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#1 |
asphaltwaldwesen
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: österreich
Beiträge: 961
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worte
entgleiten ungesprochen über windgegerbte lippen, taumeln daseinsträge auf reifbedeckte erde zwischen frostgedörrten blassen blättern, bersten, gleich ihnen, spröde unter jedem tritt. erinnerung durchzieht flimmernd kammern eines müden herzens. achtundzwanzig bilder in der sekunde. zu schnell für das gefühl von damals. zu unscharf die bilder und zu hastig. nebelumrahmt von zuviel vaseline. .fee ´ 09
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"Gedichte sind Geschenke an die Aufmerksamen" Paul Celan Geändert von fee (20.10.2009 um 07:07 Uhr) Grund: edit hat basses verbesserungsvorschlag umgesetzt. (siehe basses kommentar) |
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#2 |
Slawische Seele
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 5.637
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Liebe fee,
sehr verkrypt und dennoch entstehen Bilder, die zu einem Kommi auffordern. ![]() Ich sehe ein "jahrgetränktes" Paar. Die Macht der Gewohnheit hat längst Fuß gefasst, der Gleichmut begleitet sie. Die Erinnerungen mahnen. Nicht dass sie sich der Herbsthaut wehren sollen. Darin steckt eine Erkenntnis. Dass ein Herbst durchaus Sonnen- und Sommertage haben kann. Die achtundzwanzig Bilder könnten auf die Zeit der Partnerschaft hinweisen. Die Liebe muss nicht mit den Jahren "verherbsten". Sie kann wunderschön im Wandel der Jahreszeiten bestehen und jede Jahreszeit leben, Jahr um Jahr. So kam es bei mir an und hat mich mehr als angesprochen. Darin steckt Gefühl und gut umgesetztes tiefes Denken. Liebe Grüße Dana
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Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben. (Frederike Frei) |
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#3 | |
asphaltwaldwesen
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: österreich
Beiträge: 961
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![]() Zitat:
liebe Dana, herzlichen dank für deinen schönen kommentar, der mir zeigt, dass in einem gedicht, wenn es starke bilder zu erzeugen vermag im leser, oft noch mehr drin steckt, als der autor dachte, hineingepackt zu haben. ![]() deine interpretation der 28 bilder pro sekunde finde ich besonders spannend und auch beeindruckend (und überraschend) für mich. ich hatte sie nämlich "schlicht" als metapher für verzerrte wahrnehmung von zeit eingesetzt - die alten charlie chaplin- und buster-keaton-filme waren mit 28 bildern pro sekunde gefilmt (manche auch mit 26) und wirken auf uns heute, mit den modernen systemen abgespielt, die 24 bilder pro sekunde zeigen, deshalb so eigenartig ruckelig und dieses winzige quäntchen zu schnell. grad so, wie sich auch in erinnerungen einst wahrgenommenes verzerrt, wenn man diese nach jahren wieder im geiste "ansieht". auch die vaseline am filter vor der linse als weichzeichnender (= verklärender) effekt stammt aus der sprache der film-technik. lieben dank für dein dich-einlassen und dein lob! ![]() herzlicher gruß, fee
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"Gedichte sind Geschenke an die Aufmerksamen" Paul Celan |
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#4 |
Erfahrener Eiland-Dichter
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![]() hallo liebe fee,
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© Bilder by ginton Jeder, der dir nah steht, steht mir auch nah... Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi) nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)
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#5 | |
asphaltwaldwesen
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: österreich
Beiträge: 961
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![]() Zitat:
servus basse, dein vorschlag wird gekauft! danke! du hast da mit dem richtigen und feinen gespür nämlich völlig recht, was die dynamik angeht. freut mich, dass es dir so gefällt! ![]() lieber gruß, fee
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"Gedichte sind Geschenke an die Aufmerksamen" Paul Celan |
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