Liebe Xenia,
dein Gedicht arbeitet mit einer ruhigen, konsequenten Bildsprache: Loch, Ruine, Trümmer, Seil. Das ist schlicht, aber wirkungsvoll, weil du die Metaphern nicht überdehnst. Die ersten drei Strophen zeigen den Absturz und die Entfremdung ohne Drama, nur mit nüchterner Feststellung. Die vierte Strophe ist der Wendepunkt, und der funktioniert, weil du ihn nicht pathetisch inszenierst, sondern als Entscheidung formulierst.
Das Seil in der letzten Strophe ist ein starkes Bild, weil es aktiv ist: kein Hoffen, kein Warten, sondern Handeln. Der Schluss ist leise, aber klar – „und deshalb sind wir immer noch“ – das trägt.
Ein stimmiges, geschlossenes Gedicht, das seine eigene Schwere hält, ohne zu drücken.
Liebe Grüße
Falderwald