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#1 |
Gelegenheitsdichter
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.210
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Ich habe einen Traum
Die Fesseln sprengen – einmal Freiheit schmecken: Die Hoffnung ist mein Traum. Er wird nicht enden. Ich werde ihn in eine Zukunft senden, In der sich Menschen nicht aus Angst verstecken. Den Aufbruch hatte ich erhofft, vollenden Darf ich ihn nicht. Er blieb im Anfang stecken. Ich sah auf Barrikaden sie verrecken, Ich sah sie sich an ihren Traum verschwenden, Den man die Freiheit nennt, den weiten Himmel. Die Zeit ist dunkel und die Herrschaft stärker. Es kommt kein weißer Ritter auf dem Schimmel, Die schwarzen Schergen kommen, Tod und Kerker. Noch heute stürz ich mich ins Schlachtgewimmel Und kämpf für meinen Traum wie ein Berserker. Dieser Text ist der Demokratiebewegung in Hongkong und in China gewidmet.
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Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
mit einem leichtem Anflug von melancholischer Ironie gewürzt Alle Beiträge (c) Walther Abdruck von Werken ist erwünscht, bedarf jedoch der vorherigen Zustimmung und der Nennung von Autor und Urheberrechtsvorbehalt Geändert von Walther (21.10.2014 um 11:16 Uhr) |
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#2 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Walther!
Dein Sonett gefällt mir - bis auf die letzte Zeile, die klingt (wegen der Verkürzung "kämpf", vor allem aber durch die Phrase "wie ein Berserker") etwas naiv in lyrischem Stil und inhaltlicher Aussage. Das ganze - sonst sehr schön formulierte - Gedicht wird dadurch m.E. herabgesetzt. Dass man sich den finsteren Horden entgegenwirft, auch wenn die Lage aussichtslos erscheint, mag ja ein heroischer Zug sein, aber die Formulierungen in dieser Zeile wirken eher wie das In-die Brust-Werfen eines unreifen Teenagers - zumindest würde ein solcher das auf diesem sprachlichen Niveau so ausdrücken. ![]() Den Berserker und die allgemeinsprachliche Verkürzung würde ich fallen lassen und das Ganze ein wenig gediegener formulieren, auch wenn ich einen neuen Reim für drei Zeilen dafür suchen müsste. Ansonsten nix zu meckern! ![]() LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#3 |
Gelegenheitsdichter
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.210
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lb eKy,
ganz herzlichen dank für deine besprechung des sonetts. leider kann ich deine einschätzung nicht teilen. ich habe dieses gedicht für die demonstrierenden menschen in Hongkong geschrieben. die demonstranten haben die klugheit besessen, die konfrontation zu vermeiden. allerdings droht ihnen nun die politische verfolgung. das wort "wie ein Berserker" ist nichts anderes als ein bild für "mit ganzem Einsatz". daher paßt dieses bild auch. die beiden elisionen haben nichts mit "teenager sprache" zu tun. vielmehr geben sie den letzten beide versen die nötige emphase. lg w.
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#4 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Walther!
Vielleicht wäre es gut, bei solchen Werken, wie Bezug auf bestimmte Ereignisse nehmen, eine entsprechende Widmung beizufügen, damit sich der Leser mit dem richtigen Hintergrund in den Text finden kann. LG, eKy
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#5 |
Gelegenheitsdichter
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.210
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Hi eKy,
habe ich oben umgesetzt. wo du recht hast, hast du recht. ![]() lg w.
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#6 |
Gelegenheitsdichter
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.210
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Hi Black Raziel,
danke für deine lobendes hereinlesen und kommentieren. das war die absicht, du hast perfekt beschrieben! lg w.
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