Liebe Floris,
dein Sonett hat eine schöne, leichte Selbstironie, die sofort trägt. Man merkt, wie du dich mit der Form auseinandersetzt, aber ohne Drama — eher mit diesem „Na gut, dann eben noch einmal“-Ton, der sehr sympathisch ist. Die Mischung aus Fluchen, Zählen und Weiterprobieren wirkt authentisch und macht den Text lebendig.
Handwerklich ist das sauber gebaut: Die Reime sitzen, der Rhythmus hält, und du führst die kleine Entwicklung — vom Ärger über die Mühe bis zur stillen Lust, es wieder zu tun — klar durch. Besonders die letzte Zeile hat etwas sehr Unaufgeregtes, das gut passt: kein Triumph, sondern ein schlichtes Weitergehen.
Ein rundes, charmantes Sonett, das zeigt, wie man sich mit einer Form anfreundet, indem man sie einfach macht.
Herzliche Grüße von Xenia