimmig, aber es nimmt ihm etwas von der möglichen Dynamik.

Die stärkste Passage ist die Wendung im letzten Drittel, wenn du vom Aufstehen sprichst. Dort entsteht erstmals eine klare Bewegung: weg vom passiven Erleiden, hin zu einer aktiven Entscheidung. Die „Steigeisen“ — Freunde, Schreiben, Musik — sind ein präzises Bild, weil sie nicht heroisch wirken, sondern praktisch. Das trägt.

Der Schluss mit dem Abstoßen und Segeln ist bewusst gesetzt, fast programmatisch. Er funktioniert, weil du ihn nicht überhöhst, sondern als logische Konsequenz der vorherigen Zeilen formulierst. Er ist weniger ein Triumph als eine nüchterne Perspektive: ein möglicher Zustand, kein garantierter.

Insgesamt ein Text, der durch seine Klarheit wirkt, nicht durch Überraschung. Er benennt, was er meint, und bleibt dabei konsequent.

Liebe Grüße

Falderwald


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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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