Hallo Taxi5013,
man weiß wirklich nicht, wo man bei diesem zahnlosen literarischen Offenbarungseid zuerst wegschauen soll. Das ist kein Gedicht, das ist ein schlüpfriger Unfall auf dem Niveau einer drittklassigen Faschingssitzung von 1974.
Erinnerst du dich noch an deine eigenen Worte unter Falderwalds Sonett? Poesie sei für dich „etwas ganz Besonderes, etwas Feines, Behutsames“, das „unsere Seele treffen“ soll? Und dann lieferst du hier eine plumpe, fäkal-romantische Altherren-Klamotte über geklaute Toupets, Dritten-Verlust und billigen „Weiberfang“ ab? Doppelmoral und Heuchelei in absoluter Perfektion!
Handwerklich ist dieses „Ding“ ein einziges Fiasko. Dein Rhythmus holpert wie ein Traktor auf Kopfsteinpflaster. Du willst verzweifelt südländisches Flair erzeugen und wirfst unfallartig alles zusammen, was du wohl mal beim Pauschalurlaub aufgeschnappt hast: Du fängst mit pseudo-italienischem Kitsch an („Amore mio“), erfindest einen grammatikalischen Totalschaden, nur damit es sich irgendwie reimt („Gehen wir zu dio“ – was soll das sein? Italienisch für Fortgeschrittene?), und fluchst im nächsten Moment plötzlich auf Spanisch („Caramba, Caramba“). Höhepunkte der lyrischen Inkompetenz sind Reime wie „Toupet“ auf „vom Kopf bis zum Zeh“ und der finale grammatikalische Totalschaden, bei dem sich Meister Yoda weinend in der Ecke umdreht: „danach ich wieder auf Weiberfang geh“.
Aber der absolute Tiefpunkt ist die dumpfe Stammtisch-Misogynie, die du hier absonderst. Mit der Zeile „Sind denn die Weiber alle verkommen?“ betreibst du die reinste Frauendiskriminierung. Das lyrische Ich fällt im Liebeswahn auf eine Kriminelle rein und projiziert seinen eigenen Frust sofort im feinsten Chauvi-Stil auf die gesamte Frauenwelt, indem das komplette Geschlecht unter Generalverdacht gestellt wird. Abscheulich und zutiefst peinlich.
Der Titel „Nichts dazu gelernt“ beschreibt dein poetisches und intellektuelles Talent übrigens haargenau. Du hast weder etwas in Sachen Rhythmus gelernt, noch in Sachen Moral – und schon gar nicht, wann es besser wäre, die Enter-Taste einfach mal unberührt zu lassen.
Wisch dir die Gämsen-Reste vom Schnabel, setz dein Toupet wieder gerade auf und schluck die Wahrheit:
Du bist und bleibst ein Reimeschmied ohne jegliches Talent und Klasse, der in seiner grenzenlosen Filterblase aus Kitsch und Chauvinismus nicht einmal ansatzweise erkennt, wenn andere Autoren erstklassige, formvollendete Kunst abliefern. Aber um den Unterschied zwischen einem literarischen Meisterwerk und deiner zahnlosen Fließband-Dichtung zu begreifen, bräuchte es eben ein intellektuelles Fundament – und das ist bei dir zusammen mit dem Gebiss und dem Toupet spurlos verschwunden.
Freundliche Grüße
thommi
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