Liebe Stimme,
dein Gedicht bringt meiner Meinung nach eine paradoxe, und sehr tiefe Idee zum Ausdruck. Das schlimme 'Nein' zu sich selbst, weswegen 'die Fremdheit nur in uns selbst liegt'. So sehr die Eigenliebe, der Egoismus die wahre Menschenliebe unmöglich macht, so sehr ist die Selbstbejahung die Voraussetzung dafür, andere Menschen zu akzeptieren, zu tolerieren und zu lieben. Wer sich selbst nicht lieben kann, kann andere nicht lieben. Dem Egoismus liegt eine völlige Liebesunfähigkeit zugrunde. Der 'Egoisst' hasst sich im grunde selbst genauso, wie andere Menschen.
Ob das 'Nein' des Keinkindes damit zu tun hat, kann ich nicht sagen, denn da ist es vielleicht manchmal ganz positiv, weil es vielleicht auch das notwendige Entstehen des eingenständigen Ichs ausdrückt.
Liebe Grüße
Thomas
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