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Alt 27.08.2026, 23:09   #5
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
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Liebe Xenia,

deine Worte treffen den Kern des Textes so leise und zugleich so genau, dass ich beim Lesen fast das Gefühl hatte, du würdest selbst im Halbdunkel dieses „Labors“ stehen und den Dämpfen zusehen, wie sie sich verdichten.
Du hast recht: Der Text ist kein Rezept, sondern eine kleine Versuchsanordnung, in der Gefühle nicht entstehen, sondern extrahiert werden — wie Substanzen, die man eigentlich besser nicht in Reagenzgläser füllt.

Dass du die Härte der letzten Strophen so klar benennst, freut mich besonders. Der Kelch, der weitergereicht wird, sollte nie als Triumph gelesen werden, sondern als das, was du darin siehst: ein stilles Kopfschütteln darüber, wie weit Menschen gehen können, wenn sie sich von ihren dunkleren Regungen leiten lassen. Vergeltung ist selten laut — meistens ist sie nur konsequent.

Und ja, der Würfel Träneneis:
Er war als letzter, kleiner Stich gedacht, ein Moment, in dem die Kälte nicht nur schmeckbar, sondern sichtbar wird. Dass du ihn als eleganten Abschluss liest, ist ein schöner Gedanke; vielleicht ist er genau das — ein winziger, gefrorener Rest dessen, was einmal Mitgefühl hätte sein können.

Danke dir für deinen Blick.
Er ist wie immer klar, freundlich und ohne jede Schärfe — und gerade deshalb trifft er.

Liebe Grüße

Falderwald


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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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