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#1 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Tiefer rauschen meine Bäche
unter einer Oberfläche, die mich in Verschweigen kleidet. Drinnen weiß ich um Gedichte rund um eine Weltgeschichte, die mein stummes Bild erleidet. Eingeschlossen in die Züge mancher stillen Lebenslüge flutet warm ein Lied der Lieder, schenkt der müden Außenhülle Atem, und der Lebenswille ihrer Augen regt sich wieder. Leise Gesten deuten munter durch die Starre, und darunter fließen neue Zärtlichkeiten. Altes Glück reicht junge Hände, mit dem Strom zu gutem Ende durch den Bildersturm zu schreiten.
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. Geändert von Erich Kykal (11.11.2013 um 18:41 Uhr) |
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#2 |
Slawische Seele
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 5.637
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Lieber eKy,
gerade schrieb ich einen Kommentar zu deinem Gedicht "Schatten der Wahrheit" und darin, dass wir Gefangene unserer Zeit sind. Hier gerate ich als Leser in eine (deine) Haft, die "wohltuend schmerzt" und gut verstanden wird. ![]() Gedichte entstehen durch "erlebte, gesehene Bilder" und geben diese, gut verdichtet, an den Leser weiter. Wie oft wird kommentiert: "Ich habe Bilder gesehen..." Schreite und schreibe - dir gelingt es immer wieder. ![]() Liebe Grüße Dana
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Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben. (Frederike Frei) |
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#3 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Dana!
Danke für den Kommi! Das Thema hier, die Erstarrung des äußeren Lebens in "komponierten", oft selbstgenerierten Bildern des Selbst und die Lösung von diesen Schablonen durch emotionale Kartharsis, beschäftigt mich oft und intensiv. In letzter Zeit kreisen meine Gedanken fast ausschließlich um diese Gedanken und spinnen immer neue Facetten eines möglichen Umgangs damit. LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#4 |
ADäquat
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 13.009
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![]() Hallo Erich,
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. © auf alle meine Texte
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#5 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Chavi!
Da ich sehr auf Klang und Fluss meiner Zeilen zu achten versuche, freut mich auch dieses! ![]() Vielen Dank für das tolle Kompliment! "Kaum ein anderer Dichter" halte ich allerdings für übertrieben. ![]() LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#6 | |
Slawische Seele
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 5.637
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Lieber eKy,
nein, Chavali übertreibt nicht. ![]() Deine Gedichte sagen aus, spielen, berühren und bleiben bleibend. Zitat:
Nicht um des Einzelnen wegen, sondern um des Ganzen wegen - das Neues sucht und in Erfahrung, Bestätigung findet. Wessen Erfahrung es ist, mag dahin gestellt sein. Es geht immer um diese, die wir leben. ![]() Liebe Grüße Dana
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Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben. (Frederike Frei) |
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#7 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Dana!
Bilderstrom? Da habe ich möglicherweise das gewollte Bild nicht ausreichend verdeutlicht: Das Ich ist gefangen in nach außen erstarrten Bildern, kalten Masken sozusagen, die es der Welt von sich zu zeigen gelernt hat. Im Innen ein Weiches, Fließendes voller Wärme, ein "Lied der Lieder", die wahre Seelenmelodie. Und letztlich - wird die Kruste der Bilder aufgebrochen, das wahre, ständig im Werden begriffene, quasi flüssige Wesen muss sich nicht mehr verbergen, bricht hervor und stürmt die starren Bilder. Daher: "mit dem Strom zu gutem Ende // durch den Bildersturm zu schreiten." Eine Mischung aus quasireligiösen Zügen (evangelischer Bildersturm) und dem lyrischen Bild eines Vulkanausbruchs. Dieser Zyklus begegnet uns nicht nur im einzelnen Menschen, sondern auch in allen Zivilisationen der Menschheitsgeschichte, ja sogar in der Geschichte der Evolution selbst immer wieder! Das zutage tretende Neue oder Weiche erstarrt mit der Zeit zu selbstgefälliger Härte und Kälte - dann muss sich das Gefühl erneut Bahn brechen, eine Kartharsis einleiten, um sich neu zu gestalten und zu definieren. Was für ein Leben hätten wir sonst - oder was wäre das Leben selbst ohne das!? LG, eKy
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#8 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 21.03.2009
Ort: Im hohen Norden
Beiträge: 431
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Hallo Erich Kykal,
der Titel ist zweideutig, bestätigt sich aber nach dem Lesen des Gedichtes. Zum einen nimmt das Bild den Leser in Haft, zum anderen den Erzähler selbst. Es ist geradezu eine Bilderflut, die hier entsteht und Einblick in eine Gefühlswelt zeigt, wie sie intensiver gar nicht hätte sein können. Von Lebenslügen, der äußeren Hülle, von Atem, aber auch vom Lebenswillen die Rede. So gesehen hätte der Titel auch "Lebensbilder" heißen können. Mich jedenfalls haben diese Bilder sehr berührt und, wie schon erwähnt, in Haft genommen. Herzliche Inselgrüße Narvik
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Nur der fröhliche Mensch allein ist fähig, Wohlgefallen am Guten zu finden. (Kant) |
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#9 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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HI, Narvik!
Danke für dein Staunen und zugleich für das Beleben dieses alten Fadens! ![]() LG, eKy
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