Liebe Xenia,
danke dir für deine Worte.
Du hast die Stimmung des Textes sehr treffend beschrieben. Diese Melancholie, die sich nicht laut zeigt, sondern eher wie ein feiner Schatten über den Zeilen liegt, war tatsächlich beabsichtigt. Der Jahreszeitenwechsel ist hier nur Kulisse – das eigentliche Thema ist der Verlust, der sich nicht durch Frühling oder Sommer wegschieben lässt.
Dass du die ruhige, schmucklose Sprache hervorhebst, freut mich besonders. Ich wollte den Text nicht überfrachten, sondern ihn so schlicht halten, dass die Kälte, die darin steckt, fast von selbst spürbar wird. Die letzte Zeile ist dabei der Punkt, an dem sich alles bündelt: ein Sonnenschein, der nichts mehr wärmt.
Liebe Floris,
deine Rückmeldung hat mich gefreut.
Du hast recht: Wer einmal wirklich „gefroren“ hat – im übertragenen Sinn –, der erkennt diese Art von Kälte sofort wieder. Es ist eine Erfahrung, die sich nicht erklären lässt, sondern nur wiedererkannt wird. Genau darauf zielt der Text ab: nicht auf Dramatik, sondern auf dieses stille Erstarren, das sich in den Alltag legt.
Dass du die Reimform erwähnst, freut mich ebenfalls. Das Sonett zwingt zu einer gewissen Disziplin, und manchmal hilft gerade diese Formstrenge dabei, ein Gefühl klarer zu fassen. Schön, dass du das so wahrgenommen hast.
Ich bedanke mich für eure einfühlsamen Kommentare.
Liebe Grüße an euch beide
Falderwald