Genug
Genug
Wie viele Tränen sind genug geweint?
Wann hört das auf, dass ich aus heiterem Himmel
an dich denke und es tut einfach nur so weh ?
Wann heilt die Zeit die Wunden?
Das Weinen dauert jetzt nicht mehr so lange,
mir wird viel schneller klar, dass es nichts nutzt.
Außer geschwollenen Augen, zu vielen Zigaretten
und zu viel Rotwein, keine Veränderung.
Ich nehm mir immer vor, tapfer zu sein.
Das Klageweib, hysterisch und am Rande,
dieses Bild seh ich und ich mag es nicht.
Das haben du und ich nicht zusätzlich verdient.
Es wäre so viel einfacher, wenn ich an diesen Alten,
den liebenden, den voller Güte, noch glauben könnte.
Aber er hat dich einfach sterben lassen.
Er wusste es ,genau wie ich, nicht besser, der Idiot.
Fast jeder Tag hat irgendwo versteckt ein „Nie mehr“
Nie mehr ums kochen streiten, nie mehr küssen,
nie mehr dir abends sagen: „ hab dich lieb“
nie mehr die Antwort hören: "ich dich auch“
In meinem Kopf sammeln sich alle Tränen,
die ich um dich und andere geweint hab,
in einem großen dunkelgrünen Stausee.
Umrahmt von Trauerweiden, weil das passt.
Und kämen Wanderer vorbei, sie würden denken:“
wie unergründlich tief dies Wasser ist!
ist das jetzt kitschig oder mehr idyllisch?
Es stimmt mich traurig aber es tröstet auch."
Dann hätte alle Trauer, alle Verzweiflung
nicht nur für mich ein Bild und einen Sinn.
Und dass ich über meine Tränen schreibe,
wär ein Gedicht und nicht vertane Zeit.
|