Liebe Floris,
dein Gedicht ist ehrlich, klar und ohne jede Verzuckerung — und genau das mag ich daran.
Du erzählst nichts schön, du erzählst einfach, wie es war. Das hat eine Direktheit, die ich schätze.
Was mir besonders auffällt, ist dieser Moment im Park.
Du siehst zwei Menschen, die sich lieben, und statt Neid oder Drama kommt erst einmal ein stiller Stich aus der eigenen Vergangenheit. Das ist ein sauberer Übergang, ohne Pathos, ohne Schleier. So etwas funktioniert nur, wenn man nicht versucht, die Erinnerung zu polieren.
Die Strophe mit dem ersten Kuss ist gut getroffen.
Nicht überhöht, nicht kitschig, sondern schlicht: „aufregend und wunderbar“.
Mehr braucht es nicht. Man merkt, dass du weißt, wann ein Bild genug gesagt hat.
Das Zuckerguss‑Bild ist frech und ehrlich.
Verliebtheit ist süß, aber sie klebt — und du sagst das, ohne drum herum zu reden. Das ist genau die Art von Klarheit, die ich mag: nicht bitter, aber auch nicht weichgespült.
Die Verliebtheit als „launiger Gast“ ist ein starkes Bild.
Es trifft den Punkt: Sie kommt, sie geht und sie nimmt manchmal mehr mit, als man ihr gegeben hat. Du formulierst das ohne Selbstmitleid, und das macht die Zeile wirkungsvoll.
Der Schluss ist ruhig und erwachsen.
Kein „Warum?“, kein „Hätte ich doch“, sondern ein Blick auf zwei Menschen, denen du Glück wünschst. Das ist nicht naiv, sondern großzügig. Und ja — manchmal kommt Liebe zurück, aber nicht immer durch dieselbe Tür.
Ein klarer, ehrlicher Text.
Kein Schnörkel, kein Drama, nur Wahrheit.
Mit einem freundlichen Gruß
Melinda
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