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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 101
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Ich, der Tierliebhaber
Viele Menschen, aber gerade die Älteren, sind oft einsam. Einsamkeit lässt auch manchmal verzweifeln. Mir erging es ebenso, aber ich hatte einen Plan, ich ging ins nächste Tierheim und suchte mir dort einen Hund aus. Es sollte aber schon noch ein junger sein. Es gibt in den Tierheimen eigentlich nur ältere Hunde, junge Hunde werden selten abgegeben. Nachdem ich nun alle Heime in Bayern aufgesucht hatte, fuhr ich nach Baden -Württemberg-, hier fand ich dann tatsächlich ein Heim für junge Hunde und Welpen. Einer der Welpen hatte es mir besonders angetan, seine treuen, braunen Augen waren -die Scheinwerfer- in meine Seele. Nachdem mir die Angestellte einiges über das Verhalten von Hunden, die in einer Wohnung gehalten werden, erklärt hat, drückte sie mir noch ein Buch in die Hände, welches ich unbedingt brauchte, um einen Hund richtig zu Erziehen. Der Hund war von einer unbekannten Rasse, ich zahlte für ihn 600,-€. Dazu musste ich auch noch eine Leine kaufen, für 28,00 € und einen Transportbehälter, für nur 120,00 €. Das Buch kostete 25,- €. Dazu verkaufte sie mir noch das Futter, welches Welpen benötigen. Jetzt war ich endlich ein glücklicher Besitzer eines Hundes. Zuhause im Wohnzimmer, pinkelte er mir sofort auf meinen Afghanen, der Teppich hatte einmal 6000,00 € gekostet. Na ja, das konnte der Hund ja nicht Wissen. Während ich in der Küche das Futter mischte, knabberte der Hund im Wohnzimmer an den Brokatkissen, welch als Zierkissen auf der Wildleder Couch lagen. Ich rief den Hund, er möge doch zum Fressen in die Küche kommen, aber nein, er kam nicht. Na klar, er hatte ja noch keinen Namen, also überlegte ich, welcher Name zu ihm passen könnte? Ich ging zu ihm, hockte mich vor den Hund und sagte …”Ich Richard, du Putin.” Danach ging ich zurück in die Küche und rief….”Putin. Keine Reaktion. Gut, er ist ja noch ein Welpe, er muss alles noch Erlernen. So nahm ich dann den Fressenapf und trug ihn ins Wohnzimmer. Direkt vor seiner kleinen Schnauze stellte ich den Napf hin. Er beachtete ihn nicht, aber er begann leise zu Jaulen. Langsam ergriff mich Panik, ich rief die Verkäuferin an, fragte was zu tun sei? Sie gab mir den Rat, die Hundemilch in das beigegebene Fläschchen zu füllen, und es dem Hund zu Trinken geben. Ja, er nuckelte selig daran herum und schon nach kurzer Zeit, schlief er in meinen Armen ein. Es folgten sehr anstrengende Wochen für mich. Aber von Tag zu Tag, hatte ich immer mehr Erfolgserlebnisse. Eines morgens nahm ich ihn an die Leine und ging auf die Straße, sofort zog es ihn an einen Baum. Er wässerte ihn und ich lobte ihn dafür. “Das hast du aber gut gemacht, mein lieber Putin!” Eine ältere Frau blieb stehen und fragte mich: “Wie nennen sie ihren Hund?” Ich sagte -Putin-! Jetzt wurde sie wütend! “Sie können doch den armen Hund nicht Putin nennen, das ist doch ein Verbrecher. Aber das weiß doch mein Hund nicht. Aber trotzdem ist er ein Verbrecher. Na wie soll ich ihn denn Nennen? Das ist mir doch egal, aber auf keinen Fall Putin. Ich musste Putin beim Finanzamt anmelden, wegen der Hundesteuer. “Na das ist aber ein schöner Hund, wie heißt er denn? -Putin-. “Wie bitte? -Putin-. “Das ist doch kein Name. “Wie bitte? Kennen sie denn den Putin nicht? “Ach den Putin meinen sie! “Aber nennen sie ihn doch einfach um, zum Beispiel in Hasso? “Man kann doch einen Hund nicht so einfach umbenennen! “Für diesen Hund müssen die jährlich Steuern zahlen, 120,- €. “Warum so viel Geld? “Weil er so groß ist. Endlich wieder daheim. Putin macht sich über seinen Fressnapf her. Ja, er ist tatsächlich schon sehr groß geworden, fast wie ein Kalb. Ich war vielleicht doch etwas voreilig gewesen, als ich ihn kaufte. Wenn er auf der Couch liegt, habe ich keinen Platz mehr darauf, er schubst mich dann immer runter. Die Brokatkissen habe ich entsorgt und meinen Afghanen habe ich Reinigen lassen und danach bei e-bay verkauft, für nur 900,- €. Die Wohnung sieht jetzt mehr wie eine Hundehütte aus. Überall hat er Knochen abgelegt, die vor sich hin müffeln. Nein, das kann so nicht mehr weitergehen. Wir Fahren nach Baden Württemberg, die Verkäuferin war nicht sehr erfreut, als sie uns sah. Ich sagte ihr, dass ich den Hund zurückgeben muss, weil er mich aus meiner Wohnung verdrängt. Nach langem Hin und Her, nahm sie ihn schließlich zurück. Ich war so froh darüber, dass ich mich in meiner Stammkneipe habe voll laufen lassen. Besoffen wie ich war, habe ich dem Wirt seinen alten Papagei abgekauft. Der Wirt wollte ihn schon lange loswerden, weil er so schlimme Worte nachplapperte. Worte wie. “Hilfe du altes Schwein”, oder “Penner”, “Säufer”, “schwule Sau”, “los, zieh dich aus”. Meine Nachbarin grüßt mich nicht mehr, sie schaut mich jetzt immer so komisch an. Als der Papagei eines nachts von meinen Schnaps getrunken hatte, und danach laut um Hilfe schrie, stand plötzlich die Polizei vor meiner Tür. Nachdem ich alles aufgeklärt hatte, nahm die Polizei den Papagei mit. Er kam in eine Ausnüchterungszelle. Aus der ist er am nächsten Morgen entflohen. Ich werde mit kein Tier mehr anschaffen. |
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