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#1 |
Flaschenpost
Registriert seit: 24.03.2009
Beiträge: 574
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![]() Das Amselnest
Nur hier und da ein Flügelschlag, so grau in grau vergeht der Tag. Im winterlichtenZweiggeäst verharrt allein das Amselnest. Doch plötzlich bricht ein Sturm herein, sein Heulen dringt durch Mark und Bein. Er zerrt in Wut am Astwerkraum und reißt die Vogelstatt vom Baum. So wie er kam, so zieht er fort, doch liegt der Amsel Ruheort verlassen nun am Wegesrand und Schweigen legt sich auf das Land. Überarbeitete Version Der Himmel trägt sein Bußgewand, kein Flügel streift das Himmelsgrau, im lichten Zweigeäst am Rand verharrt ganz still der Amselbau. Vom Westen bricht ein Sturm herein, er zerrt in Wut am Astwerkraum, sein Heulen dringt durch Mark und Bein, so fällt das Vogelnest vom Baum. So wie er kam, so zieht er fort und Schweigen legt sich auf das Land, doch weilt der Amsel Ruheort verlassen nun am Wegesrand.
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Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen. (Mark Twain) Geändert von ruhelos (01.03.2010 um 13:35 Uhr) |
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#2 | |
ADäquat
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 13.009
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![]() Liebe ruhelos,
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. © auf alle meine Texte
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#3 |
Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 9.947
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Liebe ruhelos,
ja, stimmt, im kahlen Wintergeäst der Bäume sieht man immer viele verlassene Vogelnester. Und mancher Windstoß hat schon so einige davon herabgeweht, denn sie bieten ihm ja eine ungeschützte Angriffsfläche. Ich finde dein Gedicht auch eher melancholisch, jedoch beschreibt es die Szene trefflich. Paarreim, durchgängig 4-hebiger Jambus mit männlichen Kadenzen, am Formalen ist nicht viel auszusetzen. Einzig hinter "Astwerkraum" bitte noch ein Komma stellen. Ich weiß ja nicht, ob du in S2/Z4 auf das "saust" bestehst. Ich finde diesen Ausdruck für die von dir erzeugte Stimmung nicht ganz passend, denn es klingt ein wenig verniedlichend. Du könntest z.B. stattdessen "weht" einsetzen. Nur so als kleiner Vorschlag. Gerne gelesen und kommentiert... ![]() Liebe Grüße Bis bald Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#4 |
Erfahrener Eiland-Dichter
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![]() hallo liebe ruhelos,,
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© Bilder by ginton Jeder, der dir nah steht, steht mir auch nah... Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi) nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)
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#5 | |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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![]() Zitat:
Ich liebe Naturgedichte! Dieses hat mir - unter Vorbehalten - durchaus gefallen. Was mich hier jedoch vor allem stört, ist das nicht zum lyrischen Inhalt passende Reimschema AABB! Das klingt leider eher nach Abzählreim für Kinderspiele, zumindest muss man sehr vorsichtig lesen, damit man nicht zu "nudeln" anfängt, wie man bei uns sagt. Das Schema zwingt dem Leser einen monotonen, überstrukturierten Leserhythmus auf, der so gar nicht zur Stimmung und zur Botschaft des Gedichtes passen will. Find ich halt. Insgesamt dennoch gern gelesen! LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#6 |
Slawische Seele
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 5.637
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Liebe ruhelos,
mich hat der Paarreim sehr angesprochen - mit der Lesart kann man sich auf die darin enthaltene Meloncholie gut einlassen. "Winterlichtes Zweiggeäst" ist eine sehr schöne Wortschöpfung, die der Naturdichterin wieder gerecht wird. Der plötzliche Sturm fühlt sich an, als wäre er eigens wegen des Nestes gekommen, weil danach wieder Ruhe eintritt. In mir kamen Bilder und eine Stimmung auf, die ich auf meinen Spaziergängen und Wanderungen real erlebt habe. Das Wörtchen "saust" würde ich ebenfalls ersetzen, um die leise Melancholie zu halten. (Vorschläge sind ja bereits da.) Liebe Grüße Dana
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Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben. (Frederike Frei) |
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#7 |
Flaschenpost
Registriert seit: 24.03.2009
Beiträge: 574
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hallo chavali,
es freut mich sehr, dass mein melanchonisches Amselnestgedicht dir gefällt. Du hast die Situation treffend beschrieben. Vielen Dank für das Aufzeigen deiner Lieblingspassage. hallo falderwald, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Wie du siehst, habe ich das Gedicht überarbeitet und das Wort saust ersetzt. Das Komma nach dem Wort Astwerkraum entfällt nun nach der Umstellung. Es freut mich zu sehen, dass mein melanchonisches Gedicht,dennoch die Szne treffend darstellt. Ich danke dir auch für die Rückmeldung, was die Metrik des Gedichtes betrifft. Bis heute bin ich mir da an manchen Stellen noch unsicher. hallo ginton, danke für dein Lob. Es freut mich zu hören, dass sich das Gedicht leicht und locker lesen lässt, was wie du selbst sagst, bestimmt am Paarreim liegt. Allerdings sollte es nicht lustig rüberkommen, sondern eher ernst und melanchonisch. Vielleicht hat eky ja doch recht und der Paareim ist hier nicht passend. So habe ich noch eine 2. Variante eingestellt. hall eky, ich gestehe deinem Kommentar mit Bangen, aber auch mit Freude entgegen gesehen zu haben. Ich bin freudig überrascht insgesamt einen positven Kommentar erhalten zu haben. Deine Verbesserungsvorschläge habe ich größtenteils in der überarbeiteten Version verwandt oder jene Stellen völlig neu geschrieben.Deinen Vorschlag für die 2. Str. 4. Zeile: schon bricht die Vogelstatt vom Baum konnte ich leider nicht übenehmen, da es schon in der 1. Zeile der selben Str. verwendet wird. Auch habe ich eine Variante im Kreuzreim eingestellt, die eher zur Stimmung des Gedichtes passt. Anscheinend gehen hier aber die Meinungen auseinander. Aus diesem Grund habe ich auch die ursprüngliche Version stehen lassen. Ich hoffe, die Überarbetung findet dein Gefallen. hallo dana, danke für deine anerkennenden Worte. Schön, dass du den Paarreim ansprechend findest und du dich dennoch auf die melanchonische Szene einlassen konntest, doch habe ich noch eine Variante im Kreuzreim eingestellt. Das Wort saust habe ich auf jeden Fall ersetzt. Ich habe das Wort fällt gewählt. Es freut mich, dass die Wortschöpfung winterliches Zweiggeäst dir gefällt. Viele Grüße ruhelos
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Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen. (Mark Twain) Geändert von ruhelos (01.03.2010 um 14:03 Uhr) |
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