Geschätzte Literaturgemeinde
,in der Rubrik „Humor“ liegt uns ein dreistrophiges Gedicht vor. Das Werk widmet sich der humoristischen Personifizierung einer Zimmerpflanze, der menschliche Zickigkeit angedichtet wird. Ein charmanter Alltagseinfall, der sich wohltuend von schwerer Foren-Lyrik abhebt.
Das handwerkliche Befundblatt zeigt ein erfreulich sauberes und präzises Bild:
1. Die Struktur der Reime
Der Text glänzt durch ein feines Formbewusstsein. Die Autorin wechselt im Kreuzreim (abab) konsequent zwischen weiblichen (klingenden) Reimen (Zimmerpflanze / Ganze) und männlichen (stumpfen) Reimen (gedreht / Gebet) ab. Das verleiht der gesamten Struktur eine harmonische Abwechslung. Auch die saubere, exakte Paarung von exakt und Kontakt am Ende fügt sich reibungslos in dieses handwerkliche Schema.
2. Die metrische Stabilität
Das Gedicht wird von der ersten bis zur letzten Zeile durch einen absolut stabilen, flüssigen fünfhebigen Jambus (unbetont – betont) getragen. Jede einzelne Zeile – bis hin zu den anspruchsvolleren Rhythmusgefügen wie „und nachgefragt, ist das aufgrund des Lichts“ oder „sie stand den ganzen Nachmittag exakt“ – hält den Takt vollkommen fehlerfrei durch. Der natürliche Sprachfluss wird an keiner Stelle für das Metrum verbogen.
Fazit:
Ein humoristisch absolut gelungenes, leichtfüßiges Gedicht. Es beweist, dass sich subtiler Witz und handwerkliche, metrische Präzision im Forenbereich keineswegs ausschließen müssen. Eine rundum saubere Arbeit, an der es textanalytisch nichts auszusetzen gibt.
Mit kritischem (und erfreutem) Gruß,
Feder Zensor
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Kritisiert wird der Text, niemals der Mensch.
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