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Alt 27.08.2026, 23:25   #5
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
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Liebe Melinda,

dein Kommentar hat mich sehr gefreut, gerade weil er nicht auf die lauten Stellen des Textes zielt, sondern auf das, was darunter liegt — diese stille Ernüchterung, die sich einstellt, wenn man lange genug auf die Oberflächen schaut und merkt, wie wenig sie eigentlich verbergen.

Du hast etwas sehr Treffendes formuliert: dass der Text kein Anklagechor ist, sondern ein Protokoll.
Genau so war er gedacht. Nicht als moralischer Hammer, sondern als eine Art Inventur dessen, was wir „Zivilisation“ nennen, wenn wir uns selbst beruhigen wollen. Die Härte entsteht nicht aus Wut, sondern aus dem nüchternen Nebeneinander der Widersprüche — und du hast das mit einer Klarheit benannt, die mich wirklich berührt hat.

Besonders schön finde ich, wie du den „Mantel über der Gewalt“ liest.
Für mich war er immer ein Bild dafür, wie sehr wir uns bemühen, die alten Muster zu verkleiden, statt sie zu verändern. Dass du darin eine „leise Tiefe“ siehst, freut mich sehr — vielleicht ist es genau diese leise Tiefe, die man braucht, um die alten Muster überhaupt auszuhalten.

Und ja, die Ironie am Ende ist tatsächlich ein Schutzmechanismus.
Nicht, um die Welt zu entschärfen, sondern um sie überhaupt benennen zu können, ohne daran zu zerbrechen. Ironie ist manchmal die letzte Form von Würde, die uns bleibt, wenn die Zivilisation sich selbst nicht mehr erklären kann.

Danke dir für deinen Blick — er ist wie immer präzise, freundlich und ohne jede Hast.
Solche Rückmeldungen machen das Schreiben leichter.

Liebe Grüße

Falderwald


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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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