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Alt 09.10.2026, 01:46   #2
thommi
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 28.12.2013
Beiträge: 102
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Hallo Taxi5013,

Wahnsinn. Mir kommen die Tränen der Rührung – oder vielleicht ist es auch nur der akute Sauerstoffmangel in diesen epischen Lyrik-Höhen. Was für ein monumentales Epos!

Der Übergang vom „Himmelssieger“ zum aasfressenden Gourmet ist dir wirklich meisterhaft gelungen. Da kreist er erst majestätisch im Dunst, kein Flügelschlag, die pure Eleganz – und zack, liegt da eine verwesende, tote Gämse am Berghang. Ein kulinarisches Highlight, das man natürlich „einige Male“ umkreisen muss, bevor man sich den Wanst vollhaut. Da schmilzt man als Leser direkt mit dahin.

Und das Reimschema! Ein absoluter Geniestreich der modernen Poesie. Erst reimst du „kreist“ auf „weist“, aber warum beim Rhythmus bleiben? Später reimst du einfach „Menschen“ auf... tja, auf gar nichts. Und am Ende beglückst du uns mit „Welt“, „dahin“, „Schmetterling“ und „Sinn“. Das hat einen ganz eigenen, avantgardistischen Rhythmus, den vermutlich nur der Adler versteht, während er an der Gämse knabbert.

Vom blutigen Kadaver im ewigen Kampf ums Überleben direkt zu einer Rose und einem Schmetterling zu springen, um darin den Sinn des Lebens zu erkennen – das ist emotionales Bungeejumping für Fortgeschrittene.

Ich sitze hier auf jeden Fall tief bewegt im Tal und warte sehnsüchtig auf dein nächstes Werk. Vielleicht etwas über die tiefere Philosophie einer Hosenmotte? Potenzial ist ja da.

Freundliche Grüße
thommi

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