Lieber Falderwald,
beim Lesen deines Gedichts hatte ich das Gefühl, dass du eine ganze Landschaft aus Haltung, Schmerz und Klarheit vor mir ausbreitest. Die Bilder sind kraftvoll, aber nie überladen – sie wirken wie etwas, das man eher sieht als liest. Besonders der Falke trägt eine stille Würde, die sich nicht aufdrängt, sondern einfach da ist, als Gegenpol zu all dem Grau und der Feigheit im Unterholz.
Was mich am meisten berührt hat, ist die Ruhe, mit der du die Ungerechtigkeit erzählst. Kein Aufschrei, kein Zorn, sondern dieses leise, klare Benennen. Dadurch bekommt der Moment, in dem der Falke sich löst und aufsteigt, eine fast helle Qualität. Es ist kein Triumph, sondern ein Abstand, der aus innerer Stärke kommt.
Die letzte Strophe schließt das Gedicht sehr schön: ein Blick von oben, der nicht verurteilt, sondern erkennt. Und vielleicht auch ein bisschen trauert.
Ein starkes, stilles Stück.
LG

Lotusblüte