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Erfahrener Eiland-Dichter
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![]() Rösleins Not
Sah ein Knab das Röslein gehn, konnt sich stets dran weiden: War charmant, natürlich schön! Knabe wollt vor Lieb vergehn, dennoch keine Freuden hatte Röslein - Rösleins Not klang: "Kann mich nicht leiden!" Röslein sprach zu Doktor Stich: "Sollst mich morgen schneiden! Danach wieder leid ich mich. Form mich makellos, versprich! Zweifel will ich meiden. Mir die Schönheit, dir dein Brot! Dient es doch uns beiden". Jetzt, sobald das Röslein naht, Knab muss ab sich wenden. Röslein ist von Stiches Tat, mancher falsch gesetzten Naht aus des Meisters Händen, lebenslang entstellt, fragt stumm: "Wie soll das bloß enden?" Röslein hat nen Karpfenmund, muss nach Luft oft ringen. Näschen schief, die Büste: Schund! Augenbrauen hängen und eine will stets springen. Röslein, ach, was warst du dumm! könnt jetzt mancher singen. Geändert von Löwenzahn (03.06.2011 um 20:51 Uhr) |
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#2 | |
Erfahrener Eiland-Dichter
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Hallo, Löwenzahn
![]() ein wahres Wort in gereimter Form (nicht) gelassen ausgesprochen. Der Schönheitswahn treibt genau solche "Blüten". Neulich erst sah ich "Ballonlippen" in der U-Bahn. Fotomodelle lassen sich sogar die unteren Rippen chirurgisch entfernen, damit sie eine "superschlanke" Taille bekommen. Aber: Nicht nur die "modernen Zeiten" haben es in sich. Man denke nur an die Korsetts früherer Zeiten, als sich die Frauen in absurde Fischbeingerüste quetschten, bis sie kaum noch atmen konnten (weshalb auch damals die Frauen so häufig ohnmächtig wurden - schlicht Sauerstoffmangel). Oder die "Tellerlippen" afrikanischer Kulturen (Wikipedia-Link) und die "Giraffenhälse" der Padaung in Südostasien (Wikipedia-Link). Wenn ich das so betrachte, dann scheinen wir Menschen schon immer die absurdesten und gesundheitsschädlichsten "Schönheitsideale" erfunden zu haben. Traurig, aber wahr - eigentlich ist das "nichts Neues". ![]() Besonders gut gelungen finde ich, dass du "Heidenröslein" als "Grundlage" genommen hast - die Rose symbolisiert ja außer Schönheit auch Eitelkeit, davon spricht schon der Volksmund. Damit beziehst auch du die Vergangenheit mit ein - offenbar ist diese "Verrücktheit" so, seit der erste Mensch auf die Idee kam, sich durch künstliche Mittel attraktiver zu gestalten. Das "Sprachgemisch" finde ich im Sinne des Sinnes gut gelungen, denn so absurd wie das Thema ist auch die Sprache. ![]() Und, nicht zu vergessen: Der Text folgt der Melodie. ![]() Zitat:
![]() Ein Thema, das immer wichtig und immer aktuell ist. Gute Arbeit! ![]() Liebe Grüße Stimme
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#3 |
Erfahrener Eiland-Dichter
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@ Stimme der Zeit
![]() entschuldige, dass ich Deinen Kommentar nicht bemerkt habe, aber ich bekomme keine Nachricht, wenn mal ein Kommentar kommt und da ich selten hier bin, haber ich nicht unter dieses Gedicht geguckt. Ich danke Dir sehr für Deinen ausführlichen Kommentar, der mich sehr gefreut hat ![]() Löwenzahn ![]() @ Heimer dass es Dir gelungen scheint, das freut mich besonders, weil man mir in einem anderen Forum ankreidete, dass das Ganze zu nah am Original liegt (was ich nicht nachvollziehen kann, weil nur ein paar Worte darauf deuten und die Gedichtsmelodie natürlich) und dass man es sooooo absolut nicht machen kann - nicht so... Ja, wie denn dann, fragte ich mich ![]() ![]() mit herzlichen Grüßen, Löwenzahn |
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