Lieber Falderwald,
dein Gedicht hat eine stille Kraft, die sich nicht aufdrängt.
Was mir daran gefällt, ist die Art, wie du die Zeit nicht als abstrakte Größe behandelst, sondern als etwas, das handelt. Die Diebin, die nimmt. Die Architektin, die baut. Das wirkt klar und unaufgeregt, fast wie eine Beobachtung, die man erst versteht, wenn man sie eine Weile stehen lässt.
Die Bilder sind sehr sauber gesetzt.
Der Morgen, der Schritt, die Gesichter — das sind keine dramatischen Verluste, sondern die kleinen Dinge, die man erst merkt, wenn sie fehlen. Die Kiesel in der Hand haben etwas Beruhigendes, ohne weich zu werden.
Besonders schön finde ich die Freiheit, die du im Text nicht laut machst.
Auf Ruinen stehen und den Vögeln zusehen — das ist ein stiller Gedanke, der nicht erklären muss, warum er trägt. Er tut es einfach.
Der Schluss ist stark, gerade weil er so schlicht ist.
Man muss die Zeit nicht besiegen.
Man muss nur aufhören, ihr das Werkzeug zu entreißen.
Das ist eine Zeile, die nicht belehrt, sondern einfach bleibt.
Ein ruhiger, klarer Text.
LG

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