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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt Gestern, 10:53   #1
MakaVeli
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 18.04.2021
Beiträge: 87
Standard Lieb', lass uns entrinnen

Das ist jetzt tatsächlich erstmal so ne Entwurf, vielleicht ne Idee - die mir einfach schwer fällt umzusetzen, weil die Bewegund, in die sie will, einfach (noch)komplett fehl. Aber wenns je fertig werden soll, muss es erstmal raus.


Lieb', kannst du noch sehen,
ist dir nicht mal geblieben?
Ihr Schicksal, es zu drehen
hat gekostet dich dein lieben?a
Lieb', weil ihre Farben,
die sonst vom Teflon flossen,
existier'n nun als Narben,
darunter Tränen, unvergossen
darunter du, der sich nie
so werden sah, wie sie.
Was dein Herz einst besser wusst,
vergessen. Unklar, wie.

Lieb', willst du ihnen nun glauben,
wenn sie ihr Urteil fällen,
das steht bequem zu rauben,
das fällt sich vorzustellen,
dass man selbst fester stünde,
in dem man übermütig Übermut,
und all die guten Gründe
abgeschrieben. Unsre Glut,
dein Leben, unsre Stimmen,
die sie verkennen,für sich trimmen
auf abnorm, Frust und Wut,
abgeraucht. Zu faul zum Glimmen.

Lieb, was wirklich ich ersehne?
Dass ich mit keinem Wort
ich mich nochmal je erwähne,
daheim je an einem Ort,
einfach sein mit Fenster offen,
dass Klänge herein finden,
ohne bangen, wollen, hoffen
die gehen wieder wie mit Winden,
wo nur ein Fuß im Meer
nah genug am Rest schon wär,
vom Leben fern, nah den Blinden.
Mein Glas und ich bloß, voll und leer.

Lieb, ich will mit dir verschwinden,
ich will Heim zum Sinn,
mich nirgends endlich einfinden,
wo ich nur noch bin,
und weg endlich und endlich nah,
endlich nicht mehr hier,
weg von hier und nicht nach da,
einfach Heim zu ihr,
in ihren Schoß, zur Nacht.
Wo altes Gut wird neu gemacht,
wo vielleicht die Ruhe mir
endlich, endlich auch erbracht.

Lieb'? Kannst du nicht spüren,
dass die irre Herde,
verdammt zwar Krieg zu führen
aus dem Käfig Erde
fest gefangen in der Zeit
alles doch zerstörte,
das Jenseits und die Ewigkeit,
was Universen einst gehörte,
hat Mensch hier vom Planeten,
gequält, zerquetscht, zertreten,
bis wo Stille war, alle röhrte,
hat er höflichst in den Tod gebeten.

Lieb', der Tempel, der einst heilig,
nie wirklich und doch existent,
unser Großes, Ganzes ist nun kleinteilig
steckt in den Mäulern, brennt -
weil Mensch, der gar aus macht,
sich als lebendig erst erkennt,
macht er den Tag aus ewger Nacht
indem er sich selbst Schöpfer nennt
und unser Heim zu seinem Thron,
wo Fettarsch wohnt, obschon
er Welten von der Welt getrennt.
Ist dort sein Werk nun. Schriller Ton.

Lieb', es ist doch unser Wille
unsren Willen immer wieder,
ihr zu opfern in der Stille
zu empfangen ihre Lieder,
zu Diensten der Schönheit,
für Liebe, für das Mieder
abzulegen Raum und Zeit
neuen Glanz immer wieder,
von keinem unsrer echten Enden
Heim zu bringen, ihren Lenden,
junge immer ewig alte Lieder.
Aus ihr durch uns in sie zu spenden,

Lieb', kannst du noch lieben?
Vielleicht den Shizophrenen,
was von ihm für uns geblieben,
ohne Seele, ohne Sehnen,
kannst du sie in ihm spüren?
Die Angst, die nichts als echt,
ihren Wahn und ihr Verführen,
ein Verstand, der mit Recht
sich entschloss sein Herz zu fassen,
die Schlachtung zu verlassen.
Wo Lebendigkeit inzwischen echt,
das Herz verließ und kalte Massen.

Lieb', kannst du noch fühlen?
Wie leblos und wie weit,
sie geh'n um nicht in sich zu wühlen,
wie sie die echte Traurigkeit
vollverpackt in Depressionen
abladen, wo sie für lange Zeit,
wie krank soll in Seelen wohnen,
wie sie für sich selbst bereit,
durch Quarantäne, Pille,
sterbend liegt der letzte Wille.
Spürst du dort die letzte Zeit?
Kennst du diese Stille?

Lieb', kannst du noch brechen?
Ich höre noch ihr letztes Wort,
bevor sie aufhörte zu sprechen,
von ihrem hier zu meinem dort,
ist es seither in mir am sinken -
für sie ist sie behindert.
Siehst du die Göttin winken?
Aus ihrem Leid, das lindert,
ist mitten im kaputten Leben.
Nichtgesprochnem Sinn gegeben -
zwischen denen, die sie aufgezehrt,
spür ich Stille in mir etwas heben.

Lieb', singt sie mir Lieder,
von unsrer neuen Zeit,
von Neuerlichem, wieder
bin ich bloß bereit,
für sie auf hohe See zu stechen,
deren Weite sie geschenkt
den Schatz dort aufzubrechen,
den sie tief in sich versenkt
nach dem jedes Wort mir klingt,
dass ihr Schweigen bringt,
das mein Herz mit Sinn bedenkt,
dass in mich und zurück stets dringt

Lieb', ich hör sie am Klavier,
sie spielt sie hinter Gittern,
die Melodie, die weggesperrt in mir,
ich fühl' die Angst, Stimmen zittern -
ich sehe all die Kinder,
die für ein Leben Zahlen,
die gemacht vom Wahn für Rinder,
ersticken an den Qualen -
wir brauche dieses leise munkeln!
Lass es uns nehmen, funkeln,
es soll ein Bild von Morgen malen,
bisschen das zu hell verdunkeln,

Lieb', sie nehmen ihre Krümel her,
manche kaum drei Jahre alt,
grad geboren, kaum je mehr,
verlieren sie den Halt,
verschwinden unter Blut,
verschwinden im Irrsinn,
verschwinden unter Todesglut,
das Leben richtet sie schon hin,
bevor sie es je führen,
bevor sie es je spüren,
geht’s in den Kerker. Ohne Sinn.
Leerer Raum. Offne Türen?

Kannst du's in ihren Augen,
durch ein Zurückgedränge
auch sehen und daran glauben?
Dahinter liegt die Meeresenge,
dahinter liegt das Meer,
dahinter liegt was, stell dir vor
ins Leben könnt von gestern her,
ging's durch unser heut ins Ohr -
spürst du einen Anfang wieder?
Lass doch kurz darin dich nieder,
stellt dir die alte Stille vor,
hörst neue, beste Liebeslieder?

Lieb', siehst du hinter den Augen?
Wie sich der Pegel langsam hebt,
wie sich durch Traum und Glauben,
ein Quell aus Ungeweintem hebt,
siehst du Kähne näher kommen,
die lichterloh schon brennen,
der Ahnen Glut kommt selbst geschwommen
wo uns heut noch Welten trennen,
ist die Mannschaft dann zur Stelle
natürlich so wie Wind und Welle,
wenn Kinder wir beim Namen nennen,
Familie sind für Einzelfälle,

siehst du der Meister Signatur
an der grauen Kerkerwand,
siehst du dorthin führt die Spur,
aus ihren Augen raus ins Land,
siehst du am Kerkerdache oben
ist diesmal sie für uns da,
aus der Nacht für uns erhoben
die Göttin selbst, am Katana,
ihr Blick ist starr gesenkt -
die in Liebe hoffend an uns denkt,
ist als Nacht am Tage nun da -
ihr Leben diesmal uns geschenkt,

spürst du die Winde sich erheben?
Beim bloßen Gedanken nur
das in dem Moment das Leben,
findet wieder in die Spur,
wenn zum Schluss wir danach klingen,
wenn es einen Krümel findet,
und wir ihnen sein Leben bringen,
das dafür den Tod entbindet
mit dem sich die Feuer legen -
das alte Lied auf neuen Wegen,
wie es einen Willen zündet,
den wir in reine Herzen prägen,

wenn unser Lied in ihnen klingt,
werden Dinge wieder fließen,
wenn das Leben sie zur Türe bringt,
die wir hinter ihnen schließen,
wenn sie nach sich suchen werden
als ob nie Gefahr bestünde,
sind heimisch sie alsbald auf Erden
und wir steigen ins unsre Gründe,
bis sie nach den ersten Stunden
einen Rest von uns gefunden -
aufdass er im Neuen münde!
Sind wir in der Nacht verschwunden,

Lieb', willst du verschwinden?
Lieb', du kannst mir glauben,
der Ort, an dem sie uns nie finden,
ist hinter meinen blauen Augen,
wo zwei Seiten existieren,
eine tot, die andre stirbt,
kannst dich dort in Ruh verlieren,
während Lebensrest verdirbt,
schreien, dichten, lieben fluchen
in Ruhe dir dein Plätzchen suchen,
oder bleiben - wo es sich besser für dich stirbt,
nimm Gedichte, Milch und Kuchen,

Lieb', es sind nur wir zwei geblieben.
Doch gegen diesen Rest?
Wird hier noch, wenn wir es lieben
am Ende doch das schönste Fest,
Lieb', lass uns beginnen
uns nach dem Takt zu bewegen
um Stück für Stück zu entrinnen.
Bis wir im Lied uns schlafen legen.
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